Früh am Morgen lassen wir unsere Hütte hinter uns. Der Tag startet und wir fahren weiter in den Kīpahulu-Abschnitt des Haleakalā-Nationalparks. Auf dem Weg passieren wir die majestätischen Wailua Falls, die direkt an der Straße in die Tiefe stürzen.
Wir sind früh dran und starten kurz nach 10 Uhr direkt mit der großen Herausforderung: dem 6,5 Kilometer langen Pipiwai Trail. Die Wanderung erweist sich schnell als ziemlich anstrengend. Es ist extrem warm und die tropische Luftfeuchtigkeit ist drückend schwül – jeder Schritt bergauf bringt uns ordentlich ins Schwitzen. Doch die Kulisse entschädigt für jede Anstrengung. Ein riesiger Urwaldriese, dessen Luftwurzeln ein eigenes kleines Ökosystem bilden. Kilometerlang wandern wir auf Holzstegen durch einen dichten, meterhohen Bambuswald. Wenn der Wind weht, erzeugen die aneinander schlagenden Stämme ein hölzernes, melodisches Knarzen. Am Ende des Tals stehen wir plötzlich vor einer gigantischen, senkrechten Felswand, an der das Wasser 120 Meter in die Tiefe stürzt. Ein kleiner Wermutstropfen: Wegen akuter Steinschlaggefahr darf man leider nicht direkt bis zum Becken des Wasserfalls vorgehen. Die Aussicht von der Absperrung ist dennoch absolut atemberaubend.
Auf dem Rückweg kommen uns viele Wanderer entgehen, teilweise wieder mit abenteuerlichen Schuhwerk. Zurück am Parkplatz essen wir einen Snack und machen eine Pause.
Erholt machen wir uns an die zweite, deutlich kürzere Wanderung direkt hinter dem Visitor Center. Der Pfad ist ein entspannter Rundweg und führt uns zu den berühmten, terrassenförmigen Wasserbecken. Hier stürzen Kaskaden inmitten üppiger Vegetation von einer Stufe zur nächsten, bis das Wasser schließlich direkt in den tosenden Pazifik fließt.
Nach den Wanderungen steigen wir wieder ins Auto. Wir fahren ein kurzes Stück weiter südlich zur entlegenen Palapala Hoʻomau Church. Auf dem dortigen Friedhof direkt an den Klippen befindet sich die letzte Ruhestätte von Charles Lindbergh. Wer war Charles Lindbergh?
Er erlangte weltweite Berühmtheit, als ihm 1927 der allererste Nonstop-Solo-Alleinflug über den Atlantik von New York nach Paris gelang. Später geriet er durch die tragische Entführung seines Babys und seine politische Haltung vor dem Zweiten Weltkrieg in die Schlagzeilen. In seinen letzten Lebensjahren zog er sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück, verliebte sich in die unberührte Natur Mauis und starb hier 1974. Sein schlichtes Grab unter einem großen Baum verströmt eine unglaubliche Ruhe.
Vom südlichsten Punkt unserer Reise drehen wir um und fahren zurück nach Hana. Der große Hunger meldet sich endgültig. Zum Glück ist Hana berühmt für seine entspannte Foodtruck-Szene. Wir steuern einen der lokalen Wagen an und bestellen uns ein echtes hawaiianisches Festmahl: • Loco Moco: Der absolute Insel-Klassiker aus Reis, einer saftigen Burger-Bulette, Spiegelei und kräftiger Bratensauce. • Chicken Katsu / Shoyu Chicken: Knusprig paniertes oder saftig mariniertes Hühnchen, serviert mit der traditionellen Kugel Makkaronisalat. • Kalua Pork Platter: Zartes, langsam gegartes Zupffleisch mit dem typisch rauchigen Geschmack.
Auf den Holzbänken neben dem Truck, mit einer kalten Limonade in der Hand, teilen wir unser Essen.
Eigentlich stand als Nächstes ein echtes Postkartenmotiv auf unserem Zettel: der berühmte rote Sandstrand (Kaihalulu Beach). Vor Ort müssen wir jedoch feststellen, dass der ohnehin gefährliche, rutschige Pfad dorthin offiziell gesperrt ist. Sicherheit geht vor, also disponieren wir spontan um – und werden mehr als belohnt!
Wir steuern stattdessen den nahegelegenen Hamoa Beach an. Dieser breite, halbmondförmige Strand gilt völlig zu Recht als einer der schönsten im gesamten Pazifikraum. Der Sand hat eine faszinierende "Salz-und-Pfeffer"-Farbe, da sich heller Muschelsand mit dunkler Vulkanerde vermischt. Eingerahmt von dichten, grünen Klippen stürzen wir uns hier in den Pazifik.
Die Brandung ist an diesem Tag enorm stark. Es macht einen Riesenspaß, sich einfach in die heranrollenden Brecher zu werfen und in den Wellen zu hüpfen, verlangt den müden Wanderbeinen aber auch noch einmal alles ab und ist ganz schön anstrengend! Die Kinder verziehen sich nach dem Toben glücklich in den warmen Sand und sind hochkonzentriert damit beschäftigt, eine gigantische Sandburg zu bauen, während wir einfach nur die Aussicht genießen.
Während wir so im Sand sitzen, machen wir eine faszinierende Entdeckung: Überall um uns herum wimmelt es plötzlich im Sand! Unzählige kleine Krabben krabbeln flink aus ihren Löchern hervor und flitzen über den Strand. Sobald man sich bewegt, huschen sie blitzschnell wieder in ihre Verstecke zurück. Ein geniales Naturschauspiel, das die Kinder beim Sandburgenbauen natürlich sofort in helle Aufregung versetzt.
Am ruhigen Grab von Charles Lindbergh finden wir drei wilde Kokosnüsse. Unser Plan für den Abend in den Waiʻānapanapa State Park Cabins: die Schätze knacken – ganz ohne moderne Hilfsmittel.
Nur mit einem einfachen Messer, Muskelkraft und viel Geschick machen wir uns ans Werk. Zuerst bohren wir mit der Messerspitze die Keimlöcher auf, um das frische Kokoswasser zu trinken.
Danach folgt der harte Teil. Mit kräftigen Schlägen des Messerrückens bearbeiten wir die faserige Schale unter ständigem Drehen. Es kostet uns einiges an Schweiß, bis die Nüsse endlich aufbrechen. Das frische Fruchtfleisch direkt an den Lavaklippen ist die perfekte Belohnung für diesen Tag!
Abends schmeißen wir wieder den Grill an, aber nach dem späten Mittagessen fehlt uns der Hunger. Zum Glück ist unser Grillgut begrenzt.
Auf einen Blick
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Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Familie
Stimmung
AbenteuerlichFamilienfreundlichKulinarisch
Highlights
Pipiwai Trail
Wailua Falls
Palapala Hoʻomau Church
Charles Lindberghs Grab
Hamoa Beach
Waiʻānapanapa State Park Cabins
Ausrüstung
Messer
Themen
NaturStrandEssenGeschichteAbenteuer
die_labis_on_tourFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)
vor etwa 1 Monat
Guten Abend, es ist toll von euch zu lesen und mitzureisen in die Inselwelt und den NP. Beim Essen habe ich mich für das Hühnchen entschieden und am Strand sind die Krabben meine Favoriten. Weiter so, genießt die Zeit und denkt nicht an zu Hause.
Liebe herzliche Grüße senden Frank und OMaRe