Menschen, Menschen und noch mehr Menschen – Alltag in Tokio
Der erste Punkt auf der Tagesordnung führte uns heute nach Asakusa. Genauer gesagt zum Sensō-ji-Tempel und dem angrenzenden Asakusa-Schrein. Und holla die Waldfee – da war...

Veröffentlicht: 04.01.2026



















Der heutige Tag begann mit einem Besuch am Meiji-Schrein. Und was soll ich sagen: Es war brutal viel los. Wirklich extrem – aber auch nicht überraschend. Denn auch hier machte sich Neujahr deutlich bemerkbar. Entsprechend blieb es für uns im Wesentlichen bei einem entspannten Durchspazieren statt eines längeren Aufenthalts.
Der Schrein selbst liegt wunderschön eingebettet in einem großen Waldgebiet mitten in Tokio, aber bei den Menschenmengen stand klar das Weiterziehen im Vordergrund. Wir haben es uns dennoch nicht nehmen lassen, ein Omikuji zu ziehen – ein traditionelles japanisches Orakel, das einem Glück oder Pech für das kommende Jahr vorhersagt. Und ich glaube, meines ist zumindest mal kein schlechtes. Was auch ganz gut ist, denn das vom Asakusa-Schrein war eindeutig kein gutes!
Direkt danach haben wir uns erst einmal etwas zu essen geschnappt – rund um den Schrein gab es zahlreiche Streetfood-Stände. Ich habe mir Dango gegönnt, diese kleinen Reisbällchen am Spieß, in meinem Fall leicht süß und mit einer süßlichen Sojasauce überzogen. Perfekt für zwischendurch.
Unser nächstes Ziel war Kaffee Nummer eins für heute. Auf dem Weg dorthin kamen wir allerdings schon wieder an unzähligen Essensständen vorbei, sodass noch eine Schokobanane den Weg zu mir gefunden hat. Man will ja nicht hungrig beim Kaffee ankommen.
Beim Weiterlaufen sind wir dann an einem Vans-Laden vorbeigekommen. „Kurz mal reinschauen“ wurde – wie so oft – zu einer längeren Angelegenheit. Eine gute halbe Stunde später standen wir wieder draußen. Mit zwei Paar Schuhen. Danach aber wirklich ohne weitere Unterbrechungen weiter Richtung Kaffee.
Kurz vor dem Ziel standen wir plötzlich an einer großen Kreuzung. Ohne es bewusst geplant zu haben, waren wir direkt an der wohl bekanntesten Kreuzung Japans gelandet: dem Shibuya Crossing. Also natürlich rübergelaufen – mit Begeisterung, auch wenn es sich am Ende fast ein bisschen unspektakulärer angefühlt hat als erwartet. Trotzdem: einmal muss man es gemacht haben.
Der Kaffee selbst entpuppte sich dann als kleiner Dämpfer: Sitzen war dort nicht möglich, nur Coffee to go. Aber besser Kaffee zum Mitnehmen als gar kein Kaffee. Also bewaffnet mit Bechern weiter Richtung Mittagessen.
Ganz in der Nähe liegt das Shibuya Scramble Square, ein riesiger Wolkenkratzer-Komplex, in dem es gefühlt alles gibt – unter anderem auch jede Menge Restaurants. Dort sind wir schließlich bei einem Lokal gelandet, das sich auf spanische Küche spezialisiert hatte.
Also gab es Tapas, Bier und diverse andere spanische Spezialitäten, die der Kaffeenerd ausgesucht hat (er kennt sich da deutlich besser aus als ich). Eine schöne Abwechslung nach all dem japanischen Essen der letzten Wochen.
Danach war für den Tag langsam ein bisschen die Luft raus. Meiji-Schrein ging schneller als gedacht, und alles, was wir uns für heute vorgenommen hatten, war im Grunde erledigt. Wir sind noch ein wenig durch Shibuya gestromert, haben uns treiben lassen – und sind dann noch einmal gezielt zu Kaffee Nummer zwei aufgebrochen.
Der hatte es allerdings in sich: Philocoffea, ein Café, das vom World Brewers Cup Champion Tetsu Kasuya betrieben wird. Also schon etwas Besonderes – zumindest für Menschen mit einer gewissen Kaffee-Affinität.
Am Abend gab es dann nur noch Ramen – diesmal in einem Ramen-Laden, der uns von unserem Gastgeber empfohlen worden war. Und es war klug, dieser Empfehlung zu folgen, denn die Ramen waren wieder einmal unglaublich lecker.
Das Abendessen hat uns zwar kurzfristig noch etwas Energie gegeben, aber insgesamt waren wir für diesen Tag dann einfach durch.
Seit fast vier Wochen ist eigentlich jeden Tag irgendetwas los, wir sind ständig unterwegs und fast immer auf den Beinen. Deshalb haben wir danach auch absolut nichts mehr gemacht – jeder für sich, entspannen, runterkommen, Energie tanken.
Denn: Morgen ist auch noch ein Tag. Und für morgen gibt es schon wieder einen konkreten – und hoffentlich ziemlich coolen – Plan, um noch mehr von Tokio zu sehen.
