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Irland // Tag 4 // Ring of Beara mit Dursey und Garinish Island

Irland // Tag 4 // Garinish IslandIrland // Tag 4 // Wasserfall im Killarney NationalparkIrland // Tag 4 // Ladies' ViewIrland // Tag 4 // Enge Straßen am Ring of BearaIrland // Tag 4 // "Kerry-Kuh"Irland // Tag 4 // KüstenortIrland // Tag 4 // Dursey Island SeilbahnIrland // Tag 4 // Dursey IslandIrland // Tag 4 // Dursey Island IIIrland // Tag 4 // Seehunde vor Garinish IslandIrland // Tag 4 // Garinish Island II

ENTSPANNTER START IN DEN TAG
Time is running - schon sind wir bei Tag 4 angekommen! Es hat auf jeden Fall etwas für sich, wenn man an einem Ort auch mal etwas länger bleibt! Denn so musste ich mich heute Morgen nur fertig machen, frühstücken und konnte danach direkt ins Auto steigen. Ohne lästiges Kofferpacken!
Und was dringend erwähnt werden muss: Bettys Frühstück war auf der ganzen Reise mit Abstand das beste! Ich denke, es waren ca. 5.000 Kalorien, die ich in mich hinein geschaufelt habe, aber das war SO gut! Joghurt mit Apfel und All Bran Flakes (die dünnen braunen Stäbchen kannte ich noch aus England-Studienzeiten), Spiegelei, Brown Bread mit Marmelade, Toast mit Butter, und, am aller-fantastischsten: Pancakes! Ich habe leider vergessen, ein Foto zu machen, ich war so mit essen beschäftigt ;-). Das waren drei dünne Pfannkuchen, eher so wie Crêpes, nicht zu süß, einfach herrlich! Und was habe ich mich gefreut, dass ich die am nächsten Morgen noch mal bekommen würde. Ich hab das gesamte Frühstück einfach genauso wieder bestellt.
Mit mir vor Ort war ein sehr nettes Pärchen aus Holland und zwei Amerikaner. Die waren mir etwas suspekt. Vor allem sie - lobte zwar das Frühstück, aber direkt im nächsten Satz hat sie es als zu fettig bezeichnet und wollte für den nächsten Morgen bitte mehr Proteine ("really delicious, Betty, I so love your pancakes, but for tomorrow I definitely need some more proteins"). Ich dachte ja, sie wäre auf Diät und würde jetzt nach mehr Joghurt oder Rührei ohne Eigelb fragen, was weiß ich. Aber nein, mehr Protein hieß: Sie wollte Würstchen! Ob das so gesund ist? Aber wenn's die amerikanischen Gäste glücklich macht, Betty hat es jedenfalls unbeeindruckt hingenommen.

DAS ERSTE MAL TANKEN
Um den Wasservorrat und den nur noch viertelvollen Tank aufzufüllen, bin ich zur nächsten Tankstelle in Killarney gefahren. Dort angekommen, musste ich erst mal herausfinden, auf welcher Seite der "Tank-Eingang" war. Von der Fahrerseite aus gesehen rechts. Reingefahren war ich in die Mini-Tankstelle aber so, dass es für links passte. Also musste ich noch mal ein bisschen hin und her rangieren, bis ich richtig stand.
Ganz Gentlemen wollten die anwesenden irischen Männer mir dann auch direkt erklären, wie das mit dem Tanken so funktioniert und dass ich aber ja nur Diesel nehmen dürfte, kein "unleaded fuel". Das stand fett auf dem Tankdeckel, hätte ich also auch alleine hinbekommen, aber nett war es trotzdem ;-).
Nummer meiner Tankstation gemerkt und rein in den kleinen Shop, noch zwei Flaschen Wasser im Vorbeigehen eingestrichen, EC-Karte gezückt...aber Bezahlen ging nicht, denn meine Rechnung stand auf 0. Allgemeine Verwirrung, die beiden Mitarbeiter rannten mehrmals abwechselnd an die Tankstation draußen, aber es war kein Betrag zu finden. Bis sich herausstellte, dass einem der Herren von vorhin aus Versehen meine Tankfüllung berechnet worden war. Der war mittlerweile über alle Berge, keine Korrektur mehr möglich. Leider musste ich aber trotzdem etwas zahlen, nämlich seine Tankfüllung (mir wurde aber versichert, dass mich das günstiger käme). Lustig, so macht man das also hier auf dem Dorf!

ETAPPENZIEL 1: WASSERFALL UND LADIES' VIEW
Kurz hinter Killarney wartete dann auch mein erster Stopp: Der höchste Wasserfall ("Torc Waterfall") des Killarney Nationalparks. Auch hier: Habe ich mir beeindruckender vorgestellt, da sind sogar die Triberger Wasserfälle, die ich aus den Schwarzwald-Reisen der Kindheit kenne, höher ;-). Trotzdem war der Weg zum Wasserfall schön, weil er mitten durch einen sehr grünen und vollgewucherten Waldabschnitt führte.
Von dort waren es im Anschluss nur noch wenige Minuten bis zum Beginn des "Ring of Kerry", eine Panoramaküstenstraße, die um die Iveragh-Halbinsel führt. Das ist wohl die berühmteste Straße im County Kerry, wo ich mich aktuell befand. Aber es gibt dort auch noch die Dingle- und die Beara-Halbinseln, die weitaus weniger befahren sind. Da mich ja schon die ganze Bustouristen an den Cliffs of Moher abgeschreckt haben, habe ich also auf den berühmten Teil verzichtet, und lieber den "Ring of Beara" gewählt. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass ich später am Tag auch noch die Dingle-Halbinsel abfahren könnte, aber das stellte sich wieder einmal als totale zeitliche Fehleinschätzung heraus! Es blieb beim Ring of Beara.
Um dort hinzukommen musste ich aber wie gesagt einen kleinen Teil des Ring of Kerry abfahren, der mich dann zum berühmten Aussichtspunkt Ladies' View brachte. Der Weg dorthin versprach schon einiges: kurvige, schmale Straßen, von denen aus - wenn man sich kurz traute, den Blick vom Lenker zu nehmen - schöne Aussichten auf diverse Seen und Landschaften geboten bekam. Der Blick vom Ladies' View aus war dann auch wirklich toll, wobei auf der Route noch bessere liegen würden - auch, wenn ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste.

ETAPPENZIEL 2: DURSEY ISLAND
Weiter ging's und man musste gehörig aufpassen, denn die Straßen waren wirklich stellenweise sehr unübersichtlich. Zum Glück war wenig los (war ich froh, dass ich nicht den überlaufenen Ring of Kerry genommen hatte!) und erst gegen Ende begegnete ich einigen anderen Autos und Wohnmobilen. Da hatte ich mich aber schon so "eingegroovt" mit dem Fahren, dass das aneinander Vorbeitasten mit ein wenig Geduld gut klappte. Man darf sich einfach nicht irritieren lassen und muss mit viel Selbstbewusstsein die irischen Straßen entlang brettern ;-).
Die Küstenstraße war jedenfalls ein echtes Erlebnis und hat sich sehr gelohnt! Irgendwann mittags (spätestens da war mir klar, dass das mit der Dingle-Halbinsel heute nichts mehr werden würde) war ich endlich an der Spitze angekommen. Dort wollte ich mit der Seilbahn nach Dursey Island übersetzen. Wobei das in meinen Augen keine Seilbahn war, sondern eher ein Holzverschlag an einem Seil - Mann, hat das gewackelt! Definitiv schlimmer als das Fahren mit dem Bötchen vor den Cliffs of Moher...lustig war auch, dass überall in der kleinen Kabine Gebete aufgehangen waren und daneben stand dann "pray for protection". Ich war froh, als wir nach 5 Minuten auf der anderen Seite heil angekommen waren! Es war übrigens nur Platz für 6 Passagiere und mittels "Bordkamera" wurde penibel darauf geachtet, dass auch jeder auf der anderen Seite aussteigt und erst mal Dursey Island besichtigt, bevor es zurückgeht. Eine Dame aus Österreich hat es trotzdem mal austesten wollen und blieb sitzen - schon dröhnte durch den angebrachten Lautsprecher "Please get out IMMEDIATELY!!". Da werden selbst die freundlichen Iren streng.
Viel zu besichtigen gibt es auf Dursey nicht, überall liegt Schaf-Kot herum und die Tiere rennen völlig frei über das Gelände. Vor allem ein kleines Baby-Schaf hatte es mir angetan, ich habe minutenlang versucht, ein gutes Foto zu machen - aber nix da! Das Schaf hatte null Bock auf Touris und streckte mir nur den Hintern hin.
Nach ein bisschen Herumgucken bin ich langsam zurück zur Seilbahn. Dort stand eine Deutsche mit ihrem gerade mal 8 Wochen alten Baby - sie war völlig alleine mit ihm zum Wandern nach Irland gekommen und fand das total normal. Ich würde das glaube ich niemals machen, fand es aber toll, dass sie das so konsequent durchzog! Eigentlich hätte ich mir ihr und einigen anderen zusammen in die nächste Kabine gepasst, aber dann kamen drei unfreundliche Inselbewohner und haben sich rempelnd vor alle anderen in der Schlang einsortiert. Ein bisschen wie die Flodders sahen die aus! Ein Schild erklärte auch, dass Inselbewohner immer Vorfahrt mit der Seilbahn haben, aber ein bisschen freundlicher hätten sie sich ja schon zu uns gesellen können!
Ich passte also, zusammen mit einem amerikanischen Pärchen, nicht mehr in die Kabine rein und wir vertrieben uns die Wartezeit mit etwas Klönen. Er ist Finanzberater aus der Nähe von Boston. Spätestens, als er mir von der eigenen Fluglinie und dem Wohnort Cape Cod erzählte, außerdem von vier Kindern, die in Princeton studiert haben, wusste ich: Die sind stinkereich!  Und gerne geredet hat er, aber wirklich nett. Am Ende meinte er noch, wenn er jünger wäre und nicht schon eine Frau hätte, würde er mich heiraten ;-). Seine Frau war völlig schockiert und hat sich mehrfach entschuldigt, weil er so "rude" sei, aber ich fand's einfach nur lustig!

ETAPPENZIEL 3: GARINISH ISLAND
Nach diesem unterhaltsamen Stopp ging es entlang der Südseite der Insel zurück. Das Fahren war hier viel einfacher, weil die Straßen weniger schmal und weniger kurvig waren. Dafür war die Aussicht auch nicht annähernd so schön, wie auf der Nordseite. Schade, dass es dort so wenige Punkte gab, wo man mit dem Auto anhalten konnte, sonst hätte ich wahrscheinlich 100 Fotos gemacht!
Weil ich gut vorankam, habe ich spontan noch ein Etappenziel eingebaut: Garinish Island, die Blumeninsel. Ich hatte Glück und habe das letzte Boot, was um halb 5 übersetzte, erwischt. Eigentlich war es eher ein laut tuckernder Kahn mit mir als einzigem Passagier. Der etwa 90-jährige Kapitän hat mich aber sehr charmant übergesetzt und mich als Extra-Schmankerl ganz nah an die vor der Insel in der Sonne liegenden Seehunde herangefahren. Mein Kapitän meinte, er dürfte so nah ran, die Jungs kennen ihn! Und tatsächlich hoben ein paar der Seehunde ihre Flosse und die anderen streckten einfach nur den dicken Bauch nach oben und genossen das gute Wetter.
Garinish Island ist eine kleine Insel mit künstlich angelegten Gärten (zum Beispiel gibt es einen italienischen Garten, bei dem man vergisst, dass man in Irland ist und sich eher fühlt, wie in der Toskana). Überall riecht es total lecker und über einen kleinen Rundweg kann man das Gelände in einer Stunde gut umrunden. Mehr Zeit hatte ich auch nicht, denn um 17:30 Uhr fuhr das letzte Boot zurück an Land. Das hatte mir der Kapitän mehrfach eingebläut!
Ich saß also 5 Minuten zu früh am Anleger und bald kam auch schon das Boot, wo ich mit allen anderen Besuchern, die noch mit mir zusammen auf der Insel waren, einstieg. Gut, ich merkte zwar, dass das Boot ein bisschen anders aussah und dass der Kapitän ein anderer war...aber erst, als wir auch an einem völlig anderen Ort anlegten, als dort, wo ich eingestiegen war, wusste ich, dass ich den falschen Transfer erwischt hatte. Ups! Also hieß es, immer an der Straße langlaufen, bis ich irgendwann mein Auto wiedergefunden hatte. Aber trotz Stress, Garinish Island war es allemal wert, neben der Seilbahn der Höhepunkt meines 4. Irland-Tages!

ETAPPENZIEL 4: KILLARNEY
Bevor es zurück zum B&B ging, habe ich noch in Killarney gehalten - der Hunger trieb mich hin! Nach einer Portion Fish & Chips - ich hatte gerade den letzten Bissen im Mund und saß auf dem Dorfplatz - ging auf einmal ein massiver Regenschauer los. Die Iren flippten völlig aus vor Freude! Denn nach den heißen letzten Tagen hatten sie darauf alle gewartet. Ich habe mich lieber in einem Pub untergestellt und irische Musik gehört.
Und als Nachtisch gab es noch lecker Irish Whiskey Eis von Murphy's, einem regionalen Eis-Produzenten. Ich habe im ganzen Urlaub keinen Tropfen Alkohol getrunken, noch nicht mal Guinness Bier probiert...aber Irish Whiskey im Eis, das ging dann doch ;-).

Und morgen: Ein letztes Mal Bettys Super-Frühstück und dann ab nach Kilkenny!

WAS MAN SONST NOCH ERWÄHNEN KÖNNTE
*** Radio: Calvin Harris und Ariana Grande sind gerade sehr angesagt in Irland, deren Songs kamen fast jede Stunde mindestens einmal. Schon an Tag 2 konnte ich das kaum noch ertragen, aber jetzt, an Tag 4, war es schon fast Hass! *** Die Fotos mit dem iPhone zu machen ist zwar praktisch, aber damit kann man nicht ansatzweise sehen, wie schön es wirklich überall ist. Also auf die Fotos noch mal 100% "extra-schön" draufschlagen ;-)! *** Wetter: Ich werde wohl alle Pullover wieder ungetragen mit nach Deutschland nehmen. Ich hatte ja nicht mit 25 Grad gerechnet! Und dementsprechend viel zu wenig T-Shirts dabei... *** Aufs Wesentliche konzentrieren: Ich wollte dem Reiseführer ja nicht glauben, dass man pro Region in Irland mindestens 2 Tage, besser bis zu 5 braucht. Deswegen muss ich nach der Hälfte der Reise wohl oder übel akzeptieren, dass ich nicht alles von dem sehen werde, was ich mir vorgenommen habe. Und ab sofort die Route kräftig ausdünnen muss! ***

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