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Viti Levu

Veröffentlicht: 15.02.2025

Nach 90 Tagen müssen Deutsche mit einem Touristenvisum Neuseeland verlassen und mindestens eine Nacht in einem anderen Land verbringen, bevor sie für weitere 90 Tage zurückkommen dürfen. Ich bin an Tag 87 für zwei Wochen ausgereist und zwar nach Fiji. Fiji besteht aus einer größeren Hauptinsel namens Viti Levu sowie vielen kleineren Inseln bzw. Inselgruppen. Ca. 95% der Besucherinnen und Besucher zieht es auf die Yasawa-Inseln, die entsprechend touristisch und teuer sind, außerdem hatte ich bei den Googlebewertungen etlicher Unterkünfte von Bettwanzen gelesen. Vor allem letzteres wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Deshalb bin ich für die ersten zwei Nächte in Nadi einem Tipp von einem Pärchen gefolgt, das ich in Indonesien kennen gelernt hatte, denn laut Googlebewertungen wimmelt es auch in den Unterkünften in Nadi von Bettwanzen.


Mein Zimmer war riesig, die Stimmung der Dame an der Rezeption ziemlich abgekühlt, aber ich wurde direkt von drei Männern in ein Gespräch verwickelt, die mich in trauter Runde gleich noch zum Abendessen eingeladen haben. Und einer der Männer hat mich am nächsten Tag zu einem Ausflug mit seinem Bruder und Neffen nach Rakiraki mitgenommen. Der Ausflug bestand zwar vor allem aus Autofahren und essen, aber es war schön mal einen Einblick in die Gemeinschaft zu bekommen. Kurz bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen wollten, hatten Bruder und Neffe den Wunsch geäußert noch eine Ziege mitzunehmen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, da hing die Ziege schon kopfüber an einem Seil um auszubluten, das Fell war ihr über die Ohren gezogen und dann war sie auch schon im Kofferraum verstaut.


Einem Tipp von Rainer folgend habe ich anschließend Beqa Island besucht. Neben einem Schweizer, der hier seit vielen Jahren jedes Jahr für drei Monate dem Winter entflieht, war ich der einzige Gast und somit habe ich vor allem entspannt, mit den beiden Katzenbabys geschmust oder eher sie mit mir und ein bisschen geschnorchelt. Leider hat aufgrund der Regenzeit die Sonne wenig geschienen, wodurch das Riff relativ farblos aussah.


Zwei weitere Tage habe ich in der Hauptstadt Suva verbracht, wo ich den Markt besucht und Gabriel kennen gelernt hatte. Er wollte für mich ein Homestay bei seiner Schwester auf einer der Yasawa-Inseln organisieren, sie ist nämlich anscheinend ebenfalls Lehrerin. Was er mir über sich selbst erzählt hat (u.a. dass er Geheimdienstagent ist und nebenher als Sicherheitsperson in einem Park arbeitet, dass er in Syrien im Einsatz war und bei einer Autoexplosion der einzige war, der kaum verletzt wurde, oder dass er sich morgens einfach spontan freinehmen kann, um für mich das Homestay zu organisieren, mir aber später erzählt, dass er eine Woche zuvor gekündigt hatte...), klang aber so absurd, dass ich letztendlich doch eher froh war, dass es nicht geklappt hat.


Wirklich cool war erst nach fast einer Woche Fiji der Hai-Tauchgang im Shark Reef Marine Reserve. Ich war anfangs etwas unsicher, ob ich den Tauchgang wirklich machen soll, weil die Haie dabei gefüttert werden und dadurch die Authentizität verloren geht. Es war aber wirklich cool! Beim ersten Tauchgang sind wir gleich auf 25m abgetaucht, haben uns in der sogenannten Arena auf den Boden gekniet und dann wurden die Haie von einem Taucher vor unserer Nase aus einer Metallkiste mit Thunfischköpfen gefüttert. Die meiste Zeit war die Kiste geschlossen und es schwabbte nur ein bisschen Blut heraus. Ab und zu hat der Taucher die Kiste aber geöffnet, ein oder zwei Thunfischköpfe sind herausgefallen und dann gab es zwischen den Haien ein Gerangel bis einer den Kopf verspeist hatte. Als alle Thunfischköpfe gefressen waren, sind wir auf 15m aufgetaucht, wo die Haie von einem anderen Taucher von Hand gefüttert wurden... bis ein Hai aus Versehen den Kettenhandschuh hat mitgehen lassen, dann war die Vorstellung zu Ende.


Nach einer Pause auf dem Boot mit Obst, Gemüse und heißer Schokolade sind wir zum zweiten Tauchgang aufgebrochen, bei dem wir uns am Rande der Arena auf den Boden gelegt haben. Die Haie wurden mit Thunfischköpfen aus einer Metallkiste gefüttert und ich habe ein paar Haifischzähne auf dem Boden gefunden. Bei beiden Tauchgängen waren vor allem Bullenhaie da, es haben sich aber auch ein paar Ammenhaie und Zitronenhaie untergemischt und während der Safety Stops haben wir auch noch einige Riffhaie zu Gesicht bekommen.


Auf dem Boot habe ich außerdem Sebastian aus Deutschland und Lukas aus der Schweiz kennen gelernt und nach den Tauchgängen habe ich mich ihnen angeschlossen und bin mit ihnen zur Unterkunft The Beachhouse gefahren. Das war die perfekte Entscheidung, denn dort waren etliche nette Leute, gute Stimmung und gutes Essen! Mit Sebastian und Lukas, Sana, Tomy und Jacques habe ich außerdem einen Ausflug nach Sigatoka gemacht, wo wir auf dem Markt frisches Obst und Gemüse für den Abend gekauft und die höchsten Sanddünen der Pazifischen Inseln besucht haben. Leider waren wir bei den Sanddünen die ganze Zeit im Regen unterwegs - Regenzeit eben.

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