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Unser Reiseblog für Freunde, Familie oder auch einfach Interessierte an unseren Eindrücken. Thailand, Laos, Vietnam, Marokko und bald hoffentlich noch viel mehr ... - Franzi + Jonas
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3 Tage im Dschungel

Aussicht aus unserem CampAussicht aus unserem CampAussicht vom Stopp zum Mittagessen am zweiten TagAussicht aus unserem CampKaren Hill Tribe VillageWasserfall vom ersten TagWasserfall am zweiten TagUnser Schlafzimmer, links die MoskitonetzeUnser Schlafzimmer: oben offenMittagessen an Tag 1: Reis mit Ei auf Bananenblätterwandern, wandern, wandernDie 49-jährige ElefantendameFranzi fütter den jüngsten ElefantenUnser Essenstisch im Camp

[von Franzi] Wer kann schon von sich behaupten, dass er 3 Tage im Dschungel war? Wir! Aber fangen wir doch mal am Anfang an.

Bevor es am Sonntag Morgen losging, waren wir sehr skeptisch, ob die Tour gut wird und was uns da erwartet. Wir hatten vereinbart, wenn es für einen von uns nicht mehr geht, dann ist Schluss und wir brechen ab, obwohl wir gar nicht so recht wussten, ob das überhaupt möglich ist. Die Fahrt nach Chiang Mai, das Hostel und auch diese Tour hatten wir über ein und dasselbe Touristenbüro in Bangkok gebucht. Über die chaotische Fahrt haben wir ja ausführlich berichtet und das Hostel hier ist (wir bleiben hier noch bis Donnerstag) wirklich sehr basic, hat nicht mehr als man braucht, ist aber dennoch sehr oldschool und 100%ig zufrieden sind wir nicht, aber was soll´s. Und genau daher kamen unsere Zweifel...

Am Sonntag Morgen gegen 9 Uhr ging es los. Wir wurden von einem PickUp Truck abgeholt, wo auch schon unsere Mitstreiter drin saßen und auch unser Tourguide war dabei. Wir hatten alle nur einen kleinen Rucksack für die paar Tage dabei, die großen Backpacks haben wir im Hostel gelassen. Unser erster Stopp nach ca. 40min Fahrt war ein kleiner local market, wir fanden ihn jetzt nicht allzu spannend, aber es war eine gut Gelegenheit mal mit unseren Mitstreitern ein wenig Kontakt aufzunehmen und unser Tourguide hat erstmal das Essen für die nächsten Tage eingekauft. Nach weiteren 40min Fahrt sind wir dann mitten im nirgendwo ausgestiegen und es ging los. Mit unserem zweiten Tourguide, dem sogenannten „Jungle man“, ging es 1,5 Stunden durch den Dschungel, größtenteils bergauf. 

Wir kamen an einem wundervollen Wasserfall an, wo wir etwas zu Essen bekommen haben: Warmer Reis mit Ei in einem Bananenblatt eingewickelt! Dazu hatten wir etwas Zeit ins Wasser zu gehen.


Mittagessen an Tag 1: Reis mit Ei auf Bananenblätter
Mittagessen an Tag 1: Reis mit Ei auf Bananenblätter


Wasserfall vom ersten Tag
Wasserfall vom ersten Tag


Nach ca. 2h ging es für 20min weiter durch den Dschungel zu den Elefanten. In diesem Camp leben vier weibliche Elefanten (49, 45, 11 und 10 Jahre alt), diese sind zutraulicher mit Menschen und laufen nicht weg. Den sogenannten Mahuts (Bezugspersonen der Elefanten) geht es darum, dass es den Elefanten, die sie aus der Sklaverei befreit haben, gut geht und sie glücklich sind, deshalb kann man sie in diesem Camp auch nicht reiten. Wir konnten aber mit ihnen baden gehen. Die 45-Jährige war schwanger und hatte an diesem Tag anscheinend keine Lust auf Touristen, weswegen sie einfach nicht zu uns gekommen ist, als sie gerufen wurde. Völlig okay, denn es geht ja darum, dass es den Elefanten gut geht und sie zu nichts gezwungen werden. Alle haben eine kleine Schüssel bekommen und wir sind bis zu den Knien ins Wasser gegangen, dann haben wir angefangen, die Elefanten nasszuspritzen. Das war ein Spaß, auch den Elefanten hat es gefallen. Die jüngste hat sich immer wieder auf die Seite ins Wasser gelegt und hatte sichtlich Spaß dabei. Immer wieder sind die Elefanten näher zu uns gekommen und man konnte sie streicheln. 

Nachdem die Dickhäuter dann gewaschen und sauber waren, ging es ein Stück den Berg hinauf ins eigentliche Camp. Wir haben einen großen Bottich voll Bananen und Bambus bekommen und konnten die Elefanten damit füttern. Echt beeindruckend, wie elegant sie das Essen mit dem Rüssel einem aus der Hand nehmen. 


Die 49-jährige Elefantendame
Die 49-jährige Elefantendame


Franzi fütter den jüngsten Elefanten
Franzi füttert den jüngsten Elefanten


Wir hatten noch ein wenig Zeit bei den Elefanten bevor es für weitere 30min Fußmarsch durch den Dschungel, auch diesmal hauptsächlich aufwärts, zu unserem Camp in Karen Village ging. Unser „Haus“ lag etwas abseits von dem richtigen Village, aber das Haus war dennoch im gleichen Stil gebaut, da es der Schwester von unserem Tourguide gehört. Beide sind Mitglieder von Karen Hill Tribe. Wir hatten eine atemberaubende Aussicht zu genießen, waren fertig vom Tag und froh angekommen zu sein.
Im Camp gab es nur kaltes Wasser, was das Duschen etwas ungemütlicher gestaltet hat und auch die Toilette wurde mit Wasser aus einem nebenstehenden Bottich per Hand abgespült.
Bevor es Abendessen gab, was von unserem Tourguide und seiner Schwester frisch gekocht wurde, war noch ein wenig Zeit, die wir mit einer Unterhaltung mit den anderen gefüllt haben.

Gegessen wurde an sehr niedrigen Tischen aus Bambus, also saßen wir auf dem Boden der auf Stelzen stehenden Holzhütte. Nachdem alle aufgegessen hatten, haben wir mit einem kalten thailändischen Bier „Chang“ gemeinsam am Lagerfeuer gesessen. Unser Tourguide hat ein wenig über seinen Stamm, den Karen Hill Tribe, erzählt, wir saßen zusammen und haben einfach nur den Abend ausklingen lassen.


Unser Essenstisch im Camp
Unser Essenstisch im Camp


[von Jonas] Als es dann langsam Zeit wurde ins Bett zu gehen gingen wir in den für uns vorgesehenen Raum, den wir uns mit einem netten französischen Pärchen teilen mussten. In dem Holzraum lagen 5 ca. 1cm dicke Matratzen und an der Wand hingen Moskitonetze. Trotz der Matratzen lagen wir gefühlt direkt auf dem harten Holzboden und wir waren froh unsere Hüttenschlafsäcke mitgenommen zu haben. Auf der Seite schlafen war aber trotzdem nicht drin, dafür war der Boden einfach zu hart. Das gute war jedoch, dass die Wände des „Zimmers“ nicht bis zum Dach reichten, wodurch wir immer frische Luft hatten, die Nachts sogar auf ca. 23 Grad abgekühlt ist. Es war auch mal ganz angenehm ohne Klimaanlage gut schlafen zu können. Außerdem war es erstaunlich, oder schon fast beängstigend, wie extrem man den Unterschied der Luftqualität zwischen asiatischer Großstadt und Dschungel gemerkt hat.


Unser Schlafzimmer, links die Moskitonetze
Unser Schlafzimmer, links die Moskitonetze


Unser Schlafzimmer: oben offen
Unser Schlafzimmer: oben offen


Der zweite Tag im Dschungel war nicht so sehr mit Programm gefüllt wie der erste. Wir konnten erst einmal schlafen bis wir durch Licht und Geräusche des Dschungels wach wurden. Zum Frühstück gab es Toast mit Erdbeermarmelade, vermutlich selbst gemacht.

Dann ging es auch schon recht schnell los uns wir machten uns mit dem Jungle Man auf den Weg zu einem weiteren Wasserfall. Hier war wohl eher der Weg das Ziel: Tiefster Dschungel mit allem was dazu gehört. Der Großteil des Weges bestand aus einem kleinen Pfad, der immer wieder von umgestürzten Bäumen oder mittelgroßen Bächen blockiert wurde. Außerdem legte der Jungle Man ab und zu einen Stopp ein, um uns große exotische Spinnen zu zeigen. Nach guten 2 Stunden Fußmarsch über den Berg kamen wir dann am Wasserfall an und konnten ein bisschen entspannen und ein paar Fotos machen.


Wasserfall am zweiten Tag
Wasserfall am zweiten Tag


5 Gehminuten weiter war ein weiteres Dorf des Karen Hill Tribe und dort bereitete der Jungle Man, der übrigens immer mit Steinschleuder und einer riesigen Zigarette aus selbst angebautem Tabak und getrockneten Bananenblättern unterwegs war, eine Nudelsuppe zu. Die Einheimischen aßen selten mit uns, da es ihnen nicht scharf genug war.


Aussicht vom Stopp zum Mittagessen am zweiten Tag
Aussicht vom Stopp zum Mittagessen am zweiten Tag


Karen Hill Tribe Village
Karen Hill Tribe Village


Nach weiteren 40 Minuten Entspannung in der Sonne, die manche sogar mit einem kleinen Mittagsschlaf füllten, ging es wieder zurück zu unserem Camp. Dieses Mal über einen einfacheren Weg um den Berg herum, wofür wir lediglich eine Stunde brauchten.

Als wir im Camp ankamen saßen dort zu unserem Erstaunen einige Menschen, die sich in typischem, lautstarken Spanisch unterhielten. Wir hatten extra eine Tour mit einer relativ kleinen Gruppe gebucht, damit man mit den einzelnen Personen mehr zu tun hat. Die Gruppendynamik hatte uns bis hier hin auch ganz gut gefallen. Wir waren 3 Franzosen, 4 Niederländer und wir beide. Doch was man uns nicht gesagt hatte war, dass wir ab dem 2. Abend mit einer anderen Gruppe zusammengeworfen wurden, die nur zwei Tage gebucht hatten. Das war einer der wenigen Negativaspekte dieses Trips, wie sich herausstellen sollte. Man hatte automatisch weniger coole Gespräche, weil die Gespräche hauptsächlich von der spanischen Gruppe dominiert wurden. Somit war der zweite Abend auch nicht so schön wie der erste und wir sind recht zeitig schlafen gegangen.

Doch mitten in der Nacht sind wir aufgewacht, weil ein Hund außerhalb unseres Zimmers anfing schwer zu atmen und auch ab und zu losbellte. Das beruhigte sich aber nach einer Zeit und wir konnten weiter schlafen. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass das schon mal vorkommt, wenn Tiger nachts durch das Village laufen...


Der dritte Tag war schon der letzte Tag, was zum einen schade war, weil der Trip viele interessante Erfahrungen und Begegnungen hervorgebracht hat. Auf der anderen Seite freuten wir uns aber auch schon wieder auf ein richtiges Bett, eine anständige Dusche und ein eigenes Zimmer.

Es hieß also alles zusammen packen und ein letztes mal das Dorf verlassen. Wir wanderten 2 Stunden durch den Dschungel zu einer Art Wasserfall. Hier herrschte eigentlich echt gute Stimmung. Lediglich die Spanier nervten etwas und waren extrem langsam. Angekommen hatten wir ca. 45 Minuten Aufenthalt,sind schwimmen gegangen und den Wasserfall runter gerutscht. Weitere 20 Minuten wandern später kamen wir an einem kleinen Touristenstopp an einer Straße an, wo wir zu Mittag aßen.


wandern, wandern, wandern
wandern, wandern, wandern


[von Franzi] Mit PickUps ging es danach zum Bamboo rafting. Wir wurden in Vierergruppen auf die aus Bambus zusammengebundenen Flöße aufgeteilt und hatten jeweils einen Guide dabei. Wir schlängelten uns den Fluss hinunter durch den Dschungel, Stromschnellen hinab und an großen Steinen vorbei. Die Aussichten, die wir hatten, waren wunderschön. Wir starteten ungefähr gleichzeitig mit einer anderen Vierergruppe und unsere Guides haben sich ein paar kleine Späße erlaubt um uns ein wenig nasszuspritzen. Während der Fahrt haben wir aber auch untereinander immer wieder mit dem anderen Floß eine Wasserschlacht angefangen. Nach kurzer Zeit, durften dann auch wir mal ans Steuer und das Floß anschieben und lenken. Ich persönlich habe es nicht ausprobiert, aber Jonas hat sein Bestes gegeben, ist aber dennoch auch gegen einen Stein gefahren. Wir hatten viel Spaß auf dem Wasser und haben viel gelacht.

Am Ausstieg wartete dann auch schon unser Tourguide und die PickUps mit all unseren Sachen, die wir drin gelassen haben. Nach einer Stunde Fahrt sind wir an unserem Hostel angekommen, haben unsere Backpacks geholt und in unserem Zimmer erschöpft ins Bett gefallen.

An diesem Abend haben wir nicht mehr gemacht als mit unserem Familien telefoniert, uns Essen geholt und unsere Weiterreise zu planen und zu buchen. Wo es hingeht, verrate ich euch jetzt aber noch nicht, das erfahrt ihr dann in einem der nächsten Blogeinträge, seid also gespannt.


Trotz unserer Zweifel vor und am Anfang der Tour sind wir froh, genau diese Tour gebucht und mitgemacht zu haben.

Unsere letzten zwei Tage bestanden also daraus durch den Dschungel zu wandern, wunderschöne Wasserfälle zu sehen, mit Elefanten zu baden, sie zu füttern und zu raften. Wir haben tolle Aussichten genossen, frische Dschungelluft geschnuppert und hatten ein unvergessliche Zeit. WOW! Das ist ganz schön viel für so kurze Zeit. Jetzt brauchen wir erstmal etwas Entspannung und Zeit, all diese Eindücke zu verarbeiten.


Franzi und Jonas


P.S. Bilder in guter Qualität kommen (hoffentlich) noch nach! Zwei der Niederländer sind Fotografen und haben immer wieder gute Bilder für und von uns geschossen, die sie und zukommen lassen wollen.

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