Xiamen und Hong Kong
In Xiamen angekommen ging es erst mal mit dem Bus Richtung Hostel (das dieses Mal auch tatsächlich an beschriebener Stelle zu finden war!!!). Auf der Busfahrt war noch deutlich...


Veröffentlicht: 24.10.2016














































Vietnam fing sensationell an, nämlich mit der Erfüllung eins Kindheitstraums. Aus dem Flughafen raus laufen und einmal der Typ sein, der von einem gut gekleideten (im Anzug) Asiaten mit eigenem Namensschild abgeholt wird. Erledigt!!! Wir fuhren direkt zu unserem Hostel (Hanoi Rocks) mitten im Old Quarter von Hanoi. Ich lernte in meinem kuscheligen 14er Dorm gleich Will aus Neuseeland kennen und Rahel machte es sich in ihrem 20er Frauenzimmer bequem. Wir verabredeten uns für die erste Runde Freibier um 18 Uhr in der Lobby, um die weiteren Tage zu planen, bevor wir die Stadt etwas näher kennen lernen wollten und das ein oder andere Essen und Trinken wollten.
Pünktlich zum Freibier lernten wir dann auch den Rest des Hostels kennen: Betrunkene Engländer. Aufgrunddessen und wegen der Wetterprogrone zogen wir unseren geplanten Trip nach Halong Bay kurzerhand um einen Tag vor und gingen anschließendmit ein paar Leuten aus.
Auf den Straßen in Hanoi herrscht Chaos, überall kleine Restaurants, Bars, Menschen und am Wochenende ist Nachtmarkt, also Fahrverbot für Motorräder und Autos. Trotzdem waren wir fasziniert und überwältigt von dem in sich schlüssigen Chaos das sich vor uns abspielte.
Wir gingen früh ins Hostel zurück, um für den kommenden Tag halbwegs fit zu sein und um unser Gepäck zu richten.
Es war eine kurze Nacht, denn um 7 Uhr morgens ging es ab nach Halong Bay und ein 14er Dorm ist eben kein besonders ruhiges Plätzchen, besonders wenn man sich das Zimmer mit 4 Jungs aus Leeds teilt, die schon nach dem Freibier um 18 Uhr hätten besser schlafen gehen sollen.
Die 2h Busfahrt bis zum Umstieg in ein Schnellboot, das uns zu unserem eigentlichen Boote brachte, verging wie im Flug und wir konnten noch ein bischen Schlaf nachholen (auch wenn die Busse nicht europäische Maße haben, Beinfreiheit ist hier definitiv ein Fremdwort).
Endlich angekommen bei unserem Boot begann das Abenteuer "Cocktail Cruise" erstmal mit einem Willkommensdrink und einer Einführung in das Tagesprogramm durch unseren Guide Thin (oder wie man ihn auch immer schreibt). Es war eine nette Gruppe bestehend aus 15 Mädels aus den unterschiedlichsten Ländern (Holland, Belgien, Deutschland, England), einem Neuseeländer (der allerdings auch als Chinese durchgegangen wäre) und uns. Um dem ersten Smalltalk schnick schnack zu entfliehen haben wir uns erstmal auf das oberste Deck zurück gezogen und die Landschaft und die Ruhe in vollen Zügen genossen. Sensationelle Aussicht, wunderschöne Inseln und kaum ein anderes Boot um uns herum. Unsere Reise ging nicht zu den höchsten, tollsten und bekanntesten Inseln, dafür waren wir alleine unterwegs ohne auf zig tausend andere Touriboote zu treffen.
Unser erster Stop war mitten im nirgendwo, um auf 2er Kajaks umzusteigen und eine Stunde quer durch Höhlen, eine Lagune und das offene Meer zu schippern. Einen Affen haben wir auch zu Gesicht bekommen, war also alles dabei. Traumhafte Natur, ein bischen Tierwelt und einfach ein lustiges Erlebnis, vor allem in einer Frauengruppe. Sensationell :-) !! Aber wir hatten auch Glück, denn als wir starteten war alles ruhig und Natur pur, so wie die gesamte Fahrt, doch bei unserer Rückkehr standen ca. 15 andere Boote voll mit Touris da, die ebenfalls bereit für ihre Kajaktour waren. Das war alles andere als ruhig und Natur pur...
Also nichts wie rauf auf unseren Cocktail Cruiser und mit einem kurzen Schwimmstop weiter Richtung Cat Ong Island. Eine traumhaft schöne Insel auf der wir übernachteten, die 50 Personen Platz bietet und vier verschiedene Strände hat. Was will man mehr? Geplant war eigentlich am nächsten Tag gegen Mittag aufzubrechen, um so noch Zeit zu haben, die Insel zu erkunden, doch da ein Taifun im Anflug war mussten wir schon um 8 Uhr morgens von der Insel gebracht werden. Auch Nachts war schon ein guter Sturm unterwegs, der uns das ein oder andere Kleidungsstück beraubt hat.
Zurück ging es dann erst mit einem Boot auf die Hauptinsel Cat Ba, und von dort aus mit dem Bus quer über die Insel zum Schnellboot zurück. Nicht so schön wie gehofft, aber mit einem Taifun ist eben nicht zu spaßen. Der Taifun drehte im Verlauf des Tages zwar noch ab und verschonte Vietnam, aber man kann ja nie wissen und von daher gilt immer noch safety first.
Zurück in Hanoi haben wir uns erstmal für erholsameren Schlaf in einem Hotel für 2 Nächte eingemietet und gingen ausgiebig Essen und früh schlafen.
Den nächsten Tag nutzten wir um Hanoi besser kennen zu lernen und die folgenden Tagen zu planen. Sa Pa im Norden mit seinen weltberühmten Reisfeldern stand ganz hoch im Kurs, also erkundigten wir uns in einem "Reisebüro" oder was es auch immer war (hatte noch eine Apotheke im Hinterzimmer) , was es gibt und was es kostet, um die Tour letztendlich dann doch wieder im Hanoi Rocks zu buchen. Zum Abendessen verabredeten wir uns noch einmal mit Chloe und Will, hatten ein hammer Essen (waren in einem Restaurant, indem es nur 2-3 Gerichte gibt, aber die schmecken dafür sensationell!!) , tranken noch ein paar Bierchen und tauschten uns über Halong Bay und Sa Pa aus (die zwei gingen tags drauf nach Halong Bay und wir ja nach Sa Pa).
Am nächsten Tag hieß es dann auschecken und noch ein bischen Zeit in Hanoi verbringen bevor es mit dem Sleeperbus um 21 Uhr (tatsächlich natürlich um 22 Uhr, die Vietnamesen sind viel, aber sowas von weit weg pünktlich zu sein, unfassbar!) Richtung Sa Pa ging. Der Sleeperbus ist eigentlich eine coole Erfindung, aber man sollte definitiv nicht größer als 1,75m sein um eine halbwegs entspannte Fahrt zu haben. Alles was über dem Gardemaß des Vietnames liegt (ich würde eher auf 1,70m tippen) hat es schwer, ungefähr so schwer wie ein paar Schuhe in Hanoi zu kaufen, sobald man größere Füße hat als Schugröße 41, als Mann versteht sich. Bei Frauen ist glaube ich 38 schon kritisch. Alles eben auf den einheimischen Markt zugeschnitten ;-).
Wir erreichten Sa Pa jedenfalls so gg 4 Uhr morgens und durften dann noch bis 6 Uhr "weiter" schlafen. Danach ging es mit dem Taxi zu unserem Homestay, kurz Sachen ablegen, Frühstücken und um halb 9 begann die erste Wanderung mit unserer niedlichen Reisfühererin Ku (oder wie man sie auch immer schreibt). Unsere Gruppe bestand aus 5 Personen, Beccy aus Newcastle, Tom aus London, Stefan aus Linz und uns beiden, alle so ungefähr im selben Alter. Eine super Gruppe und auch die perfekte Größe, nicht zu klein (wir haben auch zwischendurch einzelne Personen mit einem Guide gesehen) und nicht zu groß (es gab natürlich auch 20iger Gruppen). Ku führte uns über Berge, durch den Dschungel, über Kilometer von Reisterassen und über Flüsse. Unfassbar schöne Natur und das obwohl wir nach der Erntezeit hier waren und es nicht mehr so schön grün überall war. Wir gingen durch kleine Dörfer, durch eine Schule und nahmen unser Lunch einfach auf einem großen Stein auf irgendeinem Fluß ein. Trotzdem trafen wir am ersten Tag nicht auf arg viele Menschen und andere Reisegruppen (die haben wir erst am zweiten Reisetag alle angetroffen). Von daher wieder richtig Glück mit unserer Route und auch mit Ku gehabt. Wir konnten alles Fragen, wie z.B. Das mit dem Reisanbau funktioniert, wie die Leute hier Leben, auch persönliche Dinge über ihre Ehe etc. War schon komisch iwie, dass die hier in Holzhütten leben, Viehzucht und Reisanbau wie vor 100 Jahren betreiben, aber ein Smartphone und Wifi besitzen. Am Abend haben wir dann nach einem super leckeren Essen in unserer Homestay und nach dem ein oder anderen Bier (bei Stefan waren es definitiv mehr, ich habe noch nie jemand getroffen, der so schnell trinkt!!! Großes Talent mein Junge!!) wilde Gedanken über die Bewohner angestellt und warum sie das Internet nicht mehr nutzen, um sich das Leben zu vereinfachen. Aber in einem Dorf indem der Mann die Frau aussucht und unter Umständen 3 Tage lang entführt (Ku`s Wortlaut: getting kidnapped), um bei der Familie des Mannes 3 Tage zu verbringen, damit die Eltern beurteilen können, ob die Frau was taugt oder nicht und um danach zu den Eltern der Frau zu gehen (mit Geld und einem Schwein, das Geld ist Mitgift und das Schwein wird bei der Hochzeit gegessen), um um die Hand anzuhalten wird das Internet nicht alle Probleme lösen können... Aber wir hatten auf jeden Fall genug lustige Ideen und Theorien über das was da so vor sich ging.
Am nächsten Tag sind wir noch einmal 3 Stunden unterwegs gewesen. Unter anderem waren wir bei einem Wasserfall, da war natürlich Touriauflauf ohne Ende, bevor wir wieder nach Sa Pa gebracht wurden, um von dort aus mit dem Sleeperbus zurück nach Hanoi zu fahren (Abfahrt 16 Uhr, von daher war nicht viel mit sleeping).
Wir waren gg 22 Uhr in Hanoi und nach einer Runde Skype mit meiner Nichte Sophie zu ihrem ersten Geburtstag (Gruß an dich, süße Maus) gingen wir dann noch mit den anderen aus, denn Tom hatte ebenfalls Geburtstag. Und der wurde dann doch ausgiebiger gefeiert als gedacht..... Eigentlichtlich nicht so schlimm, wäre am nächsten Tag nicht schon wieder Abreisetag gewesen.....