farfromhome

Hallo zusammen! Mein Name ist Lena, ich bin 24 Jahre jung und komme aus Deutschland, Baden-Württemberg. Ich lebe in der Nähe der Städte Heidelberg und Mannheim und habe vor einigen Jahren  meine Leidenschaft für das Reisen entdeckt. Meistens verreise ich zusammen mit meinem Freund, Luke. Wir sind beide normal arbeitende Menschen mit einer begrenzten Anzahl an Urlaubstagen im Jahr, die wir jedoch so gut es geht ausnutzen. Man kann also auch als gewöhnlicher Angestellter etwas von der Welt sehen, man muss es eben nur wollen :) Seit wir 18 sind, sind wir regelmäßig unterwegs, mittlerweile ca. 3 Mal im Jahr + den ein oder anderen Kurzurlaub. Nachdem wir mit gewöhnlichen Pauschalurlauben gestartet haben, sind wir mittlerweile eher individuell unterwegs. Dennoch kann man auch einen Pauschalurlaub interessant gestalten und muss deswegen nicht die ganze Zeit hinter den Hotelmauern verbringen. Im Laufe der Jahre hat sich da schon so etwas wie eine Reisesucht entwickelt ;) In diesem Sinne: Nach der Reise ist vor der Reise!

1260 Stufen zum Tiger Cave Tempel

Unser heutiges Ziel besteht darin, den Tiger Cave Tempel erklimmen. Da sich der Tempel eine gute halbe Stunde Fahrt von unserer Unterkunft in Ao Nang entfernt befindet, haben wir bereits am Vortag über die Rezeption ein Taxi auf 7 Uhr morgens reserviert. Für 2500 Bhat steht uns der Fahrer den kompletten Tag zur Verfügung und wird uns nach dem Tempel noch zum Emerald Pool fahren. Aber zunächst steht uns erst mal noch ein Workout bevor.

Pünktlich um 7 Uhr werden wir abgeholt und los geht es richtung Tempel. Ich muss zugeben, vor diesem Ausflug hatte ich bereits Respekt, als wir in Deuschland von dem Tempel erfahren haben. 2360 Stufen sind zu erklimmen. Das ist schon eine Menge! Und das auch noch bei diesen Temperaturen. Leider wird es nicht wirklich besser, als der Fahrer irgendwann auf einen hohen Berg zeigt, auf dem man bereits von unten den Tempel erkennen kann. Mit "Up there" lenkt der Fahrer unsere Aufmerksamkeit auf den kleinen Punkt oben am Berg. DA sollten wir jetzt also rauf?! Ja, dann....

Wir werden an der Tempelanlage abgesetzt. Am Eingang prangt ein riesiges Schild, welches auf angemesse Kleidung hinweist. Sprich, Schultern und Knie bedeckt. Immerhin handelt es sich um eine heilige Stätte. Wir haben zum Glück schon vorher dafür gesorgt, dementsprechend gekleidet zu sein. Was von so manchem Tourist, der uns heute hier begenen wird, nicht gerade behaupten kann...Schon hier unten ist alles herrlich geschmückt und verziert. Es scheint so, als wären wir früh genug angereist, denn außer uns und ein paar Einheimischen, einigen Hunden und Affen ist noch niemand zu sehen.

Der Einstieg ist schnell gefunden. Das Schild zeigt uns 1.237 Stufen an. Wir wissen nicht, ob das ermutigend wirken soll. Los geht's! Zum Glück sind wir früh aufgebrochen, denn noch ist es einigermaßen kühl und vor allem schattig. So sind wir bei den ersten paar Stufen noch recht motiviert. Es dauert aber nicht sehr lange, da fangen wir auch schon an zu schwitzen. Die Tatsache, dass die Stufen ungleichmäßig hoch sind und teilweise eher erklommen als bestiegen werden müsssen, macht es leider nicht besser. Allerdings ist der Ausblick bereits nach wenigen Stufen einfach herrlich. Je höher wir gelangen, desto spektakulärer der Ausblick. Unterwegs begegnen wir immer mal wieder ein paar Leuten, die Massen bleiben aber aus. Netterweise stehen unterwegs an den Pfeilern immer mal wieder die Anzahl der Stufen, die man bereits erklommen hat. Irgendwie deprimierend, wenn man schon total am Ende ist, so ziemlich alles an Körperflüssigkeit ausgeschwitzt hat, was man so hat und dann bememerkt, dass man gerade mal die Hälfte geschafft hat. Naja, weiter geht's!

Langsam kommen wir dem Ziel näher. Und irgendwann ist das Ende tatsächlich in Sicht! Das gibt nochmal einen letzten Auftrieb, bevor man es endlich auf die Spitze des Berges geschafft hat, auf dem der Tempel tront. Eine Stunde haben wir jetzt (mit Pausen) hier her gebraucht. Bevor wir die Anlage bewundern können, müssen wir erst unsere Schuhe ausziehen, so, wie es in jedem buddhistischen Tempel der Fall ist. Jetzt bekommen wir die Belohnung für dei Strapazen: einen unheimlich tollen, atemberaubenden Ausblick! Weder Worte noch Bilder können dieses tolle Erlebnis zum Ausdruck bringen, man muss es einfach selbst gesehen haben. Verwirrend ist allerdings, dass das Schild hier oben eine Anzahl von 1.260 Stufen angibt. Unten waren es noch 1.237...was stimmt denn nun? Ich glaube wir einigen uns einfach auf: viele :D

Was auch wirklich faszinierend ist, ist die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. An diesem Punkt sind wir einfach unheimlich froh, schon so früh aufgebrochen zu sein. Später, wenn die Touristenmassen dann kommen, verliert dieser Ort sicher seine Ausstrahlung, die er jetzt in den frühen Morgenstunden noch hat. Außer uns sind nämlich nur vereinzelt ein paar Leute hier oben. Trotzdem ist es ganz still, denn niemand wagt es, die Ruhe zu stören. Wir genießen das nach dem Trubel, den wir die letzten Tage in Krabi erlebt haben, richtig. Wir zünden zum Abschluss noch ein Räucherstäbchen an und hinterlassen eine kleine Spende. Auch wenn wir gerne noch ein wenig länger geblieben wären, ist es so langsam an der Zeit, für den Abstieg. Zum einen wollen wir ja noch zum Emerald Pool fahren, zum anderen haben wir so langsam richtig Hunger. Frühstück gab es nämlich heute keins.

Wir haben uns genau zum richtigen Zeitpunkt für den Abstieg entschieden. Denn als wir unsere Schuhe wieder anziehen, kommen bereits die ersten Menschenmassen die Treppen hochgestolpert. Wer denkt, der Abstieg sei ein Kinderspiel, der hat sich leider geirrt. Zugegeben, der Aufstieg war wesentlich anstrengender und langwieriger, der Abstieg erfordert aber einiges an Konzentration, da man immer aufpassen muss, wohin man tritt. Außerdem geht das irgendwann auf die Knie (ja, auch in unserem Alter!). Unterwegs kommen uns nun immer mehr Menschen entgegen. Viele davon sehen ziemlich fertig aus und fragen und verzweifelt, wie weit es denn noch bis zum Tempel sei. Einige fragen uns, ob sich der Mühe lohnt; oh ja, das tut sie! Mittlerweile liegen die Stufen auch in der prallen Sonne. Was wir auch immer wieder sehen, sind Leute, vor allem Frauen, die nicht angemessen gekleidet sind. Mit Hot Pants und kurzen Kleidern oder Röcken bahnen sie sich ihren Weg hinauf. Unserer Meinung nach einfach nur respektlos - die Hinweisschilder sind wirklich unübersehbar und unmissveständlich.

Irgendwann kommen wir dann mit zitternden Waden und total verschwitzt wieder unten an. Wir ziehen uns noch schnell um - unser Fahrer wird es uns danken - besorgen uns noch etwas zu essen (direkt vor der Anlage gibt es mehrere kleine Restaurants) und weiter geht's zum Emerald Pool.

Das Fazit zum Tiger Cave Tempel: der Aufstieg ist hart, aber die Mühe lohnt sich, wirklich! Nehmt euch Zeit, plant genügend Pausen ein, dann ist das auch zu schaffen. Allerdings sollte man auf jeden Fall genügend Wasser mitnehmen. Ihr werdet unterwegs einiges verlieren...Für den Besuch lohnt es sich auf jeden Fall, früh aufzubrechen. So vermeidet ihr die Mittagshitze und die Menschenmassen. Und bitte, zeigt Respekt und zieht euch unbedingt angemesse an, wenn ihr den Tempel besucht! Die Knie und Schultern zu bedecken ist wirklich nicht zu viel verlangt.

Lasst euch von der Anstrengung nicht abschrecken, als Belohnung werdet ihr unheimlich tolle Erinnerungen an dieses Erlebnis mitnehmen! Der Besuch der Tiger Cave Tempel war definitiv eines unserer Highlights des der gesamten Reise.

#thailand#krabi#tigercavetempel#1260stufen#tortur#ausblick#landschaft

Kommentare

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: