Veröffentlicht: 05.01.2026




















Der Tag begann mit perfektem Wetter. Zum Glück. Denn eigentlich war der Plan, den Morgen ganz entspannt mit einem Kaffee in einem mehrfach empfohlenen Café zu starten. Betonung auf Plan.
Wir standen nämlich gut eine Stunde in der Schlange – bei bestem Wetter, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen immerhin kein Drama. Am Ende wurde es dann aber doch nichts mit dem Kaffee: Trotz vier Mitarbeitenden schaffte es der Laden gefühlt nur, alle fünf bis zehn Minuten einen Kaffee zuzubereiten. Da unser Zeitfenster langsam gefährlich knapp wurde, haben wir schweren Herzens aufgegeben und sind weitergezogen. Kaffee verschoben, Erlebnis vorgezogen.
Denn eigentliche Programmpunkt des Tages war schon seit Wochen geplant: teamLab Planets Tokyo.
teamLab ist ein japanisches Künstlerkollektiv, das weltweit für seine digitalen, interaktiven Kunstinstallationen bekannt ist. Bei teamLab Planets taucht man buchstäblich in die Kunst ein: Licht, Projektionen, Spiegel, Wasser, Geräusche und Bewegung verschmelzen zu Räumen, die sich ständig verändern – und in denen man selbst Teil der Installation wird.
Los ging es mit einer Rampe, auf der Wasser in sanftem Strom nach unten floss, während Projektionen die Umgebung ständig veränderten. Barfuß durch das Wasser zu laufen, während sich Licht und Farben bewegen, war ein ziemlich surrealer Einstieg, an dessen Ende ein kleiner Wasserfall auf uns wartete.
Es folgten mehrere Installationen, die sich gegenseitig immer wieder übertroffen haben: ein leuchtender Wasserfall aus Licht, ein Raum mit vollständig verspiegeltem Boden, der jede Orientierung aufhebt, und eine Lichtinstallation, die den Namen „infinite“ mehr als verdient hat – man hatte das Gefühl, in einem endlosen Raum aus schwebenden Lichtern zu stehen.
Besonders beeindruckend war auch der Bereich, in dem man durch knietiefes Wasser watet, während über einem digitale Koi-Fische schwimmen, die bei Berührung in Blumen zerfallen.
Kurz danach dann der Blumenraum: unzählige digitale Blüten, die sich ständig verändern, wachsen, verschwinden – wunderschön, aber auch ein kleines bisschen motion-sickness-verdächtig.
Damit war der Wasserbereich abgeschlossen, und es ging weiter in den sogenannten Forest-Bereich. Hier standen interaktive Installationen im Mittelpunkt, bei denen Licht, Bewegung und Balance eine Rolle spielten. Alles reagiert auf die Besucher:innen – nichts bleibt statisch.
Ein weiteres Highlight war der Collecting Forest. Im Prinzip Pokémon in echt – nur mit ausgestorbenen Tieren. Mit dem Smartphone „fängt“ und registriert man digitale Tierwesen, die im Raum umherstreifen. Unser ehrgeiziges Ziel war natürlich, alle zu sammeln. Leider haben sowohl Motivation als auch Handyakkus irgendwann kapituliert, sodass wir am Ende „nur“ etwa zwei Drittel der Tiere registriert hatten.
Den Abschluss bildete ein Raum voller kopfüber aufgehängter Blumen, die langsam auf- und absteigen. Ruhig, fast meditativ – ein sehr passender Abschluss für dieses überwältigende Erlebnis.
Nach so viel Kunst (etwas über zwei Stunden) ging es weiter Richtung Odaiba zur nächsten Ikone: der riesigen Gundam-Statue. Gundam ist eine extrem bekannte japanische Anime- und Manga-Reihe rund um gigantische Kampfroboter und gehört seit Jahrzehnten zur Popkultur des Landes. Die lebensgroße Statue ist entsprechend beeindruckend – selbst wenn man mit Gundam vorher wenig am Hut hatte.
Direkt daneben befindet sich ein großes Shoppingcenter, in dem wir noch ein wenig gestöbert (und auch eingekauft) haben, bevor es langsam wieder zurück Richtung Wohnung ging.
Natürlich nicht ohne einen letzten wichtigen Stopp: Abendessen.
Und was soll ich sagen – es gab Ramen. Schon wieder. Aber wer will sich beschweren? Ramen ist einfach super lecker.
Ein Tag mit viel zu sehen, viel zu erleben und mindestens genauso vielen Eindrücken. Und auch wenn der Kaffee am Morgen nichts wurde: Der Rest hat das mehr als wettgemacht.
