Cartagena - die Perle der Karibik
Nach dem längeren, geruhsamen Inselaufenthalt stürzen wir uns in das bunte Treiben der geschichtsträchtigen Stadt Cartagena. Sie zieht jedes Jahr Millionen Touristen an (und das...


Veröffentlicht: 06.02.2025






























Die „Stadt des ewigen Frühlings“ bietet ganzjährig ein sonniges, warmes Klima. Wir erkunden das Stadtleben vom zentralen Viertel Laureles aus, es hat ruhige Seitenstraßen mit schönen Eckcafés und eine Barstreet in der Mitte.
Absolutes Highlight von Medellín ist eine Tour durch das Viertel Comuna 13. Es war in der Vergangenheit von Gewalt durch Paramilitärs und Gangs geprägt - und zwar nicht nur zur Zeit Pablo Escobars, der vor allem hier seine „Soldaten“ rekrutierte: Bereits zur Zeit der „La Violencia“, dem Bürgerkrieg der 50er- und 60er-Jahre, flohen vertriebene Familien in die Berge rund um Medellín. Um die Macht im Stadtviertel kämpften immer wieder verschiedene Paramilitärs und Gangs. Auf dem Sportplatz hier unten wurden früher Exekutionen durchgeführt…
Anfang der 2000er-Jahre startete der Staat in der Comuna 13 urbane Kriegseinsätze mit Panzern und Hubschraubern, um erstarkte Paramilitärs zu verdrängen. Viele vermeintliche Mitglieder der Guerilla, oft waren es auch Zivilisten, wurden getötet oder verschwanden. Erst seit kurzer Zeit gibt es staatliche Bemühungen, die vermutlich vergrabenen Verschwundenen zu suchen.
Heute ist die Comuna 13 sicher geworden. Großen Anteil hatten die Anwohner, die sich für positive Veränderungen einsetzten. Jugendliche wendeten sich u.a. der HipHop-Kultur zu: Graffiti, Breakdance und Rap.
Viele Häuser wurden farbenfroh und kreativ gestaltet. Murals haben hier oft eine besondere Message, z.B. wird an die brutale Vergangenheit erinnert (1. Foto hier thematisiert die Militäroperation „Orion“ vom 16.10.2002) oder es werden positive Zukunftsbilder entworfen. Es gibt nun auch viele Kunstgalerien und riesige kunstvolle Figuren, die eine Attraktion sind.
Zur Verwandlung der Comuna 13 trug auch die „längste Rolltreppe der Welt“ bei. Die Stadt verbesserte den Zugang durch den Bau von Rolltreppen, die am Hang über 6 Abschnitte eine Höhe von 28 Stockwerken bewältigen.
An einem anderen Tag schauen wir uns das Zentrum von Medellín an, per Hochbahn sind wir schnell da. In Downtown sind einige historische Gebäude und viele Geschäfte. Hier wird auch Armut und Drogenabhängigkeit deutlich sichtbar, so gilt die Innenstadt noch als vergleichsweise gefährlich, die anderen Viertel der Stadt sind in der Regel ziemlich sicher!
Das Stadtbild besteht aus einer Mischung aus alten und modernen Gebäuden. Viele Wände sind mit Streetart geschmückt. Mitten in diesem Großstadtdschungel wächst viel Grün, wir sehen tropische Pflanzen, die bei uns höchstens als Zimmerpflanzen wachsen.
Am Plaza Botero stehen reihenweise Werke von Fernando Botero, er war einer der bekanntesten bildenden Künstler Südamerikas. Seine Figuren haben alle sehr auffällige Rundungen.
Nun noch Infos zur grausamen Zeit von Pablo Escobar in den 80er-Jahren: Durch das Medellín-Kartel und seinen global ausgerichteten Kokainhandel wurde die Stadt in eine tiefe Krise gestürzt und von der brutalen Gewalt in Dauerschock versetzt. Sie galt als gefährlichste Stadt der Welt. Politiker, Richter, Journalisten und alle, die nicht kooperierten, wurden umgebracht. Seitdem gibt es große Bemühungen, die dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ein Wohnort von Escobar in der Stadt, das achtstöckige Gebäude „Mónaco“, wurde gesprengt und sein Landsitz „La Cathedral“ am Rande von Medellín, in dem er sich zuletzt wie in einem goldenen Käfig im Hausarrest befand, ist zerfallen. Immer noch soll es einige wenige Anhänger Escobars geben, da er mit seinem wahnsinnigen Vermögen auch Wohltaten für die Armen finanzierte. Medellín und seine Einwohner schauen dann aber doch lieber in die Zukunft.
Kulinarisch testen wir auch verschiedene kolumbianische Gerichte. Absoluter Goldstandard sind Arepas, eine Art Maisfladen. Es gibt sie mit Topping oder gefüllt. Uns sind sie allerdings oft ohne Soße zu trocken…
In Medellín sehen wir an jeder Ecke Teigwaren, Buñoles (fritierte Käse-Teigbällchen) sind dabei ganz vorne dabei.
Eine weitere Spezialität: Changua von Huevo, Milchsuppe mit pochierten Eiern und Kräutern, echt lecker 😋
Nach unserem Besuch von Medellín fahren wir zum sehr bunten und auch sehr touristischen Ort Guatapé. Dort befindet sich ein riesiger, massiver Granitfels, El Peñol, der bestiegen werden kann und mit über 200m Höhe eine tolle Aussicht über den weitläufigen Stausee der Gegend bietet.
Am Ufer des Stausees haben sich zahlreiche Reiche eine Villa gegönnt. Wir können auf einer Bootstour auch sie ehemalige Villa von Pablo Escobar sehen. Sie wurde damals vom Cali-Kartell weitgehend zerstört.
