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Tākaka - Cape Farewell

Veröffentlicht: 18.12.2024

Eigentlich war mein Plan direkt nach dem Frühstück von Tākaka aus nach Cape Farewell zu fahren. Als ich morgens aber ein wenig durch den Ort geschlendert bin, fand ich ihn so süß, dass ich doch noch eine Weile geblieben bin und mir auch das Museum angesehen habe. Außerdem konnte ich einem deutschen Pärchen ein paar Neuseelandreisetipps geben.


Ganz im Norden hat die Südinsel Neuseelands eine ca. 1km breite, aber dafür etwa 25km lange Landzunge, die man 4km lang bewandern kann, bevor man eine Permit benötigt. Offenbar stranden dort leider jedes Jahr etliche Wale. Zuletzt waren es dieses Jahr am 2. Dezember 37 Grindwale, von denen nach mehreren Rettungsaktionen wegen erneuter Strandungen nur 17 überlebt haben.


Bereits 1642 war der Niederländer Abel Tasman vermutlich der erste Europäer, der die Landzunge zu Gesicht bekam und ihr den passenden Namen "Sand Duining Hoek" gab. Kapitän James Cook war 1770 der nächste Seefahrer, der die nördlichste Landspitze der Südinsel erreichte und ihr den Namen "Cape Farewell" gab, weil das Kap die letzte Landfläche war, die er sah, bevor er wieder nach England zurückkehrte.


Es gibt dort einige schöne Lookouts, aber die eigentliche Attraktion ist der Wharariki Beach, den Windows-Nutzerinnen und -Nutzer von ihrem Hintergrundbild kennen könnten. Mir hat es dort so gut gefallen, dass ich nach einer Nacht auf einem Freedom-Campingplatz, zu dem ich erstmal eine Stunde lang auf einer Schotterpiste fahren musste und auf dem ich letztendlich ganz allein übernachtet habe, nochmal zurückgekehrt bin. Außerdem habe ich beschlossen einfach den 9km langen Top of Hill Walk vom Ort Pūponga zum Wharariki Beach zu machen und am Ende des Wanderweges einfach Leute zu fragen, ob sie mich zurück zu meinem Auto mitnehmen können. Alle, die am Wharariki Beach sind, müssen nämlich wieder nach Pūponga zurückfahren, weil die Straße eine Sackgasse ist. Insofern waren die Chancen gut jemanden zu finden. Und tatsächlich musste ich keine fünf Minuten warten, bis ich eine sehr nette Mitfahrgelegenheit bei einer neuseeländischen Familie aus Nelson hatte, die mir auch noch Nektarinen und Mandarinen als Snack für die Fahrt angeboten haben.


Mit dem Wetter hatte ich auf der Wanderung auch mal wieder riesiges Glück: Als ich morgens aufgestanden bin, war es komplett bewölkt, weshalb ich lang hin und her überlegt hatte, ob ich wirklich nochmal zum Kap fahren soll. Bis ich am Anfang des Wanderweges war, ist es aber ziemlich aufgeklart und unterwegs hat die Sonne dann richtig schön geschienen. Erst als ich drei Stunden später am Strand angekommen war, ist es leider wieder zugezogen. Nachdem ich einigen Robben beim Schlafen zugesehen hatte, bin ich nochmal zu der bekannten Felsformation gegangen, der der Nebel irgendwie einen mystischen Touch verliehen hat. Alles in allem war es einfach eine wunderschöne Wanderung!


Auf dem Weg zu The Hostoric Langford Store & Post Office, einem Gemischtwarenladen, den es seit 1928 gibt und der sehr guten Kaffee und Kuchen verkauft, habe ich einen kleinen Umweg zur Collingwood Historic Cemetery gemacht, bevor ich in den Salisbury Falls ein sehr kurzes, aber genauso erfrischendes Bad genommen habe. Ich wäre gern länger geblieben, aber dann hätten mich die Sandfliegen vermutlich komplett aufgefressen. Das sind 2-3mm lange Fliegen, von denen die Männchen harmlos sind, die Weibchen aber eine Blutmahlzeit benötigen, bevor sie Eier legen können. Sie spüren ihre Opfer mit ihrem Geruchssinn und durch Sehen auf, wobei der Schweiß von einigen Menschen und besonders dunkle Farben attraktiv für sie sind. Ich scheine leider - genauso wie für Mücken - einen ganz besonders betörenden Geruch für die Sandfliegen abzusondern...

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