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Du schönes schönes Ungarn

Bei Akktelekti im ungarischen Gebirge, fahren wir ins Landesinnere ein. Es ist inzwischen Abend. Der Himmel ist grau, wir sind müde und verschwinden gleich im Bus. Am nächsten Morgen werden wir vom prasseln des Regens aufs Dach geweckt. Echt? Hhmppp - was für ein Start!! Die Blätter fallen von den Bäumen, der Nebel hängt tief - der Herbst hat uns definitiv überholt. Wir beschließen, das Gebirge Gebirge sein zu lassen und weiter ins Landesinnere zu fahren.

Unser erstes Ziel: Das Städtchen Eger ganz im Norden von Ungarn. Gesagt, getan.. ab gehts in die Stadt... und was soll ich sagen...Eger ist eine tolle kleine Stadt. Und es gibt tatsächlich drei prunkvolle Kirchen und einen Dom (in diesem kleinen Städtchen). Wir flanieren durchs Städtle und geniessen den Tag. Abends übernachten wir auf einem kleinen Campingplatz...dann gehts weiter Richtung Landesinnere. Wir kommen durchs Matra-Gebierge. Unser Ziel: Der Kekestetö... der höchste Berg Ungarns mit sage und schreibe 1014m Höhe!!. Die Sonne lacht wieder vom Himmel und alles leuchtet in tollen Farben. Wir kommen durch kleine Dörfer mit unaussprechlichen Namen. Überall sind Pferde und Reiterhöfe zu sehen. Man merkt, dass die Ungarn ein Reitervolk sind. Mir gefällts :) Immer wieder kommen wir an Bauarbeitern vorbei und müssen schmunzeln. Viele Männer.... ein paar arbeiten... der Rest hat die Hände in den Taschen und sinniert darüber, wie man es besser machen könnte... dass nennen wir mal ungarische Mentalität!! Oben angekommen, dürfen wir für 3 Euro übernachten. Man hat eine herrliche Sicht hier oben. In die eine Richtung in die slovakischen Berge und in die andere Richtung Süden-Rumänien. Wir haben bei Ankunft 17 Grad und innerhalb einer Stunde sackt das Thermometer auf 7 Grad ab. Ein eisiger Wind pfeift. Wir ziehen uns bald in den Bus zurück und schmeissen die Heizung an (das erste mal!).

 Am nächsten Morgen wollen wir raus aus den Bergen, ab ins Flachland wo es wärmer ist. Wir beschließen, Budapest auszulassen. Waaasss?? Denken jetzt bestimmt viele... seid ihr verrückt??? Ja wir wissen, das Budapest als eine der schönsten Städte Europas gehandelt wird. Aber erstens sind die Campingplätze immer sehr teuer und ausserhalb und zweitens ist es mit Hund in so einer vollgestopften Stadt immer ein sehr beschränktes Vergnügen... drum sagen wir: Budapest läuft nicht weg... wer weiß... irgendwann kommen wir bestimmt auch noch nach Budapest. Und so fahren wir lieber bei (wieder) strahlendem Sonnenschein in Richtung Puszta. Wir kommen über einsame Landstrassen, durch kleine Dörfer. Unzählige Kürbis und Pepperonistände säumen den Weg durch die Dörfer. Jeder hat hier was zu verkaufen. Das Land wird flacher und es wird bedeutend wärmer. Die Vegetation ändert sich. Es wird topfeben und steppenmässig. Das endlose Gebirge der Slovakei und Ungarn hat ein Ende... wir freuen uns. Das Thermometer zeigt 22 Grad... der Himmel ist wolkenlos.. die sandige Erde leuchtet mit dem gelben Steppengras um die Wette. Uns gefällts :) Hallo Ungarn :) In Albertisa finden wir einen tollen abgelegenen Parkplatz mit einem Pusztatempel. Wir sehen eine Steintafel mit dem Hinweis, dass wir hier ganz genau in der Mitte von Ungarn sind. Na das ist ja ein lustiger Zufall. Wir machen einen langen Spaziergang mit Amy durch tolle sandige Wälder und sehen eine riesige Rehherde. Mein Gott sind die Rehe groß hier!! Ganz anders als bei uns zuhause. Es wachsen andere Sträucher, andere Bäume und Gebüsche. Man hat einen endlosen Blick in die Puszta. Später sitzen wir in der Sonne am Bus und ein netter Ungar kommt vorbei gefahren. Er hält an und wir halten einen Plausch. Er ist Archäologe und zeigt uns seine Schätze die er hier in der Gegend mit dem Metalldetektor gefunden hat. Alte Münzen und einen uralten Ohrring. Anscheinend aus dem 18. Jahrhundert. Die Sachen bringt er jetzt alle ins Museum. Zum krönenden Abschluß des Tages finden wir hier auch noch einen Frischwasserbrunnen mit Trinkwasser. Suuuuppper... schnell den großen Kanister raus und Wasser getankt im Bus. Was will das Camperherz mehr?? Weiter gehts in Richtung Puszta. In einem kleinen Dorf gehen wir in den Dorfladen. Wir brauchen Vorräte. Ungarn ist relativ billig. Das Einkaufen macht Spaß. Wein bekommt man quasi hinterher geschmissen. Ich leiste mir eine Flasche Merlot für sage und schreibe 1,50Euro. Die Menschen im Dorf sind begeistert von unserem Bus und stehen lachend davor. Selbst die Kassiererin wird rausgeholt um ihn zu begutachten. Dann sind wir drin: Mitten in Ungarns Puszta. Ein Reiterhof reiht sich an den nächsten. Alle Pferde sind super gepflegt und gut im Futter. Ein wahres Reitervolk... die Ungarn. Wir fahren über staubige Piste immer tiefer rein in die Puszta. Bis zum Horizont Steppengras. Der Himmel leuchtet blau... die Steppe gelb.... was für ein Anblick!! Alles ist knochentrocken. Selbst die Seen die hier sein sollten, sind alle ausgetrocknet. Der Staub kommt leider wieder mal (von wo her auch immer) rein in unseren Bus und wir sehen irgendwann fast die Hand vor Augen nicht (IM Auto!!). Überall liegt wieder eine dicke Staubschicht. Was solls... das sind wir inzwischen gewohnt. Wir parken irgendwo im Nirgendwo und frühstücken erst mal. Amy geht gleich auf Mäusejagd. Das Thermometer zeigt wieder 26 grad. Wieder mal hat uns echt die Begeisterung gepackt. Was für ein Anblick!! In Dunapataj finden wir den ultimativen Schlafplatz für die Nacht. Direkt an der Donau. Mit eigenem Sandstrand vor der Nase. Ein Ehepaar kommt auf Fahrrädern vorbei. Er Ungar sie Deutsche - und wir kommen (wieder mal) ins Plauschen. Er erzählt uns, dass die Donau Niedrigwasserrekord seit Aufzeichnungsbeginn hat!! Wow!! Klimawandel lässt grüßen. Aber für uns einfach nur toll. So haben wir nämlich endlose Sandstrände und machen einen tollen Strandspaziergang die Donau entlang. Man könnte Tage so weiterlaufen (eigentlich im Flußbett der Donau). Wir sehen riesige Muscheln und tolle unterspülte Bäume (die jetzt alle im trockenen stehen). Auch unsere Hundenase gefällts. Sie sprintet am Ufer hoch und runter wie eine Verrückte. Zum Abschluß des Tages kriegen wir noch einen Sonnenuntergang zu sehen, der fast schon kitschig ist... so schön ist er. Ein perfekter Tag :) Am nächsten Tag gehts weiter an der Donau entlang. Es ist Chilliernte und wir sehen Felder bis zum Horizont, voll mit Chillis. Wir fahren in das Städtchen Baja nahe der serbischen Grenze und checken dort auf dem Stadtcamping ein. Wir stehen direkt an einem Seitenarm der Donau und sind die einzigen Gäste. Leider ist der Seitenarm auch fast ausgetrocknet und hat kaum Wasser. Nur eine schmale Fahrrinne ist noch übrig. Wir beschließen, unser Boot aufzubauen und die Donau entlang zu paddeln. Gesagt, getan - Hund eingepackt (sie kanns immer kaum erwarten bis sie endlich ins Boot darf) - und los gehts. Wir paddeln den einen Seitenarm rauf, rüber in den nächsten. Kommen vorbei an riesigen Arbeitskähnen und sowas wie einem Industriegebiet. Zugegeben das Wasser ist mehr Plörre als Wasser - aber uns machts trotzdem Spaß. Wir sehen tolle Häuser am Ufer... vom Wasser aus hat man halt doch nochmal einen anderen Blick. Dann kommen wir an einem mexikanischen Restaurant vorbei (was ein Zufall :) und beschließen, hier anzulanden und zum Essen zu gehen. Wir bekommen das Beste mexikanische Essen, dass ich je gegessen habe präsentiert und als wir die Rechnung sehen, staunen wir nicht schlecht. 14,50 Euro für zwei Essen und zwei große Bier!! Da kann man mal nicht meckern. Ungarn... du gefällst uns immer besser :). Dann, am nächsten Morgen, fahren wir weiter Richtung Plattensee. Unser Ziel: Klein-Balaton. Ein kleiner See oberhalb vom Großen. Dafür müssen wir aber über die Donau - und das stellt sich als gar nicht so leicht heraus. Die Odysee beginnt. Es gibt nicht weit entfernt eine Autobahnbrücke. Wir haben aber keine Vignette, also fällt das aus. Unser Navi führt uns weiter in Richtung Norden nach Kalocsa. Dort soll es eine Autofähre geben - ja Pfeifendeckel - die gab es mal!! Weiter gehts Richtung Norden (wir wollten eigentlich gar nicht so weit hoch) nach Uszod. Dort soll es auch eine Fähre geben. Tut es auch.. aber nur für Personen... nicht für Autos. Hhmmmpfff!!! In Solt finden wir dann eindlich eine Brücke rüber auf die andere Seite der Donau. In Dunaujvaros beschliessen wir, nochmal auf einen Campingplatz zu gehen (wird hier empfohlen schluck). Zum Glück kostet der nur noch 8 Euro. Die Saison ist zu Ende... wir sind die einzigen Gäste. Wir freuen uns riesig, knallen uns in die Sonne und zocken den ganzen Mittag Backgammon. Alles toll - ABER: Ungarn hat eine Wanzenplage (inzwischen hören wir - Deutschland auch). Es sind tausende. Sie schwirren um unsere Köpfe und fliegen alle auf unseren Bus (verwechseln sie ihn mit einer Blumenwiese?). Wir riegeln ihn hermetisch ab (denken wir).. dann gehts schon. Abends wollen wir duschen und uns trifft fast der Schlag!! Ja pfuideifel... das sind die eckligsten Waschräume die wir je gesehen haben. Die Ungarn haben wohl keinen Bock mehr zu putzen (schon länger?), weil die Saison zu Ende ist. Überall Klopapier, Dreck und Wanzen Wanzen Wanzen. Tote, lebendige... sie sind einfach überall. Das erste mal schmeiß ich quasi das Handtuch - hier kann ich nicht duschen - NEVER!! Wir nehmen dann die "kleine" Dusche im Bus. Wasser haben wir ja genug. Doch dann sehen wir auch im Bus - überall Wanzen!! Sie sind in den Türdichtungen im Vorhang in den Rollos !! Sie sind überall!! Bäh-Bäh-Bäh... da kann man schon mal das große krabbeln auf seinem Körper spüren. Wir "entwanzen" sogut wir können und gehen mit einem einigermaßen eckligen Gefühl ins Bett. Am nächsten Morgen wollen wir nur noch weg hier, packen zusammen und finden nochmals bestimmt 50 Wanzen im und aussen am Bus. Sie sind sogar in die Dachboxen gekrochen. Ja heilix-blechle... so ein Scheiß!! - Ungarn: WIR HABEN EIN WANZENPROBLEM!! Wir kommen am "Klein-Balaton" an. Der Velence-See gefällt uns gleich super. Wir finden gleich ein riesiges Wiesenareal direkt am Wasser, wo wir kostenlos übernachten können. Aber leider auch hier: Wanzen! Nicht ganz soviele wie gestern, aber immer noch genug. Aber man kann wenigstens entspannt in der Sonne sitzen - und genau das tun wir auch den Rest vom Tag. Ein paar Einheimische Angler sind hier... ansonsten sind wir allein mit unserem See. In Sukoro sehen wir von weitem einen coolen weißen Turm über der Stadt auf einem Hügel stehen. Wir beschließen hinzufahren. Für einen kleinen Obulus darf man hinaufsteigen und hat einen wahnsinnsblick über den Velence-See und das Städtchen Sukoro- indem sich viele reiche Budapester ihre Ferienvillen hingestellt haben. In Velence selber finden wir sogleich wieder einen tollen riesigen Wiesenplatz direkt am See. Das muss man hier mal erwähnen: so viele freie Stellplätze haben wir das letzte mal in Skandinavien gefunden. An jeder Ecke findet man einen tollen Platz. Wir parken wieder mal direkt am Wasser und beschließen, unser Boot aufzubauen. Der See ist nämlich voll von riesigen Schilfinseln. Und zwischen diesen Inseln gibt es freie Fahrrinnen, wo man mit dem Kanu durchfahren kann. Was für ein Spaß!! Wir paddeln raus auf den See und rein in das riesige Schilflabyrint. Immer wieder müssen wir umdrehen, weil sich plötzlich das Schilf wieder schließt. Es ist ein richtiges Labyrinth und macht wahnsinnig viel Spaß. Zurück am Bus, essen wir was und als die Sonne tiefer steht, beschließen wir nochmals rauszupaddeln - quasi eine Sonnenuntergangsfahrt - und die hat sich dann auch mal gelohnt. Die Sonne strahlt gegen Abend das trockene Schilf an und es leuchtet in strahlendem Gelb. Dazu das blaue Wasser und der blaue Himmel - Einmalig!! Und als sie dann riesengroß und glutrot am Horizont untergeht - sind wir einfach nur glücklich. Was für eine Paddeltour!! (Unser Hund hat diesen spektakulären Sonnenuntergang im Boot verschlafen - das Geschaukel hat sie grad eingeschläfert:) Am nächsten Tag fahren wir nochmals an den Ortsrand von Velence und gehen lange spazieren. Gleich hinter dem Berg der Stadt beginnt wieder die Steppe mit ihrem sandigen Boden. Ein Genuss zum wandern. Dann checken wir in Velence im Camping ein für zwei Tage. Endlich mal wieder eine richtige heiße Dusche (ist nötig) und in zwei Tagen gehts weiter an "Groß-Balaton". Dann kommt nämlich meine Mutter und ihr Mann und wir werden eine Woche zusammen in einem (richtigen) Haus verbringen (Freu freu) Dann ist es soweit. Wir machen uns auf den Weg an Groß-Balaton. Schon von weitem sehen wir den tollen See. Das Wasser ist einladend hellblau (wie schön im Gegensatz zu der braunen Brühe am Velence-See). Wir kommen nach Balatonfüred. Der Place-to-be am Balaton!! Alles ist auf Tourismus ausgelegt. Ein Hotel reiht sich ans nächste... aber das ist uns erst mal egal. Wir fahren ans gemietete Haus und treffen nach 6 Monaten endlich wieder meine Mutter und ihren Mann Fritz. Das Wiedersehen ist schön... wir haben uns lange nicht gesehen. Und als wir das Haus sehen, kriegen wir große Augen. Wunderschön mit eingezäunten Garten (einmal Freude bei Hund Amy). Ein kleiner Pool, eine Grillstelle, eine Terasse, eine tolle Küche, eigene Schlafzimmer UND: ein eigenes Bad für jeden. Juhuuu!!! Luxus pur. Ich sehe mich schon ausgiebig heiß duschen ohne Zeitbegrenzung. Wir trinken erst mal einen Begrüßungssekt und dann gehts ab an den See. Der Plan: Zur Feier des Tages gehen wir original ungarisches Gulasch essen. Und das ist mal lecker lecker lecker. Ein toller Start in unsere gemeinsame Woche. Dann wieder zuhause heißt es erst mal Päckchen auspacken. Eins von Tante und eins von Oma. Und viele Sachen wie Ersatzteile usw. die Mutter mitgebracht hat. Wir fühlen uns wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen :) Kilian kriegt seine neuen Stoßdämpfer, ich Klamotten, Socken, Süssigkeiten und und und. Danke Oma, danke Opa, danke Gote, danke Mama und Fritz, danke Rosi :) Am nächsten Tag flanieren wir am Hafen entlang durch Balatonfüred. Es ist toll hier. AUCH weil nämlich fast keine Touristen mehr da sind. OK es hat schon viel geschlossen, aber das macht nix... wenig Menschen ist uns wichtiger. Und ja : Es ist echt toll hier. Alles ist schön hergerichtet. Wir sehen teure Segelboote im Hafen liegen und genehmigen uns einen Drink im Cafe. Hier kann man es aushalten. Der blaue See glitzert in der Sonne. Uns gefällts wieder mal :) Am Abend kocht uns dann meine Mutter einen Schweinebraten (freufreu).... und ja der schmeckt halt, wie er bei Muttern schmecken muss. Und dann wird gezockt bis spät in den Abend hinein. Am Dienstag gehe ich dann erst mal zum Zahnarzt. Eine Krone ist abgebrochen (schon in Tschechien). Er flickt sie mir notdürftig.. zuhause muss ich sie mir neu machen lassen... aber er meint, dass das so nochmal mindestens ein Jahr hält. Na das hört sich doch mal gut an. Kosten: sage und schreibe 10 Euro!! Dann fahren wir nach Tihany. Eine schöne Halbinsel am Balaton mit einer super Kirche ganz oben auf dem Berg. Auch hier ist natürlich alles ziemlich auf Tourismus ausgelegt. Ein Souveniershop reiht sich an den nächsten. Aber es ist schön, das kleine Städtchen Tihany. Wir sehen viele Häuser mit Reetdächenr, alle ziemlich herausgeputz und einen traumhaften Blick über den Balaton. Und auch hier: fast keine Menschen. Oktober am Balaton... man kann es nur empfehlen. Die nächsten Tage sind schön, wir sind faul, wir spielen viel und geniessen das beisammen sein. Viel zu schnell heißt es Haus räumen und Abschied nehmen. Machts gut ihr zwei und vielen vielen Dank für alles. Es war schön Euch zu treffen. Wir fahren weiter am Balaton entlang. Unser Plan: das Städtlein Heviz. Hier soll es heiße Thermalquellen geben und wir träumen davon, darin zu baden. Es bleibt dann auch beim träumen, denn hier in Heviz sind Hunder fast überall verboten - und so machen wir halt nur eine Stadtrundfahrt und dann gehts weiter.... In Ballatonmariafürdö finden wir einen tollen Wiesenplatz direkt am Wasser. Das Wetter ist (noch) schön und so setzen wir uns in die Herbstsonne und geniessen die Wärme. Der Wetterbericht sagt schlechtes Wetter voraus, aber das hat hier in Ungarn nichts zu sagen haben wir gemerkt. Doch dann, tatsächlich, am nächsten Morgen weht ein eisiger Wind. Wir haben nur noch 12 Grad (die sich im Wind anfühlen wie 5!). Der See wirft hohe Wellen und es regnet bunte Blätter. Wir besuchen den Ort Fanyo. Hier kann man ganz oben auf einen Turm steigen und hat dann einen super Ausblick über den ganzen Balaton. Hier oben stehen alte verlassene Villen, viele sind zu verkaufen und baufällig, und fast alle stehen leer. Haben die Menschen die hier gelebt haben kein Geld mehr? Oder haben sie jetzt noch mehr Geld und wohnen direkt am See irgendw?? Fragen über Fragen - nichts genaues weiß man. Dann fahren wir noch nach Balatonlelle und finden (schon wieder) einen tollen Wiesenplatz direkt am See. Zum Glück sind hier keine Touristen mehr, denn dann wäre es unmöglich so nahe am See zu campieren. Auch hier in Balatonlelle reihen sich Hotels, Restaurant, Ferienhäuser und Campingplätze aneinander. Aber absolut alles hat schon geschlossen. Die Saison ist definitiv vorbei, und im Herbst verirren sich (ausser uns) keine Touristen mehr hier her. Die einzigen Menschen die wir noch sehen, sind ein paar Einheimische Angler - und die sind alle superfreundlich und entspannt (wahrscheinlich gerade weil keine Touristen mehr hier sind). Dann gehts weiter Richtung Sifork, aber kurz vorher biegen wir ab ins Hinterland. Weg vom Balaton. Und kaum ist man etwas abseits, sehen wir gleich viele alte baufällige Häuser in den kleinen Dörfern. Ist am Balaton alles herausgeputzt und schick, ist hier hintendrüben alles eher ärmlich und alt. Man sieht ganz klar: Das Geld sitzt am Balaton. Unser Tacho zeigt uns an, dass wir jetzt 20 000 km hinter uns gebracht haben. Wir cruisen etwas durchs Hinterland, steigen im Wald hoch auf eine Burgruine und beschliessen dann doch, wieder zurück an den Balaton zu fahren. Der Himmel ist wieder mal wolkenlos und alles leuchtet in rot-gelb-braun-Tönen. Noch eine Übernachtung am großen See, dann gehts weiter Richtung Kis-Balaton. Ein kleiner See nebenan, der fast komplett Naturschutzgebiet ist. Ein 3500qkm große Sumpfgebiet beherbergt hier seltene Vögel wie z. B. den Silberreiher und viele andere Vögel- Kranich- und Reiherarten. Nur eine kleine Halbinsel ist für Touristen zugänglich. Hier gibts einen großen Parkplatz, auf dem wir auch übernachten dürfen. Dann gehts los, die Insel erkunden. Es gibt zwei Aussichtstürme auf die unser Hund tapfer mit hochsteigt. Man hat einen tollen Blick über den See und wir sehen viele Vögel und Kraniche. Der Kis Balaton ist auch zusätzlich ein natürliches Reinigungssystem für den Groß-Balaton, denn er lässt sauberes Wasser reinfließen, was wohl auch notwendig ist, denn der Groß-Balaton ist schon extrem zugebaut. Ein Dorf geht fast übergangslos ins nächste über und alles ist durchgehend auf Tourismus ausgelgt. Somit ist es schon gut, dass hier die ganzen Vogelarten ein Rückzugsgebiet haben. Nach einer stürmischen Vollmondnacht, fahren wir am nächsten Morgen 30 km weiter zu unseren Freunden Stephan und Dani. Wir steuern ihr Haus an, das sie letztes Jahr gekauft haben. Was für ein schönes Wiedersehen nach über 6 Monaten. Wir freuen uns riesig, die zwei wieder zu sehen. Dann wird erst mal das riesige Grundstück und das alte Häuschen aus den 1920er Jahren besichtigt. Der Wahnsinn was die zwei hier schon geschafft haben. Es gibt inzwischen einen großen Pool, einen großen Fischteich, einen Gemüsegarten, Sitzgelegenheiten in jeder Ecke und für jedes Wetter, ein neues Bad mit einer großen Eckbadewanne (freufreu) und und und. Auch unser Hündchen ist total aus dem Häuschen. Gibt es hier doch die zwei großen Hunde Lou und Mariechen und zudem ein eingezäuntes Grundstück. Das lässt doch das Hundeherz höher schlagen. Die drei toben bald schon ausgiebig durch den Garten. Wir freuen uns auf eine schöne Woche mit unseren Freunden. Nur faulenzen ist nicht angesagt. Die zwei haben hier mit dem riesigen Garten natürlich immer genug zu tun, und auch wir müssen Stoßdämpfer wechseln, Öl wechseln, Wasserpumpe wechseln und dringend den ganzen Bus ausräumen und putzen (hat er bitter nötig). Wie sehr, sehen wir erst, als wir anfangen ausräumen. Überall ist der Staub aus der Puszta eingedrungen. Wir müssen komplett alles ausräumen und putzen. Trotzdem geniessen wir die Tage Die zwei kochen lecker für uns auf ihrem Holzküchenherd. Ein uriges Gefühl, hier in der alten Küche zu sitzen. Das Feuer prasselt im Ofen und es riecht lecker. Mittags fährt irgendwann ein Pferdegespann vor. Sinti und Roma holen hier mit Pferdekarren Sperrmüll, Schrott usw. ab. Entsorgen entweder die Sachen, oder verwerten es selber. Man fühlt sich um Jahrhunderte zurückgesetzt hier. Uns gefällts. Auch die Nachbarn sind alle superfreundlich und haben wohl kein Problem damit, dass jetzt hier Deutsche (zeitweise) leben. Nach ein paar Tagen heißt es dann weiterziehen. Zimmer geräumt, Auto gepackt, Reiselust im Nacken und los gehts. Danke ihr Zwei für die Einladung. Wir fahren weiter Richtung Rumänien und finden nach einigen Stunden einen netten See bei Pecs. Hier können wir gut übernachten. Abends noch in zwei Stunden um den See gewackelt bei immer noch 25 Grad Aussentemperatur. Ein warmer Fönwind blässt über den See... und das Ende Oktober. Völlig verrückt. Wir kriegen Bilder von zuhause mit dem ersten Schnee!! Igitt... ein breites Grinsen zieht über unser Gesicht. Dann gehts es weiter Richtung Osten. Wir überqueren die Donau. Uns fällt (schon mehrfach) auf, dass hier in Ungarn an jeder Baustelle, an jedem Bauprojekt, einfach fast überall das EU Schild hängt. Will heißen: sponsored bei EU!! Es müssen Milliarden sein, die hier ins Land fließen, denn es gibt viel zu richten. Ungarn ist ein sehr armes Land und ohne die Hilfen, würde es hier überall noch so schlechte Straßen wie im Hinterland geben. Einerseits toll.... andererseits stimmt es einem ein bisschen nachdenklich. Schließlich haben sich die Ungarn komplett geweigert, Flüchtlinge aufzunehmen (wir haben auch in fünf Wochen nicht einen gesehen)!! Wir checken Nachmittags nochmals auf dem Campingplatz in Baja ein. Hier waren wir vor fünf Wochen schonmal. Baja ist ein nettes Städtchen und wir parken direkt an der Donau. Der Wetterbericht bringt wolkenlos für den nächsten Tag... drum beschließen wir... zwei Tage hier zu bleiben und uns nochmal faul in die Sonne zu stracken bevor wir morgen, spätestens übermorgen nach Rumänien einfahren werden.

Fazit Ungarn: Das Land der Thermalbäder, das Land der tollen tollen Puszta, das Land der Paprikas und Chillis, das Land der freundlichen Menschen. Wir waren über fünf Wochen hier, und schon gleich in den ersten Tagen, haben wir uns sehr sehr wohl gefühlt in Ungarn. Zugegeben, wir sind ausserhalb der Saison hier. Die Menschen sind entspannt, freundlich und offen (wahrscheinlich gerade, weil endlich die ganzen Touristen weg sind). Wir waren in der Puszta, in der Steppe, am Klein-Balaton, am Groß-Balaton und am Kis-Balaton. Zusätzlich an der Donau und im Landesinneren - will heißen: wir haben viel viel gesehen von Ungarn. Zudem kam das wahnsinns Wetter hinzu. Fast nur Sonne, fast immer warm. Ungarn hat einen schönen Eindruck hinterlassen bei uns und wir werden noch oft an dieses tolle Land zurückdenken.


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