Lekker Curacao
Bei der Landung auf Curacao kamen wir zunächst in den "Genuss" als Europäer*innen behandelt zu werden, was eine schnelle Abwicklung am Flughafen nach sich zog. Nicht einmal die...


Veröffentlicht: 13.01.2025
Eine Freundin, die uns in Kanada besuchte, meinte anfangs immer wieder „das ist doch wie in Europa, dafür muss man ja nicht nach Kanada reisen.“ Sicher sind die Unterschiede oft gering, aber sie sind da.
Wir sind wieder zuhause. Nein, sind wir nicht. Aber es fühlt sich so an. Es ist kalt, es ist trübe, die Menschen ticken anders. Im Restaurant bekommt man das Essen zur gleichen Zeit geliefert. Ohne Plastiktrinkhalm. Die Architektur in den Straßen gibt einem ein Gefühl von Vertrautheit und die Läden fühlen sich wie in Lummerland an. Aber wir sind in Amsterdam. Da Curacao genau wie die Niederlande gleichberechtigt zum Königreich der Niederlande gehört (und ca. 75% der Tourist*innen auf Curacao aus den Niederlanden sind), ist es die einfachste Möglichkeit, in die Nähe von Lummerland zurückzukommen.
Herr Ärmel schwächelt etwas, und wir haben in Amsterdam nur einen kurzen Stopp. Aber es reicht, um etwas durch die Altstadt zu schlendern, sich Läden anzuschauen, Klischeefotos von Käse und Tulpen (in dieser Jahreszeit aus Keramik) zu machen und europäisch Essen zu gehen. Die Pizza wäre normalerweise nichts besonderes, aber sie ist angenehm europäisch – nicht mit Käsebergen und in Öl ertränkt. Ohne extra Dipp. Wir fühlen uns wieder wie zuhause. Und das finden wir doof. Wir wollen uns weder als Lummerländer*innen noch pseudoweltmännisch als „Europäer*innen“ fühlen. Wir wollen einfach Erdenbürger*innen sein. Aber scheinbar hat uns unsere Reise doch ein Gefühl für europäische Gemeinsamkeiten gegeben – ob wir nun wollen oder nicht.
Ansonsten ist es eine Schande, so wenig Zeit für Amsterdam zu haben – eine schöne Stadt mit weltoffenem Flair und schönen Gebäuden. Beim Amsterdamer Bahnhof zeigt sich die Schönheit besonders – allerdings auch das Ende der Weltoffenheit. Da man ein Ticket braucht, um ins Innere des Bahnhofes zu kommen, kommen Obdachlose hier anders als an anderen Bahnhöfen nicht unter.
Doch lassen wir uns die Weihnachtsstimmung nicht verderben. Da wir diesen Artikel hochladen, ist Weihnachten zwar schon vorbei, doch hier in Amsterdam macht sich bei uns erstmals richtig Weihnachtsstimmung breit. Was Tonnen von Weihnachtsdekoration an Palmen und auf Kakteen auf Curacao nicht geschafft haben, schaffen 4° Celsius und Dunkelheit: Ein Gefühl von Weihnachten macht sich breit. Und das hat halt auch immer etwas von Heimat. Noch sind wir in einem anderen Land, aber in uns ist das deutliche Gefühl, dass es nach Hause geht.
Doch wir wissen, schon bald werden wir es nicht mehr erwarten können, bis es im April endlich wieder auf Tour geht.
