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Kaiserliches Flüstern in Huế

Veröffentlicht: 27.05.2025

Fahrt
Ninh Binh → Hanoi
Vietnam
Zug
Hanoi Railway Station → Huế Railway Station
Nachtzug
Attraktion
Zitadelle von Huế
Huế, Vietnam
Attraktion
Verbotene Purpurne Stadt
Huế, Vietnam
Attraktion
Mausoleum von Kaiser Tu Duc
Huế, Vietnam
Wir fahren zurück von Ninh Binh nach Hanoi, denn unsere Zeit im Norden geht zu Ende. Eine letzte Fahrt zwischen überteuertem Kokoskaffee und der nächsten „handgemachten“ Souvenirpause – hoffentlich.


In Hanoi haben wir ein paar Stunden Aufenthalt, die ich nutze, um meine Kreditkarte bei der Bank abzuholen. Diese war mir beim letzten Mal aus mir nicht ersichtlichen Gründen eingezogen worden. Das Abholen der Karte klappt erstaunlich reibungslos und schneller, als ich das sogar von deutschen Institutionen erwarten würde. Manchmal haben auf den ersten Blick nervige Dinge auch ihren Vorteil – niemals hätte ich sonst eine vietnamesische Bank von innen gesehen (was irgendwie sehr cool ist; hier werden die Geldscheine in Paketen verteilt), und ich hatte Zeit, noch einmal ein paar Lieblingsorte in Hanoi wiederzusehen. Außerdem: einmal tief durchatmen. Nach einer Woche aufeinander sitzen ist mancher in so einer Gruppe … na ja, sagen wir mal, beschwerdefreudig.


Abends nehmen wir den Nachtzug nach Huế – 13 Stunden Fahrt, die uns vorab tagelang als Zumutung prophezeit wurde. Am Ende ist es, wie so vieles, gar nicht schlimm – vor allem nicht die Abteile, in denen wir reichen Touristen reisen. Eine Frau rollt wie im Hogwarts-Express regelmäßig mit einem Essenswagen durch den Gang – nur eben mit Dumplings statt Schokofröschen. Ich schlafe erstaunlich gut – nur einmal weckt mich eine Gruppe Niederländer, die um fünf Uhr morgens beim Aussteigen deutsche Schlager grölt. Dann sind wir da – der erste Kaffeestopp versucht, die übernächtigte Anspannung ein wenig zu lösen.


Huế, Kaiserstadt, die ehemalige Hauptstadt der Nguyen-Dynastie (der letzten kaiserlichen Familie Vietnams), empfängt uns mit schwüler Wärme und viel Geschichte, die sich in alten Mauern und restaurierten Palästen zeigt, da vieles im Vietnamkrieg zerstört wurde. Wir sehen unter anderem die Zitadelle, heute von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt, und dürfen auch in die Verbotene Purpurne Stadt, die einst nur dem Kaiser und seinen engsten Vertrauten vorbehalten war. Der Ort wirkt mit einem Hauch von Machtgeflüster – so, als ob bereits Verschwundenes noch wie ein Nachbild in der Luft hängt.


Das Flüstern wird mittags von Beschwerden über das Essen und nachmittags von brüllenden Menschen an der überforderten Rezeption unserer Unterkunft übertönt. Diese ist, genau wie manches in der Kaiserstadt, neu angelegt und gut für Fotos – im Gegensatz dazu sehr grün, aber mit weniger Zauber. Doch das ist okay. Inmitten des Gemeckers stelle ich das Zählen noch bewusster um – von Farben auf die Dinge, die so schön sind:


Der friedliche Lufthauch am Mausoleum von Kaiser Tu Duc.

Die Freude unserer Tourguidin, als mir das von ihr empfohlene Essen schmeckt.

Die Stadt am Abend mit warmen Straßen und flirrenden Licht.

Der Geruch bunter Räucherstäbchen – und dass ich selbst eines machen darf.

Der weltbeste Mangosmoothie.

Kein Regen.

Leichtes Geplänkel am Pool.

Ein paar Zeilen vorlesen.

Einen Moment am Parfümfluss nur für mich.

Schönheit.

Leichtigkeit.

Zeit für Flüstern.

Danke!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
Begleitung
In der Gruppe
KulturellEntspannend
  • Nachtzug von Hanoi nach Huế
  • Zitadelle von Huế
  • Verbotene Purpurne Stadt
  • Mausoleum von Kaiser Tu Duc
  • Räucherstäbchen selbst machen
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