Foggy City - San Fran
Nachdem wir Las Vegas ohne körperliche oder gar finanzielle Schäden überstanden haben, machten wir uns auf den Weg in den nordwestlichen Teil Kaliforniens. Der Weg dorthin...

Veröffentlicht: 15.07.2016


































Der Plan war, den Pacific Coast Highway entlang der Küste auf dem Weg von San Francisco nach Los Angeles zu nehmen, eine Nacht an einem Strand zu verbringen, am nächsten Tag den Strand zu genießen und gegen Abend in Los Angeles anzukommen. Die Parkplatzsuche, welche gleichzeitig die letzte ihrer Art werden sollte, erwies sich dann doch als eine größere Herausforderung. Kaum hatten wir uns 40 Minuten hingelegt polterte es an der Tür und wir wussten nicht ob wir die Tür öffnen sollten. Ich weckte Max und sagte:"Max, bist du kampfbereit? Ich öffne jetzt die Tür." Es stellte sich heraus, dass es die Polizei war und uns freundlich bat den Platz zu räumen, da sich die Anwohner beschweren würden. Also zogen wir weiter und fanden einige Zeit später einen geeigneten Platz. 😊 Pismo Beach, unweit von Los Angeles, entschädigte uns dafür mit tollem Wetter und tollem weißen Sandstrand. Angekommen in Los Angeles waren wir ein wenig froh, dass wir das Auto am nächsten Tag abgeben konnten, da uns der Verkehr und die Verkehrsführung verrückt gemacht hatten. Wir parkten quasi direkt vor der Abgabestation um die Abgabe schnell abwickeln zu können und dann nach Santa Monica an den Strand gehen zu können. Dayra, die Freundin aus San Francisco, holte uns ab und fuhr mit uns an den Strand. Nun waren wir in Los Angeles, der Stadt in der sich die Schönen und Reichen gute Nacht sagen, Awards entgegen nehmen oder Sterne mit ihren Namen als Inschrift in den Boden legen lassen. Die Stadt der Filmindustrie (ganz gleich welches Genre ;)) und gleichzeitig die Stadt, welche uns am wenigsten gefallen hat. Unter den Lesern gibt es sicherlich Widersprüche, aber wir mochten die Stadt aufgrund ihrer Größe und Ausdehnung nicht. Alles ist mindestens eine Stunde Autofahrt voneinander entfernt, was durch den immens hohen und katastrophalen Verkehr noch eine Rekordzeit wäre. Die Stadt hat schöne Ecken wie Santa Monica mit dem Santa Monica Pier oder auch die Woodland Hills. Darüberhinaus ist die Stadt unserer Meinung nach äußerst überbewertet und lange nicht so glamourös wie in den Medien dargestellt. Kurioserweise hatten wir die Woche in Los Angeles dafür am meisten Spaß und genossen es, ohne Wohnwagen unterwegs zu sein. Grund dafür war mein Studienfreund Kian, der in dem Traumhaus seiner Eltern in den Woodland Hills wohnt und uns bei sich wohnen ließ. Aber nun zurück zum Santa Monica Beach. Wir genossen die Sorglosigkeit und die Sonne und trafen wenig später Kian, wobei Kian, Dayra und ich vieles aus dem gemeinsamen Studium zu besprechen hatten. Max nutzte die Zeit, seine sorgfältig gepflegte Kellerbräune auf Vordermann zu bringen. 😊 Abends zogen wir zu viert durch Santa Monica und drehten eine Runde auf dem hellerleuchteten Santa Monica Pier. Wir schliefen die erste Nacht jedoch bei Dayra, da wir am folgenden Tag zusammen mit ihr in den Themenpark Six Flags California fuhren und Kian arbeiten musste.
Six Flags California scheint dem ein oder anderen vielleicht ein Begriff zu sein. Es ist ein riesiger Park mit fast ausschließlich Achterbahnen, wobei einige von ihnen zu den schnellsten und größten der Welt gehören. Wir haben tatsächlich fast alle Bahnen geschafft, obwohl wir bei bedrückender Hitze teilweise bis zu 2 Stunden anstehen mussten. Einige Bahnen hatten ausgefallene Ideen wie zum Beispiel eine Virtual Reality während der Fahrt, um sich von der Masse abzuheben, jedoch scheint die Umsetzung noch in der Pilotenphase/ Testphase zu stecken. Die Hitze machte Dayra zu schaffen, sodass sie Kreislauf- und Magenprobleme bekam. Wir legten eine Pause ein und ließen sie sich erholen. Max und ich erfreuten uns an dem Gedanken, dass wir standhafter sind als die Mexikaner (😉) und auch keinen Sonnenbrand bekommen wie die Briten. 😉 Nach anfänglichen Zweifeln war es ein äußerst gelungener Tag der mit einem gemeinsamen Abendessen bei dem sich Kian uns anschloss, beendet wurde. Ab diesem Abend übernachteten wir bei Kian, der auch darauf bestand, dass wir für den Rest unserer Zeit in LA bei ihm bleiben.
Er gab uns eine kleine Tour durch sein Haus und Max und ich kamen aus dem Grinsen nicht mehr heraus. So ein Haus hatten wir noch nie im Leben gesehen.
Der darauf folgende Tag sollte die Abarbeitung der üblichen Touristenattraktionen beinhalten, bevor wir dann mit Kian und seinen Freunden Dinge erlebten, die 'normale' Touristen nicht zu sehen bekommen. Touristenattraktionen waren in dem Fall das Hollywood Schild, welches sehr klein ist und sich auch unspektakulär an den Berg krallt sowie der Walk of Fame, welcher klein, dreckig und voll gestopft mit nervigen Straßenkünstlern ist. Straßenkünstler sind an sich tolle und auch bewundernswerte Menschen, jedoch sehen diese Künstler nur das Geld und sind sehr aufdringlich und beleidigen die Touristen, wenn sie kein Geld bekommen. Wir haben Bilder von den wichtigsten Persönlichkeiten und deren Sternen bekommen und sind schnell wieder verschwunden. Universal City mit den Universal Studios haben wir nur flüchtig im Vorbeifahren betrachtet. Am Abend sollte dann das Tanzbein in den Woodland Hills geschwungen werden, nur lässt es sich ohne Musik und Party schlecht schwingen. Ein Highlight gab es an diesem Abend dennoch. Max verschaffte sich in einer Bar den Namen "Mr. Give Me The Strongest Drink Available". Ein neuer Stern am Himmel war geboren. Ein Drink mit der magischen Wirkung Max als Stern in den Orbit zu schießen, ohne jegliche Orientierung für den Rückweg zur Erde. 😊
Nachdem wir nach der Erdumrundung am nächsten Morgen wach wurden, gab es ein kleines Frühstück und wir fuhren mit vielen Freunden von Kian in ein abgelegenes Gebiet im Hinterland der Woodland Hills. Hier mussten wir auf dem Weg zu einem Wasserfall mit Sprung ins Wasser klettern und ein wenig wandern. Tolle Landschaften und lustige Gesellschaft bereiteten eine große Freude auf das bevorstehende Erlebnis. Wir verbrachten den Tag an diesem Ort und gingen abends in Santa Monica die Hüften schwingen. Ein äußerst lustiger Abend, an dem Max seinen kürzlich erworbenen Titel mehrfach verteidigen konnte, endete in einem kuriosen Drama, da es scheinbar für Frauen schwierig ist sich zu merken, wo man das eigene Auto geparkt hat, aber wir wollen ja nicht alle über einen Kamm scheren. Am letzten Tag schauten wir Deutschlands Spiel und verließen mit einem Strauß Blumen für Kian's Mama und einem großen Dankeschön das Haus.
Ein Kurztrip mit dem Bus verhalf uns nach San Diego. Das Reisen mit dem Bus wird fortan die gängige Art und Weise des Reisens sein. San Diego gefiel uns sehr gut, vor allem das Gaslamp Viertel in der Innenstadt mit all den Bars und Cafés. Hier lag wieder einmal eine europäische Atmosphäre in der Luft. Ehrlich gesagt hatten wir in San Diego ein kleines körperliches Tief, sodass wir weder viel von der Stadt noch von den tollen Stränden sahen und viel Zeit im Hotel verbracht haben. Leider hatten wir dann auch nicht mehr die Möglichkeit die verlorene Zeit in San Diego hinten ranzuhängen, da wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Somit sind wir nach nur 1,5-2 Tagen wieder aufgebrochen in Richtung mexikanische Grenze und Tijuana 😏 Arrriiiibbbaaaa Tequila.....como estas?? ;) 😉😉
Abschließend lässt sich der erste Abschnitt in den USA als sehr erlebnisreich und eindrucksvoll zusammenfassen. Wir haben viel gesehen und eine luxuriöse Variante des Reisens gehabt. Das eigentliche Abenteuer - als Bagpacker durch Mittel- und Südamerika beginnt mit der Grenzüberschreitung. Wir sind gespannt.
Liebe Grüße
Er (Max) und ich (Sascha)
