Flo und Lou
Flo und Lou
vakantio.de/flou
Zuletzt in Australien

South Coast Track

Veröffentlicht: 20.03.2019


Am Morgen des 23. Februar packen wir unsere wenigen Sachen für den South Coast Track. Pro Person haben wir ein Outfit zum laufen, ein sauberes und warmes für abends, Regenjacken, Socken und unsere Wanderschuhe dabei. Fürs Frühstück haben wir Reiswaffeln und andere Kräcker mit Erdnussbutter geplant. Mittags wird es Wraps gefüllt mit Dosenmais/Bohnen/Erbsen/Rotebeete (ect.) und Maijonaise geben. Fürs Abendessen haben wir trocken Fertiggerichte und einfache Essen wie Couscous und Linsen dabei. Für zwischendurch gibt es eine große Tüte gefüllt mit Nüssen, Rosinen und anderen getrockneten Früchten. Dann haben wir natürlich Flo sein super Zelt dabei und jeweils unsere Schlafsäcke und Isomatten. Schlussendlich haben wir beide stolze 17 Kilo auf dem Buckel!

Um 12 Uhr Mittags stellen wir uns in Huonville an die Straße zum Trampen. Schnell sammelt uns ein älteres Mütterlein ein. Sie ist eine offene und sehr freundliche Person. Gerne bringt sie uns sogar bis zum Flughafen. In Cambridge halten wir und trinken gemeinsam einen Kaffee. Danach bringt sie uns zu einem kleineren Flughafen, der von dem Unternehmen Paravion (franz. Per Flugzeug) genutzt wird. Wir verabschieden und bedanken uns!

Dann warten wir auf unseren Flug der uns ins Nirgendwo bringen wird. Leider müssen wir fast drei Stunden warten, da wir zu früh sind und unser Flug auch noch Verspätung hat.

In einem kleinen acht Sitze Flugzeug heben wir ab. Eine spektakuläre Reise beginnt! Die beiden Motoren zu unseren Seiten machen solch einen Krach, das Unterhaltungen unmöglich sind. Das ganze Flugzeug vibriert und wir können jedes noch so kleine Luftloch spüren. Doch der Pilot steuert uns suveräin über die Berge des South West National Parks. Von oben bewundern wir die weite des Meeres, die schroffen Felsen und die bewaldeten Berge. Es ist atemberaubend aber nicht einfach sich zu entspannen und diese Aussicht zu genießen. Nach ca. 50 Minuten landen wir auf einer schotter Bahn, um uns herum sind weite grün braune Wiesen. Der Pilot holt für uns noch zwei Gasflaschen aus einem Kontainer und lässt uns dann mit unseren Rucksäcken alleine.

Der Campingplatz ist nicht weit. Wir bauen das Zelt auf und erkunden die Umgebung. Es gibt ein Vogelbeobachtung Haus das zur selbe Zeit ein kleines Museeum für die Menschen die hier gelebt haben, ist. Melaleuca, wurde im frühen 20Jarhundert besidelt. Deny King hat Melaleuca ins Leben gerufen. Er war ein Naturalist, Künstler, Vogelkundler, Umweltschützer und Zinnminer. Zusammen mit seiner Familie hat er hier 55 Jahre gelebt. Sie haben gemeinsam diesen Ort zu etwas besonderem gemacht und nach ihm kamen noch andere Familien die das aufrecht erhalten haben.


Sunday 24th Feburary ‘19

Melaleuca -> New Habour Bay 15km

Nach einer kalten Nacht mit wenig Schlaf geht es von Melaleuca Richtung Süden. Wir Wandern über gut befestigte Stege. Gerade führt uns der Steg über weite Wiesen. Der Himmel ist weit und nimmt den großteil unseres Sichtwinkels ein. Dann, vor dem New Habour Range (Berg) trennt sich der South Coast Track und der Wilson Bight Track. Wir gehen Richtung Westen auf den Wilson Bight Track, da uns viele geratten haben die schönen Strände zu besuchen. Der Weg wird matschig und unübersehbar. Immer wieder sind mehr oder weniger große Sümpfe um den Weg. Es wird schwierig zu laufen und die 17 kilo schneiden in die Schultern. Wir müssen immer wieder kleinere Flüsse überqueren, eine gute Möglichkeit um unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Wegen den Wurzeln der Bäume am Ufer hat das Wasser eine rot-braune Tee Farbe. Viele Wanderer trinken das Wasser unbehandelt, aber es wird empfolen das Wasser drei Minuten zu kochen um alle Möglichen Bakterien zu töten. Wir haben sogennante Aquatabs gekauft, die das Wasser reinigen. Eine Tablette wird in einen Liter Wasser gegeben, dann gut geschüttelt und nach einer halben Stunde ist es Trinkbereit. Leider schmeckt es manchmal etwas nach Chlor, aber das ist immernoch besser als das Risiko einer Magen Darm Verstimmung einzugehen.

Um 16 Uhr kommen wir endlich an der Küste an. Wir sind fix und fertig! Die New Habour Bay ist wunderschön. Nur ein einziges Boot liegt an der Küste, ansonsten ist der Strandt menschenleer und unberührt. Wir genießen die Ruhe und schlafen abends schnell und gut ein.


Monday 25th February ‘19

New Habour -> Point Eric 18km

Die Nacht ist schwierig. Ich schwitze in meinem neuen Schlafsack, wir haben beide einen unruhigen Schlaf und dementsprechend verläuft der Morgen. Wir laufen den selben Weg den wir Gestern gekommen sind wieder zurück. Zum Glück hat es nicht geregnet somit haben sich die Bedingungen nicht verschlimmert. Beim zweiten Mal scheint die Zeit schneller und der Weg kürzer. Dann kommen wir zurück auf den South Coast Track, wir merken sofort den Unterschied: Stege führen über die Sümpfe und über die Bäche führen kleine Brücken. Wir kommen schneller vorran und das laufen fällt mir nicht mehr so schwer. Wir haben Lunch mit Blick auf's Meer. Die restlichen Kilometer geht es wieder über Stege und am Strand entlang. Der Strand ist zwar menschenleer, aber Fußabdrücke verraten uns, dass wir nicht alleine sind. Mit den Kilometern werden die Rucksäcke auch wieder schwerer und wir freuen uns als wir am Point Eric ankommen. Mit uns campt noch ein Vater mit seinem Sohn, zwei Kiwis aus Auckland. Es regnet einmal kurz, wird aber gleich wieder mit warmen Sonnenstrahlen gut gemacht.


Tuesday 26th February ‘19

Point Eric -> Louisa River 17km

Vom Point Eric aus laufen wir am Strand Richtung Osten. Die letzte Nacht hat es ein wenig geregnet, aber am späten Vormittag kommt die Sonne wieder raus. Der Weg führt uns durch den Wald und später auf einen kleinen Berg. Wir müssen 400 Meter hoch steigen. Es ist anstregend und ich nehme mir die Zeit die ich brauche. Flo hingegen steigt wie ein Weltmeister und ist in seinem Element! Oben angekommen haben wir eine schöne Aussicht. Vor mir ragt Mount Louisa und zu unseren rechten können wir die Louisa Bay sehen.

Wir machen uns auf den Abstieg und haben Lunch am Fuße des Berges. Dann führen uns Stege über die Sümpfe. Der geht durch Wälder und plötzlich kreuzt ein schon etwas größerer Fluss unseren Weg. Ein einziges Seil leitet uns hinüber. Also Schuhe aus und durch gewahtet. Das Wasser ist kalt und reicht uns nicht mal bis zum Knie. Es macht Spaß eine andere Herrausvorderung als laufen zu haben. Kurz darauf taucht ein Mann hinter uns auf der anderen Seite des Ufers auf! “The crazy guy" ist heute früh, um 11 Uhr in Melaleuca gestartet und möchte morgen Abend am Cockle Creek sein! Er hat einen kleinen Rucksack, zwei Trinkflaschen an die Träger geschnallt, zwei Laufstöcke und Laufschuhe an. Wir lassen ihn vor und staunen über seine Motivation! Das letzte Stück zieht sich sehr hin. Ich bin in Gedanken versunken und schleppe mich die letzten Kilometer zum Louisa River. Endlich dort angekommen baden wir im Eiskalten Fluss und lernen die anderen Bushwalker kennen. Ein junger Mann aus tschechien, den wir nicht wieder sehen werden, da er sehr schnell ist, ein Paar aus Australien und wieder unsere Kiwis.


Wednesday 27th February ‘19

Louisa River -> Deadmans Bay 13km

Schon Gestern haben wir den Pfad gesehen der uns bevorstand. Ein einsamer, steiler und steiniger Pfad führt den Berg hinauf. Viele Stufen müssen erklummen werden. Jedes Mal wenn man denkt das man oben ist, sieht man das es doch noch weiter hoch geht. The Ironbound Range (eisenbeschlagen) vordern alle Kraft von mir! Der Schweiß tropft von der Nase und der Blick nach vorne verspricht ungutes. Immer steiler, immer weiter, immer höher scheint der Weg zu führen. Flo hat das Zelt und ein paar andere Sachen genommen. Ich bin sehr froh darüber und staune über seine Kraft. Er klettert viel schneller als ich, wartet aber immer wieder auf mich. Als wir endlich, fast oben angekommen sind, machen wir eine kleine Pause und genießen noch einmal die Aussicht über die Louisa Bay und Mount Louisa. Wenn wir genau hinsehen können wir den Weg sehen den wir Gestern gekommen sind, vor uns erstreckt sich die ganze Küste an der wir seit ein paar Tagen laufen. Es tut gut das alles einmal so kompakt vor sich zu sehen! Dann klettern wir weiter hinauf. Die Aussicht ist Atemberaubend! Die Berge am Horizont sind gut sichtbar und doch in einen mysthischen Nebel gehüllt. Sie erinnern mich an die Alpen, auch wenn sie ganz anders aussehen. Die Sonne scheint und brennt auf die schroffen Steine. Oben laufen wir vielleicht einen Kilometer gerade und dann geht es plötzlich wieder runter. Steil, durch den Djungel. Der Pfad ist matschig und oft sehr schwierig zu meistern. Wurzeln werden zu Stolperfallen und kleine Bäche verwandeln die Steine in mit nassem Moos überzogene Rutschen. Der Weg hinunter zieht sich genauso lange wie der hinauf. Die Waden und Knie werden auf die Probe gestellt und mit jedem Schritt höhren wir alle Muskeln in unseren Beinen ätzen. Mitten im Regenwald haben wir Lunch. Dann endlich können wir die Küste durch die Wälder sehen, hohe Wellen schlagen auf die Felsen. Nachmittags kommen wir dann endlich fix und fertig beim Camp an. Beim waschen im Fluss rutscht Flo von einem Felsen und schlägt sich beide Knie an, und kurz darauf findet er auch noch eine Zecke an seinem Bein. Er ist etwas deprimiert, aber ich schaffe es ihn raus zu holen und wir haben noch einen schönen Abend. Wir trinken unsere Flasche Wein am Meer und haben tiefe Gespräche. Wir sind stolz auf das was wir heute geleistet haben!


Thursday 28th February ‘19

Deadmans Bay -> New River Lagoon 9km

Der Wein hat guten Schlaf und einen schwierigen Morgen mit sich gebracht. Zwischen Zelt Innennetz und Aussenplane tummeln sich hunderte Moskitos die nur darauf warten, dass wir aufstehen. Nach einem schnellen Frühstück laufen wir weiter. Die Beine schmerzen vom gestrigen Tag. Jeder kleine Hügel wird zu Probe, ich muss viele Pausen machen und Flo nimmt mir dann auch noch Gepäck ab, damit ich nicht so schwer tragen muss. Seine Knie schmerzen ihm zwar auch, aber mich leiden zu sehen schmerzt ihn mehr (süzzz). Der Weg führt uns durch einen Wald mit vielen Stolperfallen und rutschigen Blättern auf dem Boden. Plötzlich entlässt er uns auf den Strand. Wir laufen einen langen Strand entlang und am Ende drehen wir uns Richtung Norden zur New River Lagoon. Die Aussicht ist Sagenhaft! Wir bleiben beide mit offenen Mündern stehen und staunen. Das Wasser glitzert in der Sonne und dahinter steht ein beeindruckender Berg! Am jedem Ufer ist ein Ruderboot befestigt, das alle wanderer sicher hinüber bringen soll. Insgesamt muss jeder den salzigen Fluss drei Mal überqueren, damit am Ende wieder auf jeder Seite ein Boot ist. Es macht Spaß zu rudern, wir genießen es mal wieder andere Muselkn im Körper zu benutzen. Am anderen Ufer befindet sich auch schon unser Camp. Wir sind froh über den kurzen Tag und genießen den Nachmittag am Fluss. Wir beobachten eine Wallaby (kleines Känguru) Mutter mit ihrem kleinem, sie haben keine Angst vor uns und kommen sehr nah an unser Zelt. Das Ende des Tracks wird langsam greifbar und bringt gemischte Gefühle mit sich.


Friday first March ‘19

New River Lagoon -> Granite Beach 12km

Der Weg führt uns immer wieder steil bergauf und genauso steil bergab durch den Wald. Es ist sehr anstregend zu laufen und es ist sehr heiß. Der Schweiß tropft. Flo stolpert und verdreht sich seinen Knöchel. Es tut ihm sehr weh, wir nehmen uns mehr Zeit zum laufen aber kommen trotzdem vorran. In der Suprise Bay haben wir Lunch. Sein Knöchel bekommt kaltes Wasser, gute Creme und etwas Ruhe bevor es wieder steil bergauf geht. Ich komme an meine Grenzen... und wir gehen darüber hinaus! Immer steiler und höher klettern wir, aber wir kommen oben an und müssen wie gewohnt auch wieder steil hinunter. Wir stellen fest, dass wir kein schlechtes Team sind. Flo ist die Stütze und die Motivation wenn es bergauf geht, und ich helfe ihm den besten Pfad hinunter zu finden.

Der Weg ist matschig, Wurzeln und Blätter machen es uns schwieriger. Dann endlich kommen wir am Granite Beach an. Bis ans Ende müssen wir uns schleppen und zu Flo's entsetzen über viele große Steine klettern. Am Ende gibt es einen kleinen Wasserfall der unsere wohlverdiente Dusche ist. Noch einmal geht es steil bergauf zum Camp, dann ist auch diese Etappe geschafft.


Saturday second March ‘19

Granite Beach -> South Cape Rivulet 9km

Um 6 Uhr morgens saust uns schon ein heißer Wind um die Ohren. Wir müssen wieder steil bergauf steigen und sehen noch einmal die Küste hinunter, dann geht es durch den Regenwald. Der Weg ist anstregend, da es sehr matschig ist, Flo sinkt einmal sogar bis zum Knie ein, zum Glück kann er sich halten und macht nicht den Seestern. Der Pfad führt uns wieder über eine Hügel, wie gewohnt steil bergauf und steil bergab, über gefallene Bäume und fast ausgetrocknete Flüsse. Zum Glück sind wir den ganzen Tag im Wald den es ist sehr heiß, unser thermometer zeigt sogar im Schatten 35crad C an. Wir sind sehr vorsichtig beim laufen, wir möchten schließlich keine Schlangen überraschen. Flo sieht zwei große schwarze Schlangen, die sich glücklicherweise aber so schnell verziehen, dass nicht mal ich sie sehen kann. Relativ schnell kommen wir aus dem Wald herraus und stellen unerwarteterweise fest, dass wir schon am letzten Campingplatz sind. Ein Fluss spendet frisches Wasser, eine Dusche und Wasser zum Kleider waschen. Am Nachmittag baden wir im Meer und genießen den wunderschönen Strand. Es fühlt sich seltsam an, dass es morgen vorbei sein soll. Kurz vorm Abendessen kommt unser Kiwi-Track-Freund zu uns und erzählt, dass er gerade ein Schnabeltier gefunden hat. Wir machen uns natürlich sofort auf den Weg und dürfen das Schnabeltier in seinem natürlichen Lebensraum beobachten. Wir sind beide aufgeregt wie kleine Kinder. Das Schnabeltier lebt nur in Tasmanien und wir hatten das Glück eines zu beobachten, das fühlt sich sehr besonders an und ist ein gebührendes Highlight für unseren letzen Abend.


Sunday third March ‘19

South Cape Rivulet -> Cockle Creek 12km

Der letzte Tag beginnt. Wir laufen gedigen und ohne stress. Der Weg führt uns über drei Strände die jeweils durch kleinere Hügel getrennt sind. Dann erklimmen wir auf wenigen Stufen eine schroffe Plattform die uns noch ein letztes Mal die Aussicht über das komplette South Cape offenbart. Der rest des Weges ist viel besser befestigt, Stege führen über schwierigere Stellen und manchmal sind sogar Geländer angebracht. Wir treffen viele Menschen die eine Ein Tageswanderung machen und uns alle neugirig ausfragen. Manche sprechen ohne Punkt und Komma und wir scherzen das wir wieder zurück in den Bush gehen und dort von nun an leben wollen. Die letzen Kilometer sind sehr einfach zu laufen, die Rucksäcke sind leicht wie nie und der Himmel ist bedeckt. Kurz vorm Cockle Creek beginnt es zu nisseln und wir stellen fest, dass wir großes Glück mit dem Wetter hatten.

Ganz plötzlich endet der South Coast Track. Ein kleines Holzhaus mit einem Buch, in welchem wir uns austragen, beglückwünscht uns zum Schluss. Wir verabschieden uns von unseren Kiwi Freunden und trampen los Richtung Huonville. Ein Paar aus Queensland sammelt uns ein. Sie Reisen gerne und erzählen uns das sie sich gerade in das kleine Dorf, Southport in Tasmanien, verliebt haben. Eventuell kaufen sie heute ein Haus dort. Sie bringen uns aus dem Djungel zurück in die Zivilisation und als nächstes sammelt uns, was für ein Glück, Antoine und Flo, unsere zwei Freunde mit dennen wir die Westküste erkundet haben, ein.

Der South Coast Track ist eine unglaubliche, unvergleichbare Erfahrung für uns beide. Wir haben es sehr genoßen so viel in der Natur zu sein und so wenige Menschen um uns zu haben. Ich habe es gerne gehabt mich im Fluss zu waschen, meinen Körper zu spüren und an meine Grenzen zu kommen. Es ist schön zu sehen mit wie wenig komfort wir doch so glücklich sein können. 

Flo und LouFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Australien
Reiseberichte Australien