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On The Run!

Veröffentlicht: 16.07.2016

Es war soweit. Der Tag war gekommen, die vermeintlich "sichere" USA zu verlassen und uns in eine komplett andere Welt zu begeben. Eine Welt in der selbst für Sascha alles neu sein würde und eine Welt, in der wir es sicherlich nicht leicht haben würden uns anzupassen. Aber das macht doch gerade den Reiz der Sache aus oder? 😉

Der Anfang unserer Reise durch Mexiko hätte besser gar nicht sein können. Wir hatten im Voraus einen Bus von Tijuana nach Mexicali gebucht und einen weiteren von dort nach Puerto Peñasco, einem kleinen Ort am Golf von Kalifornien. Wir bestellten also ein Taxi, welches uns von San Diego zum Busbahnhof in TJ (=Tijuana) bringen sollte. Leider Gottes hatte unser Fahrer seinen Reisepass nicht dabei, was bedeutet er konnte uns bis an, aber nicht über die Grenze bringen. An sich ist das ja auch kein Problem, nur haben mein Bruder und ich die absolut unnütze Superkraft, die sich "alles-auf-den-letzten-Drücker-machen" nennt. Das heißt auf gut Deutsch so viel wie: wir hatten noch 25 Minuten Zeit bis unser Bus nach Mexicali ging, wussten aber nicht wo der Busbahnhof in TJ war oder wie wir dort so schnell hinkommen sollten.

Wir sprinteten also über die Brücke, welche die Grenze für Fußgänger zwischen den USA und Mexiko darstellt, vorbei an vielen bewaffneten mexikanischen Soldaten, die uns zwar argwöhnisch beäugten uns allerdings nicht aufhielten und nahmen das nächstbeste Taxi. Punkt 10 Uhr kamen wir am Bus an und Gott sei Dank ist kein anderes Volk auf dieser Erde so fanatisch was Pünktlichkeit angeht wie wir Deutschen. 😉

Wir kamen also irgendwie doch noch in Mexicali an. Ein Ort der ähnlich wie Tijuana direkt an der amerikanischen Grenze liegt. Hier ging der Spaß auch gleich weiter. Die mexikanischen Busunternehmen schicken einem zwar das Busticket per Mail zu, akzeptieren vor Ort aber nur eine ausgedruckte Variante. Wir dachten uns es wäre kein Problem, da wir vor Ort sicher nachfragen können und man uns das Ticket ausdrucken kann. Dazu fällt mir nur eins ein: Willkommen in Mexiko. Wir sind nicht einmal 2 Kilometer von der amerikanischen Grenze entfernt und absolut kein Mensch dort spricht Englisch. Vielleicht wollte man auch einfach nicht verstehen was wir sagten, jedenfalls konnte uns niemand helfen. Diese Sprachbarriere hatten wir vollkommen unterschätzt und wir waren auch ein wenig fassungslos, aber wir mussten weiter. Und wieder rannte uns die Zeit davon. Meiner Meinung nach ist das nicht einen Prozent nachvollziehbar aus so vielen Gründen, aber deswegen schreiben wir das Ganze hier ja nicht. Letztendlich fragten wir einfach andere, vorzugsweise junge Menschen ob sie englisch sprechen und eine nette junge Dame spielte Dolmetscherin für uns, sodass wir auch diesen Bus irgendwie bekamen und 3 Kreuze machten, als wir endlich Puerto Peñasco erreichten.

Der erste Eindruck, den wir von der kleinen Stadt und damit von Mexiko hatten, ist recht simpel zu erklären. An sich ist es ein schönes Fleckchen Erde, mit wahrscheinlich viel Potenzial. Allerdings sind alle Gebäude entweder alt und vegetieren vor sich hin, oder sie sind einfach nicht zu Ende gebaut worden, was schade ist, weil dadurch für uns ein etwas unattraktiver Eindruck entstand. Dieser Eindruck sollte sich in vielen anderen Orten die wir gesehen haben genau so bestätigen.

In Puerto Peñasco gab es nicht wirklich viel zu tun. Wir besuchten den Strand und füllten ein paar Vorräte auf, das war es aber auch schon.

Unsere nächste Anlaufstation war Hermosillo, die Hauptstadt des Bundesstaates Sonora. Wir waren ziemlich gespannt wie eine große mexikanische Stadt aussehen würde, immerhin hat Hermosillo 700.000 Einwohner. Nach mehrstündiger Busfahrt, bei der wir vorher mit Hilfe der Rezeption klärten, dass wir die Tickets vor Ort ausgedruckt bekommen, erreichten wir die Großstadt. Viel Verkehr, großer Lärm und eine noch größere Hitze waren das erste was wir wahrnahmen. Ansonsten lässt sich hier das Gleiche feststellen wie in den kleinen Orten zuvor auch, nur mit mehr Menschen. Hermosillo war auch der Ort, in dem wir das erste Mal richtig bemerkten, wie viele Blicke wir eigentlich auf uns ziehen. So gut wie jeder Mensch dort starrte uns 2 weiße Jungs mit unseren großen Rucksäcken an, wobei es nicht immer einfach war zu deuten, was die Blicke bedeuteten. Zur Abwechslung waren wir also mal die Exoten. Die Deutschen sind also tatsächlich Exoten, das glaubt uns sowieso keiner. 😂

Ich persönlich glaube ja, dass viele Menschen dachten, dass Sascha ein Alien ist. Solche leuchtenden blauen Augen hatten sie einfach noch nie gesehen. 😊

Aber nun zurück zum Thema. Wir liefen auf dem Weg zu unserem Hotel eine große Hauptstraße entlang, zu deren Seite sich die vermutlich ärmere Bevölkerung in vielen kleinen, improvisierten Hütten niedergelassen hat. Auf einmal steht ein Mann aus einem dieser Häuser vor uns und fragt uns auf englisch wo wir hinwollen. Wir erklären es ihm und er rät uns dringend davon ab, diese Straße weiterzugehen da sich dort wohl "bad people" aufhalten, die auf Leute wie uns warten. Er rät uns eindringlich die Straße weiter links zu benutzen und sagt immer wieder wir sollen rennen. Nach kurzer Überlegung glauben wir ihm und tun was er sagt bis wir zum Hilton Hotel kommen, völlig fertig und durchgeschwitzt. Dort war man sehr hilfsbereit und bot uns ein kostenloses Shuttle zu unserem Hotel an, was wir dankend annahmen.

Dort angekommen war uns beiden bewusst, dass wir hier nicht bleiben wollen. Wir verbrachten den Rest des Nachmittags also im Hotelzimmer und buchten einen Flug nach Monterrey für den nächsten Tag, da eine Busverbindung dort hin sehr lange dauert und preislich mit einem Flug zu vergleichen ist.

Monterrey ist schon viel schöner als Hermosillo beispielsweise, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass viele große amerikanischen Firmen hier Ihren mexikanischen Hauptsitz haben und die Stadt dadurch einfach auch über mehr Geld verfügt. Unser Hotel befand sich direkt im Zentrum der Stadt.

Allerdings sollte auch Monterrey nur ein Zwischenstopp sein, da das angepeilte Ziel die vermeintlich sichere und schönere Ostküste war. Wir machten uns morgens auf dem Weg zur Busstation und waren mal wieder spät dran, ohne die Tickets aufgrund fehlender Möglichkeiten ausgedruckt zu haben. Wir gingen also wieder an den Schalter wo man uns sagte, dass wir die bekommene Mail mit den Tickets weiterleiten müssen, damit sie das für uns ausdrucken können - ohne Internet allerdings etwas schwierig. Zufälligerweise gab es im Terminal aber PC's mit Internetzugang gegen Gebühr. 🙄

Wir hatten allerdings nur noch 3 Minuten bis unser Bus nach Tampico ging. In all der Hektik dauerte es dann zu lange und wir verpassten tatsächlich den Bus. Während ich wieder zum Schalter ging um mit meinem perfekten Spanisch zu klären welchen Bus wir nun nehmen können ohne mehr bezahlen zu müssen (was sogar tatsächlich geklappt hat 😂), wurde Sascha von einem Mexikaner angesprochen und gefragt wo wir hinwollen. Im darauf folgenden Gespräch wurde klar, dass es absolut richtig war diesen Bus nicht genommen zu haben, da Tampico und auch Veracruz, unsere nächste Station, aktuell wohl die schlimmsten Reiseziele in ganz Mexiko sind. Grund dafür sind viele bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Militär und Drogenkartellen und damit verbundene Entführungen von Touristen. Die Internetseite des Auswärtigen Amts bestätigt das. War es also pures Glück oder Schicksal? Egal wie, irgendetwas oder irgendwer scheint jedenfalls über uns zu wachen. So beschlossen wir am nächsten Tag den Flieger nach Merida zu nehmen und alles andere zu überspringen, denn wir wussten Yucatan wird ruhiger sein. Wir trafen uns später dann mit einer Freundin von Sascha um gemeinsam das Deutschland Spiel zu gucken. Wir fuhren mit dem Taxi einmal auf die andere Seite des Berges, an dem Monterrey errichtet wurde und trauten unseren Augen nicht als wir den Tunnel verließen. Hätten wir nicht gewusst dass wir in Mexiko sind, hätte man mir mit Sicherheit auch erklären können ich sei in der Downtown einer amerikanischen Großstadt. Große verglaste Gebäude, riesige Malls, Brunnen, Fontänen und das alles in einem perfekten Zustand. Es war eine komplett andere Welt. Wir genossen das Spiel bei ein paar Bieren und gutem Essen und glücklicherweise gewann Deutschland das Spiel. So konnten wir am nächsten Tag entspannt nach Merida fliegen wo wir hofften, endlich ein bisschen Urlaubsfeeling zu bekommen.


In diesem Sinne.. Hasta luego!

Pinky (Max) & Brain (Sascha)

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Antworten (2)

Sylvia
DANKE 👍😘

Barbara
Ich weiß nicht was wir schreiben sollen, finde nicht die richtigen Worte, kann nur immer wieder sagen ,einfach Klasse. Ganz liebe Grüße

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