Nelson - Motueka
Nach der Wanderung ist bekanntlich vor der Wanderung und tatsächlich hatte ich die nächste Mehrtageswanderung bereits im Blick: den Abel Tasman Coastal Track. Vorher wollte ich...


Veröffentlicht: 17.12.2024







































Tag 1: Auf dem Parkplatz des Abel Tasman Aqua Taxi in Mārahau habe ich mein Auto abgestellt und mich dann gefragt, weshalb wir uns ca. 1km entfernt vom Hafen treffen bzw. wie wir bis zur Abfahrt dorthin kommen. Kurz darauf hat sich meine Frage geklärt, als vier Männer mit Traktoren angefahren kamen, die jeweils ein Boot im Schlepptau hatten. Wir sind auf die Boote gestiegen, zum Hafen gefahren und wurden ins Wasser gelassen. Das war schonmal ziemlich spektakulär! Genauso wie die Fahrt zu den verschiedenen Stränden, an denen Passagiere abgeliefert bzw. eingesammelt wurden. Die Wellen waren teilweise nämlich echt groß, weshalb wir immer wieder von Welle zu Welle gehüpft sind.
Ich habe mich nach Tōtaranui bringen lassen, nicht dem nördlichsten Punkt des Tracks, sondern dem nördlichsten Punkt, den die Wassertaxis anfahren dürfen. Von dort aus bin ich noch ca. 1 Stunde nach Norden zur Anapai Bay gewandert, habe dort mein Zelt aufgeschlagen und den Rucksack abgestellt und bin ohne Gepäck zum Separation Point, dem nordöstlichsten Punkt des Nationalparks, gewandert. Dort habe ich ein paar Robben beobachtet und auf dem Rückweg in der Mutton Cove ein erfrischendes Bad im Meer genommen.
Tag 2: Es lagen ca. 20km und 7 Wanderstunden zwischen Anapai Bay und Bark Bay, wo ich übernachten wollte. Der kritische Punkt war das Awaroa Inlet, das nur zwischen 2 Stunden vor und 2 Stunden nach Ebbe überquert werden kann und das einzige Inlet dieses Wanderweges ist, für den es keinen Weg außenherum gibt. Ebbe war 11.35 Uhr, ich musste also spätestens um 13 Uhr dort sein, um noch eine halbe Stunde für die Überquerung zu haben. Und von Anapai Bay musste ich ca. 3 Stunden bis zum Awaroa Inlet einplanen.
Praktisch war schonmal, dass ich mir auf dem Weg von Anapai Bay nach Tōtaranui 1,5km sparen konnte. Ich war nämlich innerhalb der zwei Stunden vor Ebbe beim Meeresarm von Tōtaranui angekommen und musste an dieser Stelle schonmal nicht außenherum laufen. Auch das Awaroa Inlet habe ich sehr pünktlich erreicht und fand die Gezeitenüberquerung echt aufregend! Einerseits war der Zeitdruck weg, andererseits läuft man dort 30 Minuten lang durch Matsch, über Felder mit Muscheln und durch mehrere kleinere Flussarme, die Sonne hat gestrahlt und alles sah einfach so wunderschön aus!
Auch an einer anderen Stelle konnte ich das Awaroa Inlet bei Ebbe überqueren und mir dadurch einen weiteren Kilometer Weg sparen. Außerdem bin ich an einer Start- und Landebahn vorbeigekommen und konnte zufälligerweise auch noch einem Flugzeug beim Landen zusehen.
Für die Überquerung des Inlets bei Bark Bay war ich dann leider zu spät dran und musste einen 1,5km langen Umweg machen. Aber in Summe hatte ich trotzdem noch 1km gespart und der Campingplatz hatte sogar eine Dusche, die war traumhaft!
Tag 3: Mit 10km stand mir eine eher kürzere Etappe bevor, für die ich mir viel Zeit gelassen habe, um auch etliche zusätzliche Aussichtspunkte besuchen zu können. Da ich mir durch die Gezeitenüberquerung kurz vor dem Ziel in der Torrent Bay 3,5km Weg sparen konnte, war ich wirklich zeitig am Campingplatz in der Te Pukatea Bay, habe dort mein Zelt aufgebaut und meinen Rucksack abgestellt und konnte bei wunderbarem Sonnenschein noch den Pitt Head Loop wandern. Auf diesem Rundweg hat man einerseits eine tolle Aussicht auf die Torrent Bay und andererseits auf die Te Pukatea Bay. Letztere ist unglaublich schön, ziemlich verlassen (es gab nur 6 Campingspots), denn man muss vom Abel Tasman Coastal Track einen Umweg dorthin machen, und sie ist oft auf Broschüren, Postkarten usw. abgebildet.
Tag 4: Der letzte Tag hat mit einem kleinen Downer angefangen, zumindest für meine deutschen Nachbarn. Bei den Plumpsklos hing ein Schild mit dem Hinweis, dass es Ratten und Mäuse auf dem Campingplatz gibt, weshalb man den Proviant nicht im Zelt aufbewahren soll. Während ich das Schild übersehen und meinen Proviant wie immer im Rucksack bei mir im Zelt hatte, hat sich das deutsche Pärchen überlegt den Proviant in Mülltüten in einem Baum aufzuhängen. Bei mir war nichts passiert, aber die Mülltüten waren am nächsten Morgen aufgekratzt und das Frühstück geklaut worden. Immerhin war es auch für die beiden der letzte Tag...
Leider war es etwas bewölkt und hat sogar ein bisschen geregnet. Der Regen war aber eigentlich ganz angenehm und ich habe sogar nochmal eine Badepause an der Akersten Bay eingelegt. Die 14km-Etappe war wie im Nu vorbei und nachdem ich mein Auto abgeholt hatte, war sogar noch genügend Zeit den Split Apple Rock bei Mārahau zu besuchen, bevor ich weiter nach Tākaka gefahren bin.
