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19. Big Island Mantarochen Schnorcheln

Veröffentlicht: 17.07.2026

Attraktion
Hōnaunau Bay
Hōnaunau, United States
Attraktion
Greenwell Farms Kona Coffee Plantation
Kona, United States
Tour
Junior Park Ranger Programm
Aktivität
Tour
Schnorcheln mit Mantarochen bei Nacht
Wassersport · 20m
Fähre
Hafen an der Westküste von Hawaii → Garden Eel Cove
Kailua-Kona, United States
Manchmal braucht man im Urlaub einfach einen Tag, an dem der Wecker stumm bleibt. Genau so beginnen wir unseren Tag auf Big Island: Wir schlafen gemütlich bis halb acht, manche von uns sogar bis acht Uhr aus. Nach den ereignisreichen und wanderintensiven Tagen zuvor lassen wir den Tag ganz entspannt angehen und starten mit einer großen Tasse lokalem Kaffee aus Hawaii auf der Veranda. Kein Stress, kein Zeitdruck – eben echtes Hawaii-Feeling.
Bevor es losgeht, bauen wir das Dach unseres Jeeps ab. Open-Air fährt es sich auf Hawaii einfach am besten! Dann machen wir uns auf den Weg und cruisen ganz entspannt die Küste hinunter. Die Sonne scheint, der Wind weht uns um die Nase, und aus den Lautsprechern laufen die Beach Boys – der absolute Kulissensoundtrack. Unser Ziel: Der Puʻuhonua o Hōnaunau National Historical Park, eine der bedeutendsten historischen Stätten der hawaiianischen Kultur, gelegen an der wunderschönen Süd-Kona-Küste.

Um die Magie dieses Ortes zu verstehen, hilft ein Blick weit zurück in die Vergangenheit. Die Geschichte Hawaiis beginnt als eine der beeindruckendsten Reisen der Menschheit. Um das Jahr 300 bis 800 nach Christus brechen polynesische Seefahrer von den weit entfernten Marquesas-Inseln und später aus Tahiti auf.
Ohne Kompass oder moderne Instrumente, nur geleitet von den Sternen, den Meeresströmungen, dem Flug der Vögel und den Wolkenformationen, legen sie in ihren mächtigen Doppelrumpfkanus tausende Kilometer über den offenen Pazifik zurück. Sie bringen alles mit, was sie zum Überleben brauchen: Nutzpflanzen wie die Kalo-Pflanze (Taro) und Süßkartoffeln sowie Schweine, Hühner und Hunde.
Auf den unbewohnten vulkanischen Inseln erschaffen diese mutigen Entdecker eine völlig neue, isolierte Gesellschaft. Sie leben in tiefer Verbundenheit mit der Natur und entwickeln ein komplexes System aus Häuptlingen (Aliʻi), Priestern (Kahuna) und strengen spirituellen Regeln – genau jenen Gesetzen, die später die Geschichte unseres heutigen Ausflugsziels bestimmen.
Wir kommen am Nationalpark an und spüren sofort die spirituelle Atmosphäre. Aber was ist das eigentlich für ein Ort? Der Puʻuhonua o Hōnaunau ist eine heilige, geschützte Stätte des alten Hawaiis, die von einer gewaltigen, mörtellosen Lavasteinmauer umgeben ist. Bewacht wird das Areal von finster blickenden, hölzernen Götterstatuen – den Kiʻi.
Historisch passiert hier über Jahrhunderte etwas Einzigartiges: Der Park dient als absoluter Zufluchtsort. Im alten Hawaii herrscht das Kapu-System, ein Geflecht aus extrem strengen, heiligen Gesetzen. Wer gegen diese Regeln verstößt, dem droht ausnahmslos die Todesstrafe.
Die einzige Rettung: Die Gesetzbrecher müssen vor ihren Verfolgern fliehen, oft durch die haiverseuchte Brandung schwimmen und diesen heiligen Boden betreten. Sobald ein Flüchtling es hierher schafft, führt ein Priester ein Reinigungsritual durch. Die Sünde ist damit vergeben und der Mensch darf ungestraft und sicher nach Hause zurückkehren. Auch Frauen, Kinder und besiegte Krieger finden hier in Zeiten von Stammeskriegen sicheren, unantastbaren Schutz.

Wir wandeln auf den historischen Spuren der alten Hawaiianer und stehen staunend vor der Great Wall. Diese gewaltige Mauer aus dunklem Lavagestein ist über 300 Meter lang und hält komplett ohne Mörtel – eine faszinierende Bauleistung, die Jahrhunderte überdauert hat.

Die Mittagssonne brennt mittlerweile unbarmherzig vom Himmel, und wir suchen immer wieder den Schatten der Palmen. Trotz der Hitze packt uns der Ehrgeiz: Wir machen beim Junior Park Ranger Programm mit! Da wir das Heft für die „großen Kinder“ erhalten, wird es eine echte Herausforderung. Das Ganze ist nämlich gar nicht so einfach! Bewaffnet mit dem kniffligen Fragebogen streifen wir durch die Anlage und entschlüsseln historische Details.
Die Jungs knobeln sich erfolgreich durch alle anspruchsvollen Aufgaben danke Übersetzungsapp und erhalten am Ende stolz ihre wohlverdienten Holz-Abzeichen. Nach dem ganzen Knobeln in der prallen Mittagssonne meldet sich der Hunger. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und essen erst einmal gemütlich unsere mitgebrachten Brötchen.
Gleich neben dem Nationalpark liegt die Hōnaunau Bay, eine der besten Schnorchel-Buchten der Insel. Statt über die Lava-Stufen steigen wir ganz entspannt über den kleinen Sandstrand ins kristallklare Wasser ein. Leider gibt es direkt eine kleine Enttäuschung: Die Unterwasserkamera streikt – der Akku ist komplett leer! Die wunderschöne Unterwelt bleibt also nur in unseren Köpfen eingebrannt.
Und zu sehen gibt es reichlich! Das Wasser wimmelt nur so von unzähligen, leuchtend gelben Fischen (den berühmten Hawaii-Doktorfischen). Plötzlich gleitet eine majestätische Honu – eine hawaiianische Meeresschildkröte – völlig tiefenentspannt an uns vorbei. Ein anderer Fisch sieht aus wie ein kleiner Kugelfisch. Da wir ohne Flossen unterwegs sind, paddeln wir ganz gemütlich und ohne Hektik durch das warme Wasser.

Das Schnorcheln ist herrlich, aber irgendwann zieht es uns wieder an Land. Für den Rückweg wählen wir dieses Mal nicht den Strand, sondern die natürlichen Lava-Stufen – und das erweist sich als gar nicht so einfach! Die Wellen klatschen unaufhörlich gegen das Vulkangestein und bringen ordentlich Bewegung in die Sache. Man muss genau das richtige Timing abpassen, sich vom sanften Sog der Wellen hochtragen lassen und im perfekten Moment zupacken, um auf den rutschigen Felsen Halt zu finden.
Salzig und glücklich steigen wir wieder in unseren offenen Jeep. Es ist gerade einmal 14 Uhr – wir haben also noch richtig viel vom Tag! Wir fahren ein Stück die Berghänge hinauf mauka (in Richtung Berge) zur historischen Greenwell Farms Kona Coffee Plantation. Hier, im berühmten Kona Coffee Belt, wachsen die Kaffeepflanzen auf fruchtbarem Vulkanboden.
Wir kommen genau richtig an, um an einer der kostenlosen Touren teilzunehmen. Ein Guide führt uns über das grüne Gelände. Wir schlendern vorbei an Kaffeesträuchern voller Kaffeekirschen und lernen den aufwendigen Weg von der Ernte bis zur Röstung kennen. Neben Kaffee entdecken wir auf der Farm sogar Avocadobäume und Litschibäume. Zum Abschluss probieren wir uns durch die verschiedenen Röstungen. Frisch aufgebrühter Kaffee direkt an der Quelle!

Wenn die Sonne über dem Pazifik versinkt und die Dunkelheit einbricht, beginnt an der Westküste von Hawaii ein ganz besonderes Schauspiel. Wer seinen Urlaub auf Big Island verbringt, sollte sich eine der berühmtesten Tierbegegnungen der Welt nicht entgehen lassen: das Schnorcheln mit Mantarochen bei Nacht.
Schon Stunden vor dem Start steigt die Nervosität beim Packen der Taschen. Weil ich leider sehr schnell seekrank werde, nehme ich im Vorfeld Reisetabletten ein – eine Entscheidung, die sich später als absolut goldrichtig herausstellt! Bereits am Treffpunkt an Land werden wir bestens ausgestattet: Jeder von uns bekommt ein wärmendes Neoprenoberteil gestellt. Unsere eigenen Schnorchelmasken nehmen wir natürlich mit, da sie einfach perfekt passen.
Pünktlich um 20:00 Uhr heißt es Leinen los! Unser Ziel ist der bekannte Schnorchelplatz Garden Eel Cove (auch als Manta Ray Heaven bekannt). Die Fahrt dorthin dauert etwa 20 Minuten – und die haben es in sich! Der Kapitän gibt ordentlich Gas und das Boot schaukelt heftig auf den Wellen. Wir sitzen oben ganz vorne auf dem Deck. Während ich mich gut festhalte und froh über die Medikamente bin, ist David voll in seinem Element: Er freut sich riesig über jede Welle und jauchzt laut vor Vergnügen.

Am Ende in dieser wilden Fahrt bekommen wir plötzlich sogar noch Gesellschaft: Eine Gruppe Delfine tauchte auf und springt verspielt um die Boote herum! Ein absolut magischer Anblick. Leider sind die Tiere viel zu schnell und es ist bereits zu dunkel für eine Aufnahme mit der Kamera. Dieser Moment bleibt also ganz exklusiv als wunderschöne Erinnerung in unseren Köpfen.
Am Futterplatz angekommen, heißt es endlich: Maske auf und ab ins dunkle Meer. Anfänglich habe ich große Bedenken, dass mir das Wasser mitten in der Nacht viel zu kalt ist. Doch der erwartete Kälteschock bleibt komplett aus! Die riesige Aufregung und das pure Adrenalin sorgen dafür, dass ich die Temperatur in den ersten Sekunden überhaupt nicht wahrnehme.
Im Wasser formieren sich alle Schnorchler an einer schwimmenden, beleuchteten Plattform. Das Prinzip ist genial: Die starken Unterwasserlampen locken das Plankton an, welches die Leibspeise der Mantarochen ist.
In der Praxis ist das Ganze allerdings ein echtes Workout! Wir müssen uns fest an der Plattform klammern. Durch den Wellengang ist das super anstrengend und geht extrem schnell auf die Arme. Um eine waagerechte Position an der Wasseroberfläche zu halten, bekommen wir eine Poolnudel unter die Füße geschoben – das hilft ungemein.
Unsere Gruppe wird im Wasser ein wenig aufgeteilt: Erik liegt leider auf der ganz anderen Seite der Plattform. David ist dafür sicher zwischen mir und René eingebettet und hält sich unglaublich tapfer fest. Mit seinen gerade einmal 8 Jahren meistert er das einfach fantastisch! Ein richtiges Familienabenteuer.

Die Riesen lassen nicht lange auf sich warten. Es ist ein surrealer und absolut magischer Moment, wenn plötzlich gigantische Schatten aus der Tiefe auftauchen. Mit einer Flügelspannweite von mehreren Metern gleiten die Tiere elegant und anmutig direkt auf die Lichtquellen zu. Sie drehen nur wenige Zentimeter unter unseren Bäuchen ihre Runden und machten spektakuläre Fassrollen, um das Plankton zu filtern. Während man sich oben mit aller Kraft festhält, vergisst man durch dieses Schauspiel jegliche Anstrengung. Als besonderes Highlight gesellt sich sogar noch ein friedlicher Riffhai zu uns, der majestätisch unter der Plattform seine Bahnen zieht.
Wenn die Kräfte schwinden: Schnell ins Warme
Irgendwann fordert das Halten im Wellengang jedoch seinen Tribut. Es wird spürbar kalt und das Ganze wird einfach zu kräftezehrend. Also heißt es für uns: Abschied nehmen von den Meeresbewohnern und zurück aufs Boot klettern!
Hier zahlt sich unsere gute Vorbereitung aus. Wir ziehen sofort und ohne Verzögerung die nassen Sachen aus. Während der bevorstehenden Rückfahrt bei hohem Tempo und starkem Seegang wäre das auf dem schaukelnden Boot absolut unmöglich.
So sitzen wir pünktlich zur Abfahrt in den Hafen warm angezogen, kuschelig eingepackt und total aufgeputscht vom Adrenalin wieder oben an Deck. Zurück im Apartment gibt es zwar keine heiße Schokolade mehr, dafür aber das beste Betthupferl überhaupt: Wir schauen uns direkt noch die Videos des Abends an und fallen danach einfach nur noch unendlich erschöpft, aber glücklich ins Bett. Dieses Abenteuer ist ein absolutes Highlight und gehört definitiv auf jede Hawaii-Bucket-List!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Familie (4)
AbenteuerlichFamilienfreundlich
  • Schnorcheln in der Hōnaunau Bay mit vielen Fischen und einer Honu
  • Junior Park Ranger Programm im Nationalpark
  • Kostenlose Tour auf der Greenwell Farms Kona Coffee Plantation
  • Nächtliches Schnorcheln mit Mantarochen an der Garden Eel Cove
SchnorchelmaskenNeoprenoberteilReisetabletten
StrandNaturEssenAbenteuer
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Antworten (3)

vor 28 Tagen
Guten Abend, was für Erlebnisse und was für eine Geschichte. Die Polynesier haben übrigens auch Neuseeland besiedelt , allerdings erst um 1300 n. Chr. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Junior Ranger Abzeichen. Das die Jungs da mitmachen, finde ich toll. Euer Highlight ist mit Gewissheit das Manta Erlebnis. Das werdet ihr nie vergessen. Hätte ich vielleicht vor 20 Jahren auch noch gemacht. Erholt euch weiter. Viel Spaß wünschen Frank und OMaRe

Bettina vor 28 Tagen
Das war ja ein Wahnsinns-Abenteuer für euch alle! Genießt weiterhin euren Urlaub in vollen Zügen und weiterhin viel Spaß und Freude

Anna-Katharinavon die_labis_on_tourvor 28 Tagen
Es ist immer faszinierend Tiere zu beobachten und in freier Natur zu erleben. Das ist ein absolutes Highlight und jedes Geld wert. Lg

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