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Kapitel 4, Mexiko Teil 1: Naturwunder, Entspannung und ein teurer Fehler

Veröffentlicht: 03.03.2022

Meine ersten Tage der Reise verbringe ich in den mexikanischen Bundesstaaten Yucatan und Quintana Roo. Quintana Roo ist bekannt für den Partytourismus. Die US-Amerikaner feiern hier ausgelassen ihrer Springbreak-Partys. Mich reizt das allerdings weniger und so bleibe ich lediglich ein paar Tage auf der Insel Cozumel, um schnorcheln zu gehen. 

Ein erstes Anzeichen der Gewalt? Einschusslöcher in der Windschutzscheibe und ein platter ReifeValladolid ist eine charmante, mexikanische Kleinstadt im Kolonialstil, die durch ihre Nähe zu diversen Cenoten unter den Backpackern bekannt ist. Und genau diesem Grund bin ich hier!n? Einen Tag später schaue ich mir die Sache genauer an und es wird schnell klar, dass können keine Kugeln gewesen sein. Fehlalarm. Puhh, ich dachte schon!

Bereits direkt an der Küste geht es nach ein paar Metern im Wasser 3 bis 4 Meter steil nach unten. An dem kleinen Unterwasserkliff tummeln sich bereits viele Fische, sodass innerhalb von wenigen Sekunden ein echtes Schnorchelerlebnis entsteht!

Video vom Schnorcheln: Folgt irgendwann!

Blöderweise unterschätze ich die Sonneneinstrahlung und ich hole mich meinen ersten satten Sonnenbrand. Aua...

Da das Wetter in den nächsten Tagen umschlagen, die See also rau werden soll und somit das Schnorcheln unmöglich ist, beschließe ich vorzeitig von Cozumel in Richtung Valladolid zu verschwinden.

Valladolid ist eine charmante, mexikanische Kleinstadt im Kolonialstil, die durch ihre Nähe zu diversen Cenoten unter den Backpackern bekannt ist. Und genau diesem Grund bin ich hier!

Der zentrale Marktplatz von Valladolid.
Eine Straße mit historischen Bauten aus den letzten Jahren der spanischen Kolonialzeiten!
Häufig sind die Haustüren und Fenster einige hundert Jahre alt.

Cenoten sind übrigens atemberaubende, natürlich entstandene Höhlen oder Gruben, bei denen das Grundwasser Kalkstein ausgehöhlt und häufig zum Einsturz gebracht hat. Das Wasser in den Cenoten erreicht meist eine Tiefe von mind. 15m selten aber auch von 100m.

Ich miete mir ein Fahrrad für umgerechnet 4 Euro am Tag und fahre los.

Nach knapp 30 Minuten Fahrt erreiche ich die erste Cenote. So ganz wohl fühle ich mich auf der Fahrt allerdings nicht. So führt mich der Weg aus der Stadt heraus. Die Straßen werden immer leerer und Ecken, an denen ich vorbeikomme sehen recht dubios aus. Die Dame an der Rezeption im Hostel versicherte mir allerdings, dass die Region sicher sei und ich mir keine Sorgen machen bräuchte.

Der Blick in die Cenote Samaal verteibt die Gedanken und lässt mich staunen. Wundervollll!

Foto von Google...

Und wer schwimmen will, kann hier auch schwimmen!

Video: Folgt irgendwann!

Kurz darauf geht es mit dem Fahrrad weiter in Richtung der Cenoten Xkeken und Dzitnup. Beide Cenoten liegen nur 200 Meter voneinander entfernt und so bietet sich der Besuch beider Naturwunder zusammen an. Die Straßen dahin sind allerdings noch verlassener als vorher und führen mich durch den Dschungel. An mehreren Abschnitten wird mit Schildern vor den Jaguaren gewarnt. 

Beispielbild von Google!

Vermutlich gilt das allerdings eher den Autofahrern, die mit Wildwechsel auf der Straße rechnen müssen. So ganz klar, wird mir das allerdings auch später nicht. Egal, auf der Hälfte der Strecke halte ich an und genehmige mir an einem Stand eine Kokosnuss. Der freundliche Herr, der bei dem Zubereiten der Kokosnüsse mit der Machete schon den einen oder anderen Finger verloren hat, bietet mir einen Sitzplatz an und serviert mir die Kokosnuss. Ich verweile für ein paar Minuten und genieße den Moment. Prächtig!

Zwischendurch auf dem Weg gibt es noch eine Kokosnuss für 1 €.

Wieder auf dem Fahrrad erreiche ich kurze Zeit später die beiden Cenoten und komme wieder ins Staunen. 

Auch hier genehmige ich mir einen kurzen Sprung ins Wasser. Da ich bereits seit den frühen Morgenstunden unterwegs bin, sind die Cenoten noch recht leer und es tummeln sich nur vereinzelt Leute im Wasser und drumherum. 

Danach ist der gelungene Ausflug bereit gegen Mittag beendet. Ich schwinge mich aufs Fahrrad und fahre zurück. 

Gegen Abend genieße ich das kulinarische Angebot der Stadt in einem der verträumten Restaurants. So lässt es sich aushalten!

Zwei Tage später verlasse ich Valladolid und fahre weiter in Richtung Bacalar. Ein Ort, der früher als Unterschlupf für Piraten diente und heute zum Entspannen einlädt. Bacalar ist als Entspannungsort so besonders, da es an einer großen Lagune liegt, die mit kristallklarem Wasser gefüllt ist und die durchgängig kaum tiefer als 1 Meter ist. Vereinzelt gibt es auch in der Lagune selber Cenoten und so kann es vorkommen, dass man nach ein paar Metern des entspannten Watschelns durchs Wasser plötzlich vor einer 100m tiefen Schlucht steht. 


Bacalar ist auch der Ort, an dem mir vor 2 Jahren in einer Hängematte die Erkenntnis kam, dass ich meine Weltreise wegen Corona nach 2 Wochen pausieren muss. Eine lange Pause, wie ich später feststellen musste. Mein Wunsch war es also, mich in genau diese Hängematte zu legen und den symbolischen Play-Knopf zu drücken.


Der Blick vom Bett auf die Lagune! So lässt man sich von der Sonne gerne wecken!

Am Tag darauf kommt allerdings die bittere Erkenntnis, die meinen Reiseverlauf in den ersten Wochen massiv beeinflussen soll. Mein Reisepass ist nur noch 12 Monate gültig. Reicht doch? Nein! Da man bei der Einreise in diverse Länder eine Mindestgültigkeitsdauer von 6 Monaten nachweisen muss, kann ich effektiv nur noch 6 Monate reisen. Die Zeit in Bacalar wird nun zum Reisealbtraum. Ich verbringe nun die ganze Zeit damit, Lösungen zu suchen. Die Lösungen schwanken von einer Rückreise nach Deutschland, über die Beantragung eines Reisepasses in einer deutschen Botschaft bis hin überhaupt nichts zu tun und zu hoffen, dass bei der Einreise in die anderen Länder, nicht so genau auf die Gültigkeit des Reisepasses geschaut wird. Nach Tagen der Grübelei und Planung entscheide ich mich dafür, einen neuen Reisepass in einer deutschen Botschaft zu beantragen, in der deutschen Botschaft in Guatemala-City. Da die Ausstellung des Passes mindestens 3 Wochen beansprucht, ich ihn persönlich vor Ort beantragen muss und ich mich in 6 Wochen mit meiner Freundin in Kolumbien treffen will, muss ich meine Reise durch Mexiko in den nächsten Tagen beenden und nach Guatemala übersetzen. Wahnsinnig ärgerlich und verdammt teuer dieser Fehler. Offensichtlich habe ich die Vorbereitung meines 2. Weltreiseversuchs nicht mehr so ernst genommen, ein echter Anfängerfehler!

So schön Bacalar auch ist, so wird es mir doch nun schon zum 2. Mal zum Verhängnis! Erst die Erkenntnis, dass meine Reise vor 2 Jahren bereits nach 2 Wochen enden musste und nun diese blöde Reisepassgeschichte...




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