colombia-2017

4 Wochen mit dem Rucksack durch Kolumbien

Tag 27 - Das Boot!

Um Punkt 6 Uhr bin ich von Motorgeräuschen wach geworden. Bequem war die Nacht eigentlich, aber ganz schön warm. Ich bin dann gleich auf Deck, angezogen ist man ja schnell. Es gilt ja Regel Nr. 1: In den nächsten 5 Tagen keine Schuhe, auch keine Flip-Flops.

El Capitan hat gerade mit dem Auslaufen begonnen, alles mit Motorkraft. Das war schon eine tolle Kulisse, vielleicht kommt es auf den Bildern ein Bisschen rüber.

Ich beschreibe euch mal „Das Boot“. Der Katamaran ist etwa 15 Meter lang und 6 Meter breit. Inklusive Crew sind 15 Personen auf dem Boot. Es gibt 2 Einzelkabinen, 2 2er-Kabinen, 2 Semi-Private-Kabinen mit „Doppelbett“, 2 Toiletten und einer Kombüse. Dann gibt es noch den Salon mit Bett der Crew (man wechselt sich je nach Wache ab), Navigationstisch, Funk etc. sowie einem weiteren Doppelbett. Alle Betten sind belegt. Einer der Crew schläft im Salon mit einem Paar aus Holland. Die jeweils anderen beiden der Crew schlafen an Deck, neben dem überdachten Essensplatz.

Wir haben nur kleines Gepäck, die großen Rucksäcke sind verstaut. Jeder erdenkliche Staudamm ist ausgenutzt. Auf Deck hängt Obst 🍇 und Gemüse 🌶 in Netzen.

Es ist also alles sehr eng. Und jetzt stellt euch eng vor - reicht nicht - noch enger!

Wer einen Segeltörn mit Privatsphäre haben will, darf sowas nicht buchen. Und dem Mädel aus der Schweiz und einer Holländerin sind auch ziemlich die Gesichtszüge entglitten, als sie gestern ihr Brett gezeigt bekamen. Ich habe es mir exakt so vorgestellt. Zum einen habe ich mir die Bilder im Internet genau angeschaut, zum anderen habe ich bestimmt 39 mal den Film „Das Boot“ gesehen 😆

Ich finde es aber ziemlich cool hier, zumal man sowieso die meiste Zeit an Deck sein wird und da bieten Katamarane viel mehr Platz als konventionelle Boote - deshalb fahren wir ja Katamaran.

Um ca. 8 gab’s Frühstück, danach Sonnenbaden an Deck. Sehr heiß, keine Wolke ⛅️ am Himmel und nur wenig Schatten (wir fahren noch immer ohne Segel).

Nach 1 Stunde habe ich mich mit meinem Buch unters Dach gesetzt - komischerweise haben das alle (!) Männer gemacht, alle Frauen sind in der prallen Sonne liegen geblieben. Mono hat für‘s Mittagessen geangelt, aber leider nichts gefangen. So gab es Wraps mit leckeren Saucen und Salat. Kochen kann er, der Mono!

Inzwischen ist das Vorsegel gesetzt. Bringt ein bisschen Schatten und zusätzlichen Vortrieb. Die Motoren laufen immer noch, da der Wind nicht stark genug ist für den Zeitplan.

Mit den Seekrankheiten geht es jetzt auch los. Aktuell führt England im Fischefüttern mit einem Punkt 👍🇬🇧

Den Rest des Tages haben wir mit lesen und sonnen verbracht. Da wir mit 249 Grad fast exakt Westkurs fahren, sind wir genau auf den Sonnenuntergang 🌅 zugefahren - ideal für die Romantikfotos.

Der Seegang hat inzwischen ganz schön zugenommen, was für den Fischefüttern-Contest gut war. Zwischenstand: England 4, Holland 3, Schweiz 4, Österreich 0, Deutschland 0. Julia schwächelt zwar ein bisschen, aber ich denke wir können die weiße Weste behalten. Heute trinkt irgendwie außer mir auch keiner mehr ein Bier - wegen der paar Wellen - nix gewohnt die Jugend 😜.

Die Crew hat Spaß und versorgt die Geschädigten mit gesalzenen Limetten - soll gegen Übelkeit helfen.

El Capitan sagt, dass wir mañana a las diez ruhige Gewässer und die erste Insel erreichen.

Liege jetzt in der Koje, Julia schläft schon. Der Seegang wird immer heftiger. Ich hoffe alle halten sich an Regel Nr. 2: „Aus dem Boot rauskotzen und nicht hinein.“

#segeltörn#cruise#katamaran#dasboot#nacar2

Kommentare

Sonnen
Bei der Boot-Beschreibung kommen Erinnerungen an Michis und meine Katamaran-Woche hoch. 😉 Wir mussten durch eine Luke in unsere etwa insgesamt 2,50x1,60m große „Kabine“ klettern. 😅

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: