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zum Schluß Slowenien... und ab in die Heimat

Bei Koper kommen wir über die Grenze nach Slowenien. Das kleine Stückchen slowenische Küste, beschliessen wir auszulassen und fahren in Richtung Berge. 

Unser Ziel: das schöne Socatal. Von dem türkisfarbenen Fluß haben wir schon viel gehört und können es kaum erwarten, ihn selber zu sehen. Also los gehts bei heißen 28 Grad ins slowenische Hinterland. Die Vegetation hier erinnert uns schon stark an Zuhause. Auf abgelegenen Landstraßen tuckern wir gemütlich ins Landesinnere. Wir übernachten einmal an einem Militärmuseum und fahren dann zügig weiter. Wir kommen durch riesige Weinanbaugebiete. Rebe an Rebe soweit das Auge reicht. Slowenien ist sehr sauber und modern. In Nova Gorica gehen wir noch schnell einkaufen und dann sehen wir das erste mal die Soca. WOW!! Was für eine spektakuläre Farbe hat dieser tolle Fluß?? Wir sind völlig von den Socken. Wir fahren nahe am Fluß weiter hoch ins Gebirge und im Camping Lazar checken wir ein. Auch hier sind die Campingplätze nicht mehr so günstig wir wohl vor einigen Jahren. Wir zahlen 26 Euro für eine Nacht . Der Plan war, mal wieder heiß duschen, Wasser tanken, ausschlafen und weiter fahren. Es kam dann alles ganz anders!! Ich schicke eine SMS an unseren englischen Freund Paul mit dem wir den Winter in Griechenland verbracht haben. Wir hatten länger keinen Kontakt, aber wir wussten, dass er Ende Juni wegen TÜV in England sein muss. Und ja - die Erde ist ein Dorf - zufällig parkt er grad 40 km von uns entfernt und freut sich genauso wie wir. Am nächsten Morgen reist er direkt an und was für ein Zufall - heute Nacht hat er auch nur Geburtstag!! Das - und unser Wiedersehen muss gebührend gefeiert werden. Wir gehen zusammen wandern zu einem nahegelegenen Wasserfall. Los gehts erst mal über eine hohe Hängebrücke. Unser Lucy kricht platt wie eine Flunder über die Brücke (lach) - so was kennt sie gar nicht. Aber todesmutig läuft bzw. kriecht sie mit rüber. Der Weg am Fluß entlang ist wunderschön und führt in eine Schlucht hinein. Immer näher kommen die Felswände rechts und links und am Ende steht man vor einer Höhle. Wir laufen rein und sind total sprachlos!! Aus einem Loch in der Höhlendecke schießt ein Wasserfall in die Höhle ein. Was für ein Anblick. Wir fühlen und wie bei Jurassic Park in einer versunkenen anderen Welt. Fledermäuse fliegen durch die Höhle, Vögel zwitschern und überall wächst großer Farn aus den Felswänden. Was für ein unglaublicher Ort - mir stellt es die Haare an den Armen vor Begeisterung auf :)

Zurück am Campingplatz, sammeln wir Holz und machen ein Lagerfeuer. Paul hat Geburtstag. Wir haben gute Laune und nach dem zweiten Slibowicz zieht Paul los um ein paar Campinggäste einzladen. Nebenan wohnen ein paar deutsche ältere Rocker aus Deutschland und auf der anderen Seite wohnen ein paar junge Berliner. Alle kommen gern zu uns ans Lagerfeuer und so entsteht ein lustiger Abend mit eigentlich wieder mal wildfremden Leuten. Wir erzählen von unserer Reise und alle sind sehr neugierig und haben viele Fragen, die wir natürlich liebend gerne beantworten. 

Am nächsten Tag hängen alle (grins) ziemlich durch. Es war feucht-fröhlich und die vielen "Selbstgebrannten" aus aller Welt tun ihre Wirkung. Kilian und ich machen Pläne für die nächsten zwei (letzten!!) Wochen. Unser Plan war, pünktlich am 18.6. zum 65. Hochzeitstag meiner Großeltern als Überraschungsgäste aufzutauchen. Es kam anders!! Wir werfen einen Blick auf unser Reisekonto (kreisch) - es gingen einige ungeplante (oder verdrängte) Abbuchungen ab und ja - uns wird klar - wir müssen nach Hause!  JETZT!! Mein Herz rutscht in die Hose, das Adrenalin schießt ein - ist es jetzt echt soweit?? Ein Teil in uns freut sich (natürlich) auf zuhause - aber ein (großer) Teil von uns weiß auch, dass unser freies selbstbestimmtes Leben damit ein Ende hat. Aber es hilft nichts- am nächsten Morgen packen wir ( mit Gefühlschaos im Kopf) zusammen. Alle unsere netten Nachbarn auf dem Campingplatz wissen Bescheid und als wir uns verabschieden, nehmen sie uns alle nochmal in den Arm,drücken uns, wünschen uns alles Gute..

Als wir los fahren, kämpfe ich tatsächlich mit den Tränen. Eine Seite freut sich auf unsere Lieben zuhause - eine andere Seite sagt NEIN NEIN wir wollen die Reise nicht beenden. Schweigend fahren wir durchs schöne Slowenien in Richtung Italien/Österreich. Jeder hat mit seinem eigenen Gefühlschaos im Kopf zu kämpfen. Wunderschön präsentiert sich Slowenien (als will es uns verhöhnen). Wir sind sicher, dass dieses tolle Land in einem (normalen) Urlaub noch mal besucht werden muss. Wir kommen für einige Kilometer durch Italien. Auch hier sehen wir eine wunderschöne Berglandschaft. Dann sind wir am österreichischen Zoll. Schnell eine Vignette gekauft und weiter gehts. Wir fahren die letzten 600km auf der Autobahn, damit wir vorankommen. An den Verkehr hier muss man sich erst mal wieder gewöhnen, wenn man so lange abseits des Lebens unterwegs war. Plötzlich verstehen wir wieder, was im Radio gesprochen wird (kreisch) - es ist nochmals wie eine Keule ins Genick für uns. Wir kommen der Heimat näher. Vorbei an Villach, durch Kärnten, sind wir ruck zuck vorbei an Salzburg. Nach drei Stunden dann ist es soweit. Wir kommen an den deutschen Zoll. Wir sehen das Schild Bundes Republik Deutschland!! Nach 14 Monaten sind wir wieder (fast) Zuhause. Wir kämpfen mit den Emotionen. Die Vorfreude nimmt Überhand. Wir freuen uns auf unsere Lieben - vor allem, da keiner weiß, dass wir jetzt schon nachhause kommen. Wir freuen uns auf die überraschten Gesichter :)

In Gedanken gehe ich schon meine riesige "To-doo" Liste für zuhause durch. Es gibt viel zu tun, um unser altes Leben wieder in Gang zu bringen. Wir nehmen uns fest vor, uns zuhause nicht zu arg unter Druck zu setzen, und alles gemütlich anzugehen (wir werden sehen ob das klappt). Ab München stehen wir im Stau. Eine Baustelle jagt die nächste. Es fängt auch noch an zu regnen. Wir denken uns "na herzlich willkomen in der Realität). Doch als wir bei Lindau das erste mal den Bodensee sehen, kommt auch wieder die Sonne raus - als wollte sie uns willkommen heißen. Wir sind müde und aufgeregt.... wollen nachhause. Und nach 10 Stunden sind wir dann auch da - herzlich willkommen in Kluftern. Schweigend fahren wir in unseren Hof und betreten unser Haus. Hhmmm... immer noch kämpfen wir mit dem Gefühlschaos im Kopf. Es kommt uns alles zu groß und zu voll vor!! Wir begrüßen Kilians Eltern und eine Stunde später sitzen wir nachdenklich auf unserer Terrasse. Ja wir sind tatsächlich wieder zuhause... so richtig fassen können wir es noch nicht. 

Als wir letztes Jahr gestartet sind, war ich sicher, dass ich es irgendwann nicht mehr erwarten kann, wieder in einem Haus zu wohnen... Tatsache ist: Wir würden am liebsten im Bus schlafen!! 

Unsere kleine Lucy kennt in ihrem kurzen Leben nur Zwinger und Campingbus. Sie schielt gegen Abend immer wieder in den Hof zum Bus - wann gehen wir in den Bus zum schlafen?? Nein kleine Lucy - ab jetzt hast du mehr Platz um dich herum - gewöhn dich dran. Unsere Amy erkennt gleich alles wieder und schwanzwedelnd geht sie gleich mal das Sofa und im Schlafzimmer ihr Bettchen inspizieren - alles noch da. Die Freude ist groß bei ihr und gleich macht sie es sich im (großen) Bettchen gemütlich:):)

Nach einer (fast) schlaflosen Nacht kommen am nächsten Tag schon die ersten Freunde und meine Eltern vorbei. Bei allen ist die Freude riesig. Auch wir freuen uns sehr, alle wieder zusehen - sind aber auch zeitweise fast überfordert mit der Situation. So viele Menschen, so viel Input, soviel zu tun, so viel zu erzählen.... ruhig bleiben ist die Devise!! Nach so langer Zeit zu Zweit, ist es eine extreme Umstellung, plötzlich so viele (liebe) Menschen um sich zu haben. Wo fängt man an, von so einer langen Reise zu erzählen??

Am nächsten Tag besuchen wir meine Großeltern. Auch sie ahnen nichts und mein lieber Opa bricht doch glatt in Tränen aus als er uns sieht. Nachmittags dann noch ein Stop bei sehr guten Freunden. Das erste mal sehen wir ihr Baby. Die kleine Juna kam auf die Welt als wir schon unterwegs waren - und jetzt ist sie kurz vorm laufen lernen. Da wird einem bewusst, wie lange man doch weg war. Wir bekommen ein "Willkommen zuhause- Überlebenspaket" mit wichtigen Sachen wie Salz, Rotwein, Nüsse und Nudeln :) - danke ihr Lieben dafür :)

Wir beginnen "klar Schiff" zu machen. Haus putzen, Bus ausräumen - die Arbeit häuft sich an - wir wollen versuchen, unsere innere Gelassenheit möglichst lange zu behalten. Am dritten Tag kommt unser Freund Paul aus England zu Besuch. Er ist auf dem Heimweg und macht einen Zwischenstopp bei uns. Wir freuen uns sehr... haben wir doch viel mit ihm erlebt auf unserer Reise!!

Die "happyhippies" sind zurück!! Gestartet zu dritt - zurück zu viert :):) Wir hatten eine perfekte Reise. Unser Bus Knut hat uns (bis auf Kleinigkeiten) sicher durch 20 Länder Europas gebracht. Wir haben unglaublich viele nette Menschen kennengelernt. Einheimische, Langzeittraveller, Vanlifers.... nicht einmal hatten wir eine "brenzlige" Situation. Wir wurden nicht ausgeraubt und nicht fortgejagt. Ganz im Gegenteil, wir wurden ständig eingeladen und immer überall herzlich willkommen geheißen. Unsere Sicht auf die Menschen hat sich positiv verändert. Wir sind knapp 30 000 km gefahren. Waren 72 mal beim Tanken und haben insgesamt 5820 Euro für Diesel ausgegeben. Zugegeben: unser biologischer Fußabdruck für dieses Leben ist nicht grad begeistert darüber - aber dafür haben wir (fast ganz) Europa gesehen - Und jaaa: die Menschen sind freundlich . Je ärmer die Menschen leben, umso gastfreundlicher sind sie - das sollte uns Deutschen mal zu denken geben. Wir haben insgesamt 7 Meere bereist und waren bis auf Skandinavien zeitweise geschockt, wie verschmutzt unsere Meere sind. Liebe Menschen - unsere Erde hat ein großes Plastikproblem - die Meere sind voll davon - es ist Zeit zu handeln. Nachfolgende Generationen werden keine Muscheln sammeln, sondern Müll (damit sie an die Muscheln kommen).

Ansonsten war unsere Reise durchweg positiv. Europa ist wunderschön. Vom Gletscher bis zum Palmenstrand war alles dabei. Mittsommer in Nordnorwegen werden wir garantiert nie mehr vergessen. Das Baltikum - ja der komplette "Ostblock" ist wunderschön. Und auch der Winter auf der Peloponnes war ein Traum. Jedes der 20 Länder hatte seinen eigenen Reiz!

Nun - zuhause - ist es auch schön zu sehen, wie viele Menschen sich freuen, dass wir wieder da sind. Wir brauchen wohl noch etwas Zeit um "so richtig" anzukommen... wir geben unser Bestes!!

Noch ein letztes mal möchte ich alle Menschen grüßen, die uns auf unserer Reise über den Weg gelaufen sind. Ihr alle seid toll und wir sind glücklich, jeden einzelnen kennengelernt zu haben.

Zudem möchte ich allen Menschen danken, die uns geholfen haben, diese Reise zu verwirklichen. 

Wir werden oft gefragt: Habt ihr jetzt erst mal genug vom Reisen??? Dass können wir ohne nachzudenken mit einem deutlichen NEIN beantworten - von diesem tollen Leben werden wir wohl nie genug bekommen... und es gibt noch sooo viel zu sehen!!

Hiermit verabschieden wir uns (schweren Herzens) von diesem Blog und sagen tschüss. Ich danke allen, die uns so fleißig und interessiert auf dieser Reise gefolgt sind. Danke für Euer Interesse :):):) Eure "Happyhippies" Sandra und Kilian

#wunderschön
Kommentare

Rosi
Hallo,ihr Lieben,schön das ihr gesund und munter wieder zu Hause angekommen seit.Leider haben wir eure Adresse verloren,um euch die Reiseführer zu schicken.Bitte meldet euch mal bei uns. Liebe Grüße von Rosi und Karli

Kilian
Hallo Rosi. Schön von Euch zu hören. Wir überlegen grad noch wie wir Euch unsere Adresse zukommen lassen können. Hier im öffentliche Netz will ich sie nicht reinschreiben! Habt ihr zufällig Facebook? Darüber können wir uns (mehr privat) zusammen kurzschließen. Viele Grüße Sandra und Kilian