Don Curry on Tour 3
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Tag 1 - Don Curry hebt wieder ab

Veröffentlicht: 03.10.2021

Don Curry hat in den letzten Jahren nach und nach mehrere Reisen vorbereitet: mit detaillierten Reiseverläufen, Tagesprogrammen und zum Teil sogar mit vorgebuchten Hotels und anderen Unterkünften. Die Corona-Pandemie verhinderte jedes einzelne dieser Urlaubsprojekte. Endlich aber, nach doppelter Impfung und genauer Recherche, welche Länder in der augenblicklichen Situation überhaupt Touristen einreisen lassen, sollte nun eine ausgiebige Rundreise nach und durch Anatolien möglich sein. In ungewohnt kurzer Zeit plante Don Curry drauf los und merkte bald, dass es eine lange, eine sehr lange Reise sein würde. Endlich!

Als erfahrener Traveller weiß Don Curry natürlich, dass zum Reisen immer Überraschungen gehören - erfreuliche und unerfreuliche. Zu letzterer Kategorie zählte sicherlich, was ihm bereits einen Tag vor Reisebeginn widerfuhr. Wie gewohnt wollte er bequem den Online-CheckIn nutzen, um das Prozedere im Flughafen etwas abzukürzen. Als er seine Buchungsnummer bei Turkish Airlines eingab, wurden sofort sein Hin- und Rückflug angezeigt. Darüber aber prangte ein deutliches rotes Warndreieck mit einer geheimnisvollen Nachricht: "Aufgrund besonderer Umstände ist es zu verschiedenen Veränderungen bei Ihren Flügen gekommen. Bitte nutzen Sie die angegebenen Optionen." Optionen gab es zwei: "Flüge ändern" oder "Flüge stornieren". Was sollte das bedeuten? War bereits der morgige Hinflug gecancelt worden?

Don Curry suchte die Homepage seines Flughafens auf: Dutzende Abflüge waren für den morgigen Tag aufgelistet, sein Flug aber nicht. Ein leichtes Gefühl der Beunruhigung schlich sich ein. Würde auch diese Reise wieder scheitern? Don Curry wählte die Hotline von Turkish Airlines. Nach angemessener Zeit in der Warteschleife versuchte eine freundliche Dame, sein Problem zu lösen. Erklären konnte sie es nicht, einchecken konnte sie ihn auch nicht, trotz mehrfacher Versuche. Er solle einfach mindestens 3 Stunden vor Abflug beim CheckIn-Schalter des Flughafens sein. Und sie gehe davon aus, dass der Flug stattfinden würde. Eine klare Bestätigung klingt anders, dachte Don Curry. Es würde also spannend bleiben...

Am nächsten Morgen startete Don Curry eine Stunde früher als geplant. Für das Parkproblem hatte er sich eine besonders angenehme Lösung vorgebucht: Valet Parking. Der Kunde kann einfach direkt zum Abflugterminal fahren, dort steht ein Fahrer bereit, der dann den Autoschlüssel übernimmt und das Gefährt irgendwo zu einem überdachten Parkplatz bringt. 30 Minuten vor Ankunft am Flughafen soll man den Fahrer anrufen. Don Curry tat das ordnungsgemäß. "Du bist zu früh", sagte streng eine Stimme in gebrochenem Deutsch. "Du musst Auto später abgeben." Don Curry versuchte zu erklären, dass seine Airline ein sehr frühes Einchecken von ihm fordere, deswegen die frühzeitige Anreise. " Ja, Airline früh; aber Auto später, wie geplant." Don Curry malte sich schon aus, wie er nun doch ein Parkhaus suchen müsste, um einchecken zu können, danach das Auto wieder aus dem Parkhaus holen würde, um es dem Valet-Fahrer zu übergeben. Doch plötzlich meinte die Stimme gnädig: "Komm!"

Also fuhr Don Curry nun doch direkt zum Terminal und wurde sehr freundlich von dem Valet-Fahrer empfangen, räumte sein Gepäck aus, gab den Autoschlüssel ab und sah sein Fahrzeug davonfahren. Irgendwie schon ein eigenartiges Gefühl...

Don Curry hatte indes andere Probleme, er sollte ja so früh wie möglich einchecken, mindestens 3 Stunden vor Abflug. Er war ziemlich genau 3 Stunden vor Abflug an den Schaltern von Turkish Airlines und sah: keiner war geöffnet! Aber er sah auch, dass sich zumindest eine kleine Schlange von 8 Personen dort bereits versammelt hatte. Mitfliegende? Oder auch Opfer eines ungewissen Schicksals?

Doch nach kurzer Wartezeit bewegte sich etwas hinter zweien der Schalter. Sie öffneten, und sie zeigten am Bildschirm darüber genau den Flug an, den Don Curry gebucht hatte. Als er schließlich dran war und alle erforderlichen zusätzlichen Formalitäten wie Impfnachweis und Corona-Einreiseformular in die Türkei vorzeigen konnte, wurde er sogar gefragt, ob er den Fensterplatz am Notausgang zugewiesen bekommen möchte - stets der angenehmste Sitzplatz angesichts seiner ausgedehnten Extremitäten. Er wollte!

Der Rest der Anreise verlief unproblematisch, brachte aber doch noch so manche kleine Überraschung in beiderlei Richtung mit sich. Positiv war z.B. die schnelle und im guten Englisch kommunizierte Erledigung der Formalitäten beim Mietwagenbüro oder später der spektakuläre Sonnenuntergang direkt bei der neuen Bosporusbrücke. Als ziemlich negativ zeigte sich das unfreundlich-desinteressierte Gebaren der Mitarbeiter im Parkhaus der Mietwagenfirma. Don Curry bekam einfach den Schlüssel ausgehändigt und sollte sein Auto dann gefälligst selbst finden und auf Schäden untersuchen. Schäden fand er keine, doch das eigentliche Problem entdeckte er erst, nachdem er bereits 30 km unterwegs war. Obwohl er für einen vollen Tank gezahlt hatte, zeigte die Tanknadel gerade mal ein Drittel Füllung an. Zum Umkehren war es aber längst zu spät. 

Auch so geriet Don Curry auf den letzten 40 Kilometern in die Dunkelheit eines späten türkischen Abends, und der ist ziemlich dunkel, da es kaum Straßenbeleuchtung gibt. Ausgerechnet jetzt ging es durch kleine Dörfer und über schlechte Landstraßen. Katzen querten plötzlich die Straße, Hunden versuchten bellend sein Auto anzugreifen, und immer wieder entdeckte Don Curry im letzten Moment dunkle Gestalten am Straßenrand: Menschen, zum Teil ganze Familien, beim Gang ins nächste Dorf.

Endlich war das Ziel erreicht. Nur durch eine Straße vom Strand und dem brandenden Schwarzen Meer getrennt, sollte das kleine Kumsal Airport Otel seine erste Unterkunft der Reise sein. Im angeschlossenen Restaurant bestellte er sein erstes Kebab mit Salata und natürlich Efes-Bier. 

Jetzt war er wieder ganz und gar zufrieden. Nach all den kleinen und großen Abenteuern dieses Tages stand er nun direkt am Schwarzen Meer, genoss den beruhigenden Rhythmus der Wellen und freute sich: Es ist so schön, endlich wieder reisen, endlich wieder abheben zu können...




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