Chemieschaf on Tour 🐑
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Zuletzt in Ho-Chi-Minh-Stadt

Same country, different taste

Veröffentlicht: 01.06.2025

Flug
DAD → SGN
Economy
Fahrt
Ho-Chi-Minh-Stadt → Củ Chi-Tunnel
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
Attraktion
Củ Chi-Tunnel
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
Tour
Streetfoodtour durch Sài Gòn
Tour
Essen
Bánh mì
$ · Abendessen
Essen
Bánh xèo
$ · Abendessen
Essen
Bánh khoai lang chiên
$ · Abendessen
Essen
Pizza Việt Nam
$ · Abendessen
Essen
Kem bơ
$ · Abendessen
Sehenswert
Sài Gòn
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam

Überall liest man, dass der Norden Vietnams anders ist als der Süden. Man muss nur einen Hauch von Geschichte kennen, um zu verstehen, warum. Es zu erleben ist dann doch nochmal anders. Hà Nội und Sài Gòn (Ho-Chi-Minh-Stadt), die beiden größten Städte des Landes – sie schmecken komplett unterschiedlich.


Hà Nội schmeckt nach Pfeffer und starkem Tee. Intensiv, aber mit Zeit zur Entfaltung. Traditionell, nicht ganz strukturiert, mit immer einer Überraschung hinter der nächsten Ecke.

Sài Gòn schmeckt nach süßem Eiskaffee und Chili. Offener, klarer, modern und bunt. Keine Hemmung davor, die eigene Größe zu zeigen – sondern: rumms! Direkt auf die Geschmacksnerven..


Mit dem Zug oder Bus dauert es von Hội An fast einen Tag, um in den Süden zu kommen. Deshalb nehmen wir diesmal früh am Morgen das Flugzeug, verkürzen so die Reisedauer auf wenige Stunden und kommen am Vormittag in Sài Gòn an. Dort werden wir bereits erwartet und machen uns direkt auf den Weg zu einem der eindrucksvollsten und beklemmendsten Orte dieser Reise – den Củ Chi-Tunneln. Die Fahrt führt raus aus dem Lärm der Stadt in eine ruhigere, fast friedlich wirkende Landschaft – ein trügerischer Eindruck, wenn man bedenkt, was hier passiert isr. Vor Ort ist es erstmal heiß, sehr heiß, ein bisschen brennend – und das tut auch mein Herz, als wir abtauchen in die Geschichte des Vietnamkriegs. 


Unser Guide ist Feuer und Flamme für all die Fallensysteme, die Tricks der vietnamesischen Soldaten, und erzählt sie uns mit einem Witz und einer Leichtigkeit, die mich kurz glauben lässt, er spräche über ein Computerspiel, nicht über Menschenleben. Er zeigt uns unter den primitiven, aber wirkungsvollen Fallen seine liebste – die „Door Trap“ – und strahlt förmlich, als er erzählt, wie die von der US-Army eingesetzten Schäferhunde ins Leere geführt wurden (weitere Details erspare ich). Ich finde es spannend und fühle mich gleichzeitig unwohl, schon allein wegen der Schüsse im Hintergrund, die vom nahegelegenen Schießstand kommen. Das unterirdische Tunnelsystem, das sich über mehr als 200 Kilometer erstreckt, wurde als Versteck, Nachschubweg und Lebensraum genutzt. Heute zeigt man etwa 1 % davon – niemand kennt die vollständige Karte. Sicherheitsmaßnahme, falls es wieder losgeht.


Ein bisschen wird alles greifbar, auch wenn die Tunnel, durch die wir kriechen dürfen, vermutlich größer sind als die Originale, und bestimmte Orte nur oberirdisch nachgebildet wurden. Dann erreichen wir den Schießstand, an dem man sich mit einer AK-47 austoben kann. Dass ich das auf keinen Fall machen möchte, war mir vorher klar – dass ich auch nur den Ort selbst mit lauter Musik in meinen Kopfhörern und bewusster Atmung halbwegs aushalte, nicht. Puh. 


Im Bus zurück zur Stadt haben wir Zeit, die Eindrücke ein bisschen sacken zu lassen – Sài Gòn hat viel Stau, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Fast ein bisschen München-Vibes... Nach einer kurzen Verschnaufpause folgt unser Abendprogramm, das gegensätzlicher kaum sein könnte.


Eine Gruppe blau gekleideter junger Frauen holt uns mit ihren Scootern ab, und wir düsen mit ihnen durch die abendlichen Straßen von Sài Gòn – eine fröhliche, bunte Streetfoodtour. Hier ist Rollerfahren nochmal eine andere Hausnummer, und ich rede mit meiner Tourguidin viel über Straßenverkehr, Regeln, Sprachen und das Leben in unseren beiden so verschiedenen Ländern. Wir essen Bánh mì, Bánh xèo, Bánh khoai lang chiên, Pizza Việt Nam und Kem bơ. Also quasi: belegtes Brot, Pfannkuchen, Pommes, Pizza und Eis – nur eben auf Vietnamesisch. Bei einer Spezialität trauen sich nur zwei Leute – ich bin trotz "Auja!"-Vorsatz nicht dabei, denn das übersteigt meine Komfortzone deutlich: Trứng vịt lộn, ein fast fertiges Entenküken im Ei. Guten Appetit… 

Auf dem Weg zurück bekommen wir noch eine kleine Sightseeing-Tour, die eigentlich groß ist – so wie die Hochhäuser und die Brücke hier. Zum Abschluss laufen wir durch die aufdringlich, laute, wilde und dichte Straße mit tanzenden Frauen auf Podesten und vors Gesicht gehaltene Speisekarten und lassen uns in eine Bar bugsieren. Trotz Schlafmangel und tausenden Eindrücken wird der Abend so lustig, dass mein Herz am Ende zwar noch brennt, aber vor Glück.


Dieser Tag: Licht, Laut, Leben – neben Erde, Enge, Erinnerung: Dazwischen. Mit Dankbarkeit & Demut. 


Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
KulturellKulinarischAbseits der Pfade
  • Flug von Hội An nach Sài Gòn
  • Besuch der Củ Chi-Tunnel
  • Streetfoodtour mit Scootern
  • Abend in den Straßen von Sài Gòn
StadtGeschichteEssenTransit
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