Tākaka - Cape Farewell
Eigentlich war mein Plan direkt nach dem Frühstück von Tākaka aus nach Cape Farewell zu fahren. Als ich morgens aber ein wenig durch den Ort geschlendert bin, fand ich ihn so...


Veröffentlicht: 19.12.2024














Nach einem ausgiebigen Telefonat mit Markus bin ich auf den Markt gegangen und habe kurzerhand meinen Plan, nämlich direkt weiterzufahren, verworfen. Irgendwie fand ich es so absurd, dass dort Leute weihnachtsmäßig verkleidet Weihnachtslieder spielen, Blumen und Setzlinge verkauft werden und man in T-Shirt und kurzer Hose nicht friert.
Ich habe mir ein sehr leckeres indonesisches Gericht zum Mittagessen und ein Boysenberry-Eis (Kreuzung aus einer Brombeere und einer Loganbeere) gekauft und danach entdeckt, dass es sogar Pizza und einen "Bratwurst Grill" gab. Als ich beim Obst- und Gemüsestand mein Gemüse bezahlen wollte, ging meine Karte nicht (Debitkarten wurden nicht akzeptiert). Der Verkäufer sagte sofort, ich solle einfach nächste Woche wieder kommen und dann bezahlen. Zum Glück konnte ich bar bezahlen, nächste Woche bin ich nämlich planmäßig nicht schon wieder in Motueka. Aber unglaublich, dass er mir einfach so einen Vertrauensvorschuss gegeben hat.
Nachmittags bin ich auf den anderen Freedom Campingplatz von Motueka umgezogen, der am Meer liegt, am Tag zuvor aber schon voll war. Dort gibt es ein Salzwasserbecken, das vom Meer abgetrennt ist. Es wurde vor etlichen Jahren gebaut, weil es in der Umgebung anscheinend viele Haie gibt. Die Vorteile sind also, dass man erstens sowohl bei Ebbe als auch bei Flut baden kann und dabei zweitens keine Angst haben muss von einem Hai angegriffen zu werden.
Am nächsten Tag wollte ich auf dem Weg nach Westport den Paddy's Track im Nelson Lakes Nationalpark machen, um eine gute Aussicht auf den Lake Rotoiti zu bekommen. Leider hat es den ganzen Weg von Motueka bis zu dem kleinen Ort Saint Arnaud am Lake Rotoiti ziemlich stark geregnet und die Wettervorhersage hat auch noch Gewitter für den Nachmittag verkündet. Deshalb habe ich mich im DOC-Center beraten lassen, ob ich die Wanderung antreten kann oder es lieber lassen sollte. Die Antwort war: Ich soll es ruhig versuchen und ggf. zwischendurch eben wieder umkehren.
Irgendwie hatte ich mal wieder ziemliches Glück, denn es gab kein Gewitter und auch der Regen war vorbei. Während einer kleinen Pause auf einer Bank mit toller Aussicht auf den See kamen drei Männer dazu. Im Gespräch stellte sich heraus, dass es sich um einen pensionierten Lehrer, einen ehemaligen Schüler von ihm und dessen Sohn handelt. Offenbar ist der Kontakt immer bestehen geblieben und das, obwohl der Lehrer ursprünglich aus Schottland kommt, den Schüler vor vielen Jahren in Singapur unterrichtet hat und jetzt in Neuseeland lebt. Und noch verrückter wird es, wenn man weiß, dass der ehemalige Schüler eigentlich Deutscher ist, aber in Singapur aufgewachsen ist und mittlerweile auch noch die kanadische Staatsbürgerschaft hat :D
Für mich gings nach der Wanderung nochmal 160km weiter mit einer kurzen Kaffeepause in Murchison und durch die Buller Gorge nach Westport. Dort hat Ken, den ich auf dem Queen Charlotte Track kennen gelernt hatte, mich dann in seinem Ferienhaus begrüßt.
