Sänk you for trävelling wiss…
nein, nicht der Deutschen Bahn sondern mit COPA, der Panamesischen Fluggesellschaft, die als pünktlichste Fluggesellschaft Lateinamerikas ausgezeichnet wurde - wir gratulieren...


Veröffentlicht: 04.01.2025





















































































































































Bei der Landung auf Curacao kamen wir zunächst in den "Genuss" als Europäer*innen behandelt zu werden, was eine schnelle Abwicklung am Flughafen nach sich zog. Nicht einmal die Bescheinigung unserer Gelbfieberimpfung, die bei der Einreise aus Panama vorgeschrieben ist, mussten wir vorzeigen.
Unsere erste Station befand sich in Westpunt. Der Ort ist etwas abgelegen, hat aber schöne Strände und Nationalparks zu bieten. Da wir auf Curacao ja "voll einen auf Touri" machen wollten, Urlsub vom Reisen quasi, haben wir ein Zimmer in einer großen komfortablen Hotelanlage gebucht. Die Hotelanlage war durchaus charmant angelegt mit lauter Mini-Bungalows. Außerdem verfügte unsere Unterkunft über zwei riesige sehr schön angelegte Pools und einen direkten Zugang zum Meer. Hier haben wir das Nichtstun gepflegt: Liegen am Pool, Liegen am Strand, Schwimmen und Lesen, Lesen, Lesen! Am Strand stachen uns erstens der neue Sonnencremetrend der Insel (Ananas-Kokos) in die Nase und zweitens die Strandposer ins Auge. Fotos machen, schön und gut - und dass man darauf achtet, dabei nicht allzu blöd aus der Wäsche zu gucken, auch gut, aber diese Art der Poserei war uns neu. Es wurden verschiedenste Positionen eingenommen mit und ohne Sonnenbrille, Schirmmütze, Getränk, Strandkleid etc. Es verabredeten sich auch ganze Gruppen, die strandkleidungstechnisch aufeinander abgestimmt stundenlang Gruppenfotos am Meer machten. Wir staunten und starrten...
Ein Highlight von für unserem Geschmack übertriebenen Exzessen war die Hochzeit von einem US-amerikabischen (oder kanadischen) Paar, das die ganze Hochzeitsgesellschaft mit anfliegen ließ. Am Morgen war man am Pool, Mittags brezelte man sich für die abendliche Feier auf, wobei die Gäste halb angezogen und halb geschminkt aufgeregt von Bungalow zu Bungalow rannten und dann nachmittags perfekt gestylt der Zeremonie beiwohnten, die abends in ein persönliches Feuerwerk gipfelte. Ein eigenes Feuerwerk! Schön? Romantisch? Übertrieben? Extravagant? Egozentrisch? Vielleicht von allem ein bisschen. Aber Hauptsache ist, das Paar hatte einen unvergesslichen Tag. Am nächsten Morgen düste die Hochzeitsgesellschaft wieder ab.
Die Natur in Curacao ist weitaus weniger üppig als in Costa Rica oder Panama, was vor allen Dingen an der sehr moderaten Regenzeit liegt, die sich lediglich darin äußert, dass alle paar Tage mal ein 30minütiger Schauer vom Himmel kommt. Anschließend scheint sofort wieder die Sonne.
In Folge der Witterungsbedingungen ist die Erde knochentrocken und lässt vor allen Dingen riesige Kakteen wachsen. Ebenso fühlen sich Geckos und Leguane in großen Mengen auf dieser Insel wohl. Wenn man spazieren geht, raschelt es fortwährend und Leguane und Geckos flüchten ins Kaktusgebüsch. Weniger erfreuliche Tiere sind die Mücken und vor allen Dingen Sandfliegen. Letztere sind so winzig, dass sie bequem durchs Moskitonetz passen. Und Stechen können sie wie die Großen! Aber richtig gefährliche oder giftige Tiere leben nicht auf Curacao. Da nimmt man doch die Mücken und Fliegen "gern" in Kauf.
Westpunt hat einige Restaurants zu bieten, zum Teil mit gigantischem Ausblick, da diese direkt an der Steilküste liegen. Ein Restaurant besaß sogar einen gläsernen Boden, so dass man direkt unter einem die Klippen und das Meer sehen konnte und sogar waghalsige Klippenspringer bei ihrer abendlichen Aktivität beobachten konnte. Die urigen einheimischen Restaurants hatten klangvolle Namen, wie z.B. "Kunuku Pachi Cola", wo man so interessante Sachen essen konnte wie Kaktussuppe, Leguan oder Papaya-Stew – als alternative zu typisch niederländischer Fast Food à la lekker Frikandel Speciaal mit Pommes. Nach einer Woche wechselten wir in ein schickes Hotel nach Willemstad. Hier konnten wir durch die Einkaufspassagen bummeln und Eis essen gehen. Die Stadt kommt mit seinen vielen bunten kleinen Häusern am Fluss und der vielen kunstvoll bemalten Häuserwänden wie eine Mischung aus den Niederlanden und der Karibik daher. Die Menschen sind meistens gut gelaunt und verbringen oftmals ihre Freizeit auf der Straße, um dort miteinander zu plaudern, gemeinsam zu essen und trinken, zu lachen und Musik zu hören. Und in der Vorweihnachtszeit gibt es immer wieder Gruppen von Menschen, die als "zwarte Piet" verkleidet mit musikalischer Untermalung durch die Straßen fahren und immer wieder spontan anhalten, kurz den Verkehr blockieren und auf der Straße tanzen, was vom Rest der Bevölkerung applaudierend und zujubelnd begrüßt wird.
Besonders interessant in Willemstad ist die Königin-Emma-Brücke, die zwei Stadtteile miteinander verbindet, aber keine feste Uferverbindung darstellt, was ihr den Spitznamen "Swinging Old Lady" eingebracht hat. Wenn ein Schiff vorbei fahren möchte, wird die Brücke einfach ein Stück aufgeklappt, so dass dieses passieren kann. Bemerkenswert daran ist, dass diese Prozedur mit den Passant*innen darauf stattfindet. Man wird als Fußgänger*in einfach mitsamt der Brücke weggeschoben. Muss die Brücke mal länger offen stehen, wird die 100 Meter entfernte Fähre in Betrieb genommen. Diese Konstruktion ist einmalig auf der Welt.
In Willemstad waren wir sehr zentral in der bei 30°C weihnachtlich geschmückten Altstadt untergebracht. Dort aßen wir nicht nur viele interessante Eissorten (Herr Ärmel wird das Guanabana-Eis vermissen, das es in Europa nicht gibt), sondern machten uns auch mit den düsteren Anteilen von Curacaos Geschichte im Skalverei-Museum vertraut. Dort erfuhren wir u.a. auch über die „Swinging Old Lady“-Brücke, dass nur reiche Menschen Brückenzoll zahlen mussten. Wer reich war bemaß sich ganz einfach an einem Detail: Wer Schuhe trug und nicht barfuß war, musste Brückenzoll zahlen. Zum Glück durften wir unsere Schuhe anbehalten.
Einmal haben wir noch die Unterkunft gewechselt und sind vom Luxushotel in eine etwas urigere Unterkunft gezogen, die von einem niederländischen Paar, das vor 11 Jahren nach Curacao gezogen ist, geführt wird. Sie bieten verschieden große und komfortable Gästehäuser an, die z.T über eine eigene Küche verfügen und zum Teil Zugang zur Gemeinschaftsküche bieten. Aber alle Häuser besitzen eine Draußen-Dusche, die man Dank des Klimas wirklich jeden Tag und zu jeder Zeit benutzen kann. In unserer Dusche wohnten ein Gecko und ein Frosch. (Oder duschten wir in ihrer Wohnung?) Jeden Morgen wurde es zur Challenge dieses Reptil und diese Amphibie zu sichten. Und sobald man sich an den Frühstückstisch gesetzt hat, bekam man Gesellschaft von den Hunden des Hauses. Das niederländische Paar hatte seinen Hund aus der Heimat mitgebracht, sich aber nach und nach den Straßenhunden angenommen und vier weitere Exemplare adoptiert. Und wenn Straßenhunde eines können, dann ist es beim Essen betteln und herzzerreißend gucken. Außerdem haben diese Hunde eine innere Uhr, und wenn man morgens mal länger als gewöhnlich schlafen wollte, kratzte es schon an unserer Tür. Immerhin war es aus Hundesicht schon Frühstückszeit.
Wir konnten uns einen Wagen von den Vermieter*innen leihen und so die Fleckchen auf der Insel erkunden, die wir noch nicht gesehen hatten. In erster Linie waren dies tolle Strände und Schnorchelplätze. An einem Strand hatten wir unsere erste Meeresschildkrötensichtung. Es handelte sich um Karettschildkröten, die sehr zutraulich waren und dicht an den Strand heran schwammen. Es sind faszinierende Tiere, die sich langsam und fast anmutig durchs Wasser bewegen. Bei einer Fahrt mit dem Glass-Bottom-Boat durften wir noch mehr Meeresbewohner bestaunen. Hier gab es neben Schildkröten auch Korallen, Flötenfische, Papageienfische und mehr zu bewundern. Zum Glück sind noch viele Korallenriffe in Takt und so konnten wir die faszinierende Unterwasserwelt genießen und bestaunen.
Aber auch die schönste und längste Reise geht eines Tages zu Ende. Und so verbrachten wir unseren letzten Abend nach einem guten Essen draußen auf unserer Terrasse mit einem Getränk in der Hand. Und dann morgens ein letztes Mal draußen duschen und anschließend ein letztes Mal mit den Hunden frühstücken. Dann fuhr uns unser netter Vermieter zum Flughafen und hier mussten wir uns nun endgültig von Curacao, von Amerika und von unserer Reise verabschieden. So traurig das auch war, haben wir uns gefreut, unsere Freunde und Familie bald wieder zu sehen. Und das Wissen, dass wir noch eine ganze Zeit arbeitsfrei haben werden, ließ den Flug nach Europa auch versüßen.
