Nungwi Beach - Sansibar
Es ist einfach zu verlockend: Keine 2 Stunden und schon sind wir im äußersten Norden der Hauptinsel Sansibars - Beachtime again!


Veröffentlicht: 30.06.2025



































Nach dem Trubel in der Riesenstadt Daressalaam begegnet uns nun eine ganz andere Welt: Auf über 1300 m Höhe ist das Klima feucht-frisch. Die Menschen leben von der Landwirtschaft, auf jedem Berghang wird etwas angepflanzt.
Das Gebiet wird auch als "Schweiz Tansanias" bezeichnet, hier sind zahlreiche idyllische Wanderrouten möglich. Es gibt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, abgelegene Bergdörfer, ursprünglichen Regenwald, Wasserfälle und jede Menge Panoramaausblicke.
Bereits zur Kolonialzeit 1885 bis 1918 zog es viele Deutsche hierher! Die Region mit ihren gemäßigten Temperaturen erinnerte sie an Deutschland. Die Deutschen gründeten zahlreiche Farmen und brachten europäische Pflanzen in die Region (verschiedene Gemüsearten, den Apfelbäume und Kiefern u.a.). Damals trug Lushoto den Namen Wilhelmstal.
Die deutsche Kolonialmacht regierte mit enormer Härte: Sie enteignete die lokale Bevölkerung und zwang sie zur Plantagenarbeit. Kulturelle Traditionen und Strukturen wurden unterdrückt.
Im damaligen Deutsch-Ostafrika kam es zwischen 1905 und 1907 zum Maji-Maji-Aufstand im Süden des Landes. Durch die brutale Niederschlagung starben etwa 200.000 Menschen. Mit dem Ende des 1. Weltkrieges übernahmen die Briten die Herrschaft über das Land. Nach langem Kampf erreichte Tansania 1961 schließlich die Unabhängigkeit.
Noch heute stehen in Lushuto einige Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit - wie das alte Gefängnis und die Polizeistation. Leider ist es in Tansania nicht erlaubt, Regierungsgebäude zu fotografieren, weshalb ich darauf besser verzichte... Unten allerdings das alte Postamt und eine ehemalige Tierklinik für Pferde!
Besonders faszinierend: Wir erleben mehrmals bei unseren Unterkünften, wie zur Dämmerung Buschbabies aktiv werden - Sie werden auch Galagos genannt.
Diese Tiere sind scheu, aber schnell zu bemerken, wenn ihr Ruf ertönt. Sie wirken wie eine Mischung aus Äffchen und Katze und springen geschickt von Baum zu Baum!
Nach einer kurzen Stadtrunde beginnen wir am nächsten Tag direkt mit einer unglaublich schönen Wandertour über 4 Tage. Unser Guide Kasim von Shambaa Eco Tours ist sehr freundlich und spricht dazu noch fließend gut Deutsch.
Die noch herrschende Regenzeit begrüßt uns die ersten Stunden mit einem heftigen Regenschauer.
Danach bessert sich das Wetter und wir bewundern sehr schnell auch das erste Chamäleon! In den Usambarabergen gibt es eine spezielle Art, die nur dort vorkommt: das Zwei-Horn-Chamäleon!
Die Männchen sind deutlich größer und häufig hellgrün. Und auch die Hörner sind größer als bei den Weibchen!
Die Weibchen haben eine dunklere, meist braune Färbung.
In der Nähe von Lushoto erreichen wir den Magamba Regenwald. Hier gibt es noch jede Menge Urwaldbäume.
Wir steigen auf zu einem Berg mit Viewpoint, die Nebeldecke reißt nur kurz auf…
Aus dem 1. Weltkrieg existiert unterhalb noch eine Höhle der Deutschen, die gegen die Britten kämpften.
Während unserer Tour lernen wir zwei Volontärinnen kennen: Mathilda (aus Frankreich) und Annika (aus der Nähe von Stuttgart). Sie begleiten uns in den nächsten Tagen, zusammen mit ihrem Guide Chris.
Auf unserer Wanderung sehen wir pittoreske Landschaften und weitläufige Täler, die von Landwirtschaft geprägt sind! Mais, Kartoffeln, Karotten, Kohl, usw. wachsen hier. Der Boden ist sehr fruchtbar…
Wir wandern über Berghänge mit weitem Ausblick über das Umland.
Und wir durchkreuzen immer wieder kleine, abgelegene Dörfer.
Mitten im Wald entdecken wir aus der Ferne zwei schwarz-weiße Mantelaffen hoch in den Bäumen… (s. unten in der Bildmitte).
Am nächsten Tag durchqueren wir idyllische, sattgrüne Täler.
Schließlich passieren wir den Shagayu Forest. Hohe Bäume ragen über uns empor!
Kurz vor unserer letzten Übernachtung besuchen wir noch eine lokale Töpferei.
Die Frauen töpfern in kunstvoller Handarbeit verschiedene Gefäße, Teller, Schüsseln, Tassen etc. Leider ist unser Rucksack sehr voll und die schöne Tonarbeit zu schwer, sodass wir nur Kleinigkeiten kaufen können.
Highlight ist definitiv die letzte Unterkunft in Mtae. Am Rande der Usambara-Berge haben wir einen einmaligen Blick über das tiefer gelegene Umland.
Die mehrtägige Route quer durch die westlichen Usambarberge war eine der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderungen, die wir bisher gemacht haben! 🤩
Und weiter reisen wir zum Fuß des Kilimandscharo - in die Stadt Moshi.
