Nordfrankreich 2020
Nordfrankreich 2020
vakantio.de/bolisinfrance

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Veröffentlicht: 29.08.2020

Ihr habt lange gewartet, aber hier ist er nun, der Abschlussbericht unserer Frankreich-Tour:

Am Mittwoch früh sind wir aufgebrochen, um wieder nach Deutschland zu fahren. Die Strecke brachte uns vorbei an Koblenz, Frankfurt bis zum Nieder-Mooser-See bei Fulda. Unterwegs hat es echt stark gestürmt, so dass André sich ganz dolle ans Lenkrad klammern musste, um Herbert in der Spur zu halten. Am Zeltplatz angekommen mussten wir feststellen, dass es dort eigentlich recht wenig zu bieten gab. Zu 75% von Dauercampern belagert, die sich ihr Wochenend- oder Sommer-Heim mit reichlich Klimbim eingerichtet haben, die Badestege in den See waren gesperrt, nur ein paar wenige Surfer konnte man beobachten. An diesem Abend ist uns klar geworden, dass wir wieder in Deutschland angekommen sind. Der Internet-Empfang war unterirdisch, weshalb es auch keinen Blog gab. Und nach den vielen Eindrücken und Erlebnissen haben wir beschlossen, nach nur einer Übernachtung direkt die Heimreise anzutreten. Eigentlich wollten wir nochmal in Bad Schlema einen Zwischenstopp einlegen, aber auch dem Teenager wurde das Heimweh zu groß.

Wir haben soviel in Frankreich erlebt, gesehen, an Eindrücken mitgenommen, dass man das alles gar nicht verarbeiten kann. Es fällt schon schwer, an den Anfang der Reise zurückzudenken oder bestimmte Stellplätze zu den Erlebnissen oder den Wochentagen zuzuordnen.

Also sind wir am Donnerstag auf (fast) direktem Wege nach Hause gefahren. Es gab nur einen Stopp in Hohndorf, um die liebe Familie schnell zu knuddeln und kurz zu sehen. Und natürlich gab es wieder ein Fresspaket aus der Fleischerei 😊

In Dresden angekommen (nach etlichen Staus und Baustellen) haben wir nur das nötigste aus Herbert eingesammelt und sind dann –  widerwillig – in die eigenen 4 Wände hoch gegangen. Ich hab mich ja echt gesträubt, denn sobald ich die Schwelle zur Wohnung überquere, ist der Urlaub endgültig vorbei. Aber was sein muss, muss sein.

Am Freitag vormittag haben wir Herbert wieder von seiner Last befreit, innen gründlich sauber gemacht und desinfiziert und dann war es soweit. Nach der Außenwäsche ging er wieder an seinen Besitzer René, der auch (bis auf ein paar kleine Malheure) froh war, Herbert wieder im Ganzen zu begrüßen.

Tja, das war´s mit Urlaub für dieses Jahr, das war´s mit Frankreich. Puuuh! 3850km haben wir mit Herbert geschafft. Und es war echt eindrucksvoll! Von Strand bis Berge, von Sonnenschein mit 30 Grad bis Regen und Sturm und Heizung an, von vollgepacktem Tag bis chillen und nichts tun…alles war dabei. Wohnmobilurlaub ist genau unser Ding! Jederzeit wieder.

Ich versuche mal ein bisschen was von unserem Alltag im Wohnmobil zu erzählen und Revue passieren zu lassen:

1. Vergleich Wohnmobil letztes Jahr und dieses Jahr

Der Knaus von diesem Jahr macht insgesamt einen hochwertigeren Eindruck von der Ausstattung, was aber dem Carado vom letzten Jahr in nicht vielen Punkten nachsteht. Die Halterungen in Küche und Bad haben uns sehr gefallen, wo man auch während der Fahrt mal die Zahnpasta oder den Salzstreuer in die Halter packen kann, statt alles wegräumen zu müssen. Das Klo im Herbert war auch etwas komfortabler zu sitzen, wobei wir ja meist auf die Campingplatz-Klos gegangen sind. Der Alkoven letztes Jahr war natürlich super, denn im Herbert mussten wir jeden Abend das Bett „bauen“ und früh abräumen, was ein wenig umständlich war. Auch konnte man im Carado letztes Jahr von beiden Seiten in die Heckgarage, wo es bei Herbert nur eine Tür gab. Auch die Entleerung vom Grauwasser war bei Herbert easy. Aber nicht weiter wild. Alles in allem hat uns Herbert sehr gut gefallen, wenn er nur einen Alkoven hätte, wäre das super!

2. Unsere Zeltplatz-Routine

Morgens musste André immer als erster aufstehen, meist haben wir auch einen Wecker gestellt, da wir ca 2 Stunden bis zur Abfahrt gebraucht haben. Er hat dann seine Klo-Runde gedreht, bis ich dann aufgestanden bin. Bettzeug vom Hubbett abräumen, Frühstück vorbereiten. Calvin ist dann auch irgendwann geweckt worden und wir haben schön – manchmal auch mit frischem Backwerk vom Platz – gegessen. Dann wurde das Outdoor in der Heckgarage verstaut, Geschirr abgewaschen, alle Fenster geschlossen, ins Navi das neue Ziel eingegeben und los ging es. Ich habe vorn mit navigiert, Calvin hat gelesen oder geschlafen.

Am Stellplatz angekommen haben André und ich den Platz an der Rezeption gebucht, Calvin hat in der Zeit gecheckt, ob Wifi verfügbar ist. Meist war das nur ums Rezeptionsgebäude der Fall und auf dem Platz nur schwach. Aber Hotspot von Mama ging immer.

Dann haben wir Herbert ausgerichtet mit den Keilen. André war dann zuständig für den Strom, während Calvin und ich die Sanitärs inspiziert haben. In Frankreich mussten wir sehr oft erleben, dass kein Klopapier gestellt wird, sondern man mit der eigenen Rolle zum WC läuft. Auch Klobrillen sind sehr rar gewesen. Auf der blanken Keramik hocken muss man dann aushalten. Danach wurde (wenn es das Wetter zuließ) der Außenbereich eingerichtet. Zu dritt wurde die Markise rausgekurbelt, Stühle und Tisch aufgebaut und es gab den ersten Schluck Radler.

Abends haben wir wirklich oft gegrillt. Manchmal auch gekocht, aber fast immer draußen gegessen. Danach hab ich mich mit einem Weinchen hingesetzt und den Blog geschrieben. Das klingt einfach, aber dazu musste ich erstmal den Text formulieren, die Fotos von allen Geräten auf dem Laptop sammeln, Text und Fotos bei vakantio hochladen und danach noch alles auf der Festplatte speichern. Aber die Zeit habe ich mir gern genommen. In der Zeit hat André meist das tagesaktuelle Geschehen gelesen und Calvin hat sich in seiner Koje zurückgezogen und gelesen oder mit seinen Freunden Kontakt gehabt.

Später dann hat sich Calvin zuerst für eine Gute Nacht verabschiedet und wir mussten wieder das Hubbett runterlassen, Bettzeug hochwerfen, Wecker stellen und diverse Kleintiere beseitigen.

Das war so der durchschnittliche Tagesablauf. Ausnahmsweise waren wir abends auch mal am Strand oder haben Sport gemacht (Boule) oder Karten gespielt (Magic versteh ich leider immer noch nicht).

3. Technik

Wir hatten die Kamera, Drohne und Gopro mit, aber leider nicht ausgiebig genutzt. Da fehlte uns die Leidenschaft, die Passion oder es ist eben nicht genug Hobby von uns. Aber die Fotos, die wir haben, reichen auch aus um uns zu erinnern, wo wir überall waren. Letztes Jahr war natürlich mein Bruder mit auf Reisen durch Skandinavien, der fast Profi im Umgang mit der Technik ist, aber wir können das leider dieses Jahr nicht bieten. Egal, der Urlaub wurde trotzdem ausreichend dokumentiert.

4. Corona in Frankreich

Vor dem Urlaub haben wir lange abgewogen, ob wir fahren sollen oder nicht. Letztendlich war es eine gute Entscheidung, nicht zu stornieren, denn die Zeltplätze waren nie irgendwo voll. Platz hatten wir überall und auch mit der Wahl der Plätze sind wir sehr zufrieden. Wir sind nie irgendwo „eingestiegen“ oder haben es bereut. Aber bei den touristischen Attraktionen musste man schon feststellen, dass auch die Franzosen in ihrem eigenen Land Urlaub gemacht haben, denn an den Hotspots war es schon ganz schön voll. In Tréport war es sehr voll, keine Spur von Abstandsregelung, in Orléans gab es sogar in der ganzen Stadt Maskenpflicht und auch die Polizei fuhr umher, um die Menschen auf die Masken hinzuweisen. Viele Museen waren geschlossen oder man musste reservieren, manche Areale konnte man nicht so gut betreten, weil abgesperrt wurde um Menschenansammlungen zu vermeiden. Also war von allem ein bisschen zu spüren. Pro und Contra wegen Corona.

Sprachlich sind wir sehr gut durchgekommen. Scheinbar waren die Gastgeber – egal ob Zeltplatz oder Restaurant – auch froh über Touristen wie uns, sodass sie sich kaum gegen Englisch oder Deutsch gewehrt haben. Man hat ja vorab gehört, dass sie viel Wert auf die landeseigene Sprache legen, aber das konnten wir nicht bestätigen. Ein Bonjour, Merci und Au revoir hat denen gereicht, der Rest ging oft gut in Englisch.

5. Essen

Was mich ja echt gewundert hat, war in der Normandie und Bretagne das Muschelessen. Wir hatten August, aber an jeder Ecke wurden Moules frites angeboten. Also Muscheln mit Pommes. Muscheln gibt es für gewöhnlich nur in Monaten mit R, aber dort waren sie scheinbar immer verfügbar. Und überhaupt, Franzosen essen zu jedem Gericht POMMES! Keine Kroketten, Kartoffeln, Reis, Baguette (das gibt es nur zum Frühstück).. nur Pommes. Da weiß man auch, warum Pommes im Englischen „French Fries“ heißen. Ich hab Pommes jedenfalls jetzt über, reicht.

Ansonsten gibt es auch viel Rind auf der Karte, es gab auch seeeeeeehr viele Kuhweiden auf den Dörfern. Schwein eher weniger.

6. Verkehr und Einkaufen

Ampeln sind ne Ausnahme. Kreisverkehr gab es überall, egal welcher Form. Aufgemalt, Ein Blumenkübel in der Mitte oder ganz groß: 3spurig mit 5 Ausfahrten. Aber es läuft! Da bilden sich keine Warteschlangen, weil der Verkehr rollt. Rote Ampeln, wo man ewig stehen muss, keinesfalls.

Die Mautstationen hatte ich schon in anderen Blogs erwähnt, ganz easy. Wonach der Preis sich richtet, ist allerdings unklar. André hat mal versucht zu rechnen, aber es gibt keine klare Linie. Wir haben von 79 Cent bis 18,50€ alles gehabt.

Tanken war auch kein Problem, der Preis ist ein wenig mehr als in Deutschland, ca 15 Cent pro Liter beim Diesel mehr.

Zum Einkaufen haben wir verschiedene Geschäfte ausprobiert. Lidl, Aldi oder Intermarché und Supermarché. Die letzten beiden sind in etwa zu vergleichen mit Kaufland, also große Auswahl. Preise ähnlich wie bei uns.

7. Fazit

Wie schon erwähnt, waren die letzten 2 Tage dann so: „Luft is raus“. Wir haben echt viel gesehen - nicht alles, was wir uns erhofft und vorgenommen hatten - aber trotzdem sehr viele Eindrücke gesammelt. Sobald wir wieder in Deutschland waren, wussten wir, dass es dem Ende des Urlaubs zugeht. Also nochmal 3 Wochen am Stück machen wir, wenn wir in Rente sind. Sonst kann man das alles gar nicht verarbeiten. Am Montag starten wir wieder in den gewohnten Alltag und der Urlaub ist fast vergessen. Deshalb haben wir auch Herbert einen Tag früher abgegeben, um nochmal runterzukommen, die Eindrücke sacken zu lassen und sich aufs nächste Jahr vorzubereiten. Ein Jahr noch bis zum nächsten Urlaub, aber der wird – wenn es nach uns geht – wieder im Wohnmobil sein. Ziel unbekannt..

Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß beim Bloglesen und seid ein wenig ,mit uns durch die Welt gereist. Ich freue mich über euer Feedback, aber eins muss ich sagen: Beruflich mach ich das nur, wenn mir das einer gut bezahlt 😊

Ganz liebe Grüße


Die3Bolis

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Antworten (1)

Sabine
Vielen Dank, dass ihr uns so auf eure Reise mitgenommen habt. Tina du hast deine Sache als Blogschreiber wieder wirklich gut gemacht. Einen guten Start in die Woche und zehrt hoffentlich noch lange von den Erlebnissen. LG Mutti 😍🤩😘