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Nelson - Motueka

Veröffentlicht: 16.12.2024

Nach der Wanderung ist bekanntlich vor der Wanderung und tatsächlich hatte ich die nächste Mehrtageswanderung bereits im Blick: den Abel Tasman Coastal Track. Vorher wollte ich zwei Tage lang Pause machen und bin nach Nelson gefahren. Auf dem Weg dorthin durch die Marlborough Sounds habe ich zum ersten Mal Weinberge gesehen. Wenn man dem Reiseführer glaubt, kommen aus dieser Ecke einige der besten Weine Neuseelands.


Auf den letzten 10km von Todds Valley bis Nelson fährt man direkt an der Küste entlang, das war wunderschön! Wenige Kilometer vor Nelson gab es endlich mal die Gelegenheit anzuhalten und ein paar Fotos zu machen. Ich war erst nur mit dem Handy losgegangen, wollte dann aber doch noch die Kamera holen. Auf dem Weg zurück zum Auto wurde ich aus einem Vorgarten von einem Hund angebellt, woraufhin sich der Besitzer sofort bei mir entschuldigt hat. Wir kamen kurz ins Gespräch und als er erfahren hat, dass ich aus Deutschland komme, hat er sich total gefreut. Er war selbst schon ein paar mal dort und es hat ihm immer sehr gut gefallen.


Das war echt schön zu hören, denn Ken hatte ein ganz anderes Bild von den Deutschen gezeichnet. Offenbar haben es vor allem verwöhnte, junge deutsche Männer zu verantworten, dass vor etlichen Jahren die Self-Contained-Camper-Sticker eingeführt wurden. Anscheinend haben sie ihren Müll einfach überall hingeworfen und sowohl ihre kleine, als auch große Notdurft dort verrichtet, wo sie eben gerade waren. Was für ein Abtörner Toilettenpapier in der Landschaft ist, weiß jeder selbst. Und das übrigens, obwohl hier jede noch so kleine Ortschaft kostenlose öffentliche Toiletten hat - mit Toilettenpapier und Seife!


Ob es wirklich vor allem deutsche Männer waren oder auch deutsche Frauen oder Personen anderer Nationalitäten sei mal dahin gestellt. Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass vor allem Deutsche und Franzosen in Campervans unterwegs sind und außerdem bin ich in einer WhatsApp-Gruppe mit ca. 1.000 anderen Deutschen, die in Neuseeland waren, sind oder sein werden und fast jede Woche gab es Fragen (meist von Männern), wie: "Ich muss 200$ Strafe zahlen, weil ich 92km/h in einer 30er-Zone gefahren bin, verlasse Neuseeland aber bald. Ich würde den Strafzettel jetzt einfach nicht bezahlen. Was sagt ihr?" Oder: "Ich muss 400$ Strafe zahlen, weil ich in einem Bereich gecampt habe, wo Freedom Camping verboten ist. Wie kann ich mich gegen die Strafe wehren?" Oder: "Der Wanderweg zur Cathedral Cove ist gesperrt, ich will aber weder Wassertaxi noch Kajak bezahlen. Gibt es eine Möglichkeit die Absperrungen einfach zu umgehen?" Ich finde es einfach respektlos, immerhin sind wir hier zu Gast! Aber mittlerweile werden solche Nachrichten zum Glück von den Admins sofort gelöscht.


In Nelson war ich abends noch beim Centre of New Zealand, dem geografischen Mittelpunkt von Neuseeland und habe mich am nächsten Tag im DOC-Center von einem Mitarbeiter bzgl. des Abel Tasman Coastal Tracks beraten lassen. Von ihm habe ich das Insiderwissen erhalten, auf das ich spekuliert hatte und anschließend statt der Campingplätze in Tōtaranui, Onetahuti und Anchorage jeweils eine Übernachtung in Anapai Bay, Bark Bay und Te Pukatea Bay gebucht. Die letzteren sollen viel kleiner und damit schöner sein, als die, die ich selbst rausgesucht hatte.


Außerdem habe ich mir in Nelson noch die Christ Church Cathedral und The Suter Art Gallery angesehen. Die Christ Church Cathedral war die erste Kathedrale in Neuseeland und beherbergte gerade eine Weihnachtsbaumausstellung. Alle möglichen Organisationen, Vereine und Schulen haben Weihnachtsbäume geschmückt und dort ausgestellt, da waren einige echt verrückte Exemplare dabei. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, um mich umzusehen, weil wegen der Vorbereitungen auf eine Hochzeit alle Besucherinnen und Besucher die Kathedrale verlassen mussten, kurz nachdem ich gekommen war.


Am Nachmittag bin ich noch nach Motueka weitergefahren und habe dort das Wrack der in Schottland gebauten Janie Saddon besichtigt. Dieses wurde einst nach der Tochter von Richard Saddon benannt, der von 1893 bis zu seinem Tod 1906 Premierminister von Neuseeland war. Ansonsten ist in Motueka wenig los, dafür ist es ein guter Ausgangsort für die Wanderung im Abel Tasman Nationalpark.

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