Routeburn Track
Von der Stichstraße im Milford Sound starten zwei der insgesamt zehn Great Walks, nämlich der Milford Track und der Routeburn Track. Der Milford Track ist der mit Abstand...


Veröffentlicht: 13.02.2025
































Die St Mary the Virgin Anglican Church in Riverton soll laut Reiseführer die hübscheste Kirche der Region sein. Den Wow-Effekt hatte die Kirche bei mir jetzt nicht ausgelöst, aber vielleicht ist sie trotzdem noch schöner als alle anderen.
In Invercargill haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht und dabei den Wasserturm besucht, mehrere schönere Kirchen als die in Riverton entdeckt und eine Sonnenuhr in Form eines Sonnenschirms gesehen. Die Demolition World ist ein "Dorf", das komplett aus Teilen abgerissener Gebäude und recycelter Materialien besteht. Zu den im Reiseführer als "Glanzpunkte" bezeichneten Gebäuden zählen ein Theater, eine alte Schule, eine Kirche und eine Süßwarenhandlung. Vor 10 Jahren war das bestimmt mal cool, seither hat sich aber anscheinend niemand mehr darum gekümmert und alles sieht ziemlich heruntergekommen aus. Bei solchen Sachen sollte ich echt aufhören dem Reiseführer zu glauben.
Ziel war es am Abend einen Strand zu erreichen, an dem Gelbaugenpinguine leben, für uns hieß das entweder Curio Bay oder ein Stück weiter am Nugget Point. Wir hatten also noch Zeit auf der Bluff Peninsula bei Invercargill zum Stirling Point zu fahren, wo ein Wegweiser - das Gegenstück zu jenem am anderen Ende des Landes am Cape Reinga - steht und die Skulptur einer Ankerkette im Meer verschwindet. Sie ist die symbolische Verbindung zwischen Stirling Point und Lee Bay auf Stewart Island, wo offenbar eine fast identische Skulptur steht. Gemäß der Māori-Überlieferung ist die Südinsel das Kanu des Halbgottes Maui und Stewart Island der Ankerstein von Mauis Kanu.
Anschließend waren wir noch am Waipapa Lighthouse, wo wir einige Seelöwen beobachten konnten und am Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel, bevor wir schon Curio Bay erreicht haben. Curio Bay ist normalerweise ein guter Ort, um Delfine zu beobachten, versteinerte Bäume zu sehen und abends Pinguine zu sichten. Leider war nicht nur der ganze Strand gesperrt, sondern auch der Penguin Track nicht zugänglich. Deshalb sind wir bis zum Ort Owaka gefahren, haben dort unser Lager aufgeschlagen und etwas gegessen, bevor wir am Abend zum Nugget Point gefahren sind.
Am Nugget Point gibt es eine kleine Hütte, die als Versteck dient, um Gelbaugenpinguine zu beobachten. Anders als z.B. Zwergpinguine kommen Gelbaugenpinguine nämlich nur an Land, wenn sie unter sich sind. Ab 15 Uhr soll der Strand deshalb nicht mehr betreten werden, denn möglicherweise haben die Pinguine Küken zu versorgen und wenn sie sich nicht an Land trauen, verdauen sie das Futter, das für ihre Küken bestimmt ist, selbst, wodurch die Qualität der Nahrung für die Küken abnimmt.
Als wir gegen 19 Uhr in der Schutzhütte ankamen, waren dort schon ein freiwilliger Mitarbeiter vom DOC, der heute seine erste Schicht hatte, und ein Pärchen, das gerade Abendessen gekocht hat. Mit der Zeit hat sich der Unterschlupf immer mehr gefüllt und vom DOC-Mitarbeiter haben wir erfahren, dass dieses Jahr nur ein einziges Gelbaugenpinguinpaar am Nugget Point lebt, das leider kein Küken hat. Vor 10 Jahren haben hier noch 25 Gelbaugenpinguinpaare, also 50 Gelbaugenpinguine gelebt. Die Wahrscheinlichkeit einen Pinguin zu sehen ist dieses Jahr also ziemlich gering. Trotzdem kam gehen 20 Uhr ein Gelbaugenpinguin aus dem Wasser gewatschelt und hat sich noch eine Weile in der untergehenden Sonne getrocknet, bevor er im Gebüsch verschwunden ist. Das war wirklich magisch!
