Ein Kaffeenerd und ich in Asien
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Kamakura - unser letzter Tagesausflug

Veröffentlicht: 08.01.2026

Kamakura stand heute auf dem Plan – und diesmal nicht nur zu zweit, sondern zu dritt. Unser Gastgeber hatte an unserem letzten vollen Tag ebenfalls Zeit und begleitete uns. Ja, richtig gelesen: Morgen geht es schon wieder Richtung Heimat. Damit ist dies auch der letzte inhaltliche Beitrag vor der Abreise. Aber erst einmal zurück zu heute.

Kamakura liegt etwa 90 Minuten von unserer Unterkunft entfernt und eignet sich perfekt für einen Tagesausflug. Nach der Ankunft ging es direkt zum Mittagessen – und zwar zu Tonkatsu. Dabei handelt es sich um ein paniertes und frittiertes Schweineschnitzel, das in Japan meist in Streifen geschnitten serviert wird, zusammen mit fein gehobeltem Weißkohl, Reis und einer dickflüssigen, leicht süßlichen Tonkatsu-Soße. Das Restaurant öffnete um 11 Uhr, und wir waren punktgenau zur Öffnung da. Zum Glück, denn keine 15 Minuten später war der Laden komplett voll, und neue Gäste mussten sich bereits im Wartebereich anstellen. Eine sehr gute Entscheidung – und ein sehr gutes Essen.

Tonkatsu: Unser heutiges Mittagessen

Gut gesättigt machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Tempel: Tsurugaoka Hachimangū, der wichtigste Shintō-Schrein Kamakuras. Er liegt leicht erhöht und ist von weitläufigen Anlagen umgeben. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Genji-Teich vorbei, wo sich einige Möwen aufhalten, die – ähnlich wie die Rehe in Nara – erstaunlich zutraulich sind und ziemlich offensiv nach Futter Ausschau halten. Mir setzte sich sogar eine Taube auf die Schulter, obwohl ich absolut nichts Essbares dabei hatte.

Sehr zutrauliche Möwe am Genji-Teich

Danach ging es etwa 20 Minuten zu Fuß weiter zum Hōkoku-ji-Tempel, der für seinen Bambuswald bekannt ist. Unser erster kleiner Bambuswald auf dieser Reise – ruhig, dicht, fast meditativ. Während wir durch den Bambus flanierten, hatte der Kaffeenerd großen Spaß daran, mich dabei zu filmen. Ich weiß jetzt schon, dass dieses Material irgendwann gegen mich verwendet wird. Aber gut – schön war es trotzdem.

Bambuswald im Hōkoku-ji-Tempel

Wie es sich gehört, folgte anschließend der obligatorische Kaffee, bevor wir uns auf den Weg zum letzten Schrein auf unserer Kamakura-Liste machten – auf der anderen Seite der Stadt.

Obligatorischer Mittagskaffee

Dort wartet eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region: der Große Buddha von Kamakura (Daibutsu). Pünktlich zu unserer Ankunft zeigte sich auch wieder die Sonne, auch wenn es insgesamt etwas kühler war als an den Tagen zuvor. Der Buddha, frei unter Himmel stehend, wirkt trotz (oder gerade wegen) seiner Größe sehr ruhig und beeindruckend.

Daibutsu in Kamakura

Danach ging es zurück Richtung Bahnhof, denn für den Abend hatten wir noch etwas Besonderes geplant: den Sonnenuntergang auf Enoshima, einer kleinen Insel in der Nähe. Also rein in den Zug und entlang der Küste Richtung Insel gefahren.

Auf der Brücke nach Enoshima haben wir uns schließlich positioniert, damit der Kaffeenerd den Sonnenuntergang filmen konnte. Eigentlich war geplant, bis ganz auf die Insel und direkt ans Wasser zu gehen, aber dafür waren wir dann doch ein kleines bisschen zu spät. Die Aussicht von der Brücke aus war allerdings ebenfalls großartig – Meer, Himmel, langsam verschwindendes Licht.

Sonnenuntergang Kurz vor Enoshima Island

Nach Sonnenuntergang erwartete uns noch ein kleines Illumination-Festival auf der Insel.

Illumination auf Enoshima Island

Beim Erkunden von Enoshima entdeckten wir einige schöne Schreine, Statuen, eine Glocke, die man schlagen durfte – und sogar eine nette Begegnung mit einem echten Inselbewohner: einem Tanuki, der uns kurz über den Weg lief.

Ein richtiger Inselbewohner: Tanuki!

Irgendwann meldete sich dann auch wieder der Hunger. Unsere Suche führte uns in einen kleinen Sushi-Laden, wo es zum zweiten Mal in Japan Nigiri gab – diesmal ergänzt durch ein paar Maki. Ein sehr solider Abschluss für den Abend.

Nigiris und Makis – unser Abendessen

Gut gesättigt ging es zurück zum Bahnhof und von dort wieder nach Tokio. Da uns bewusst war, dass es bald kein gutes Ramen mehr für uns geben würde, legten wir noch einen letzten Abstecher zu unserem Ramenladen des Vertrauens ein und gönnten uns – quasi als Bonus – noch eine kleine Schüssel obendrauf.

Gegen halb elf waren wir zurück in der Wohnung. Der Tag hatte es in sich, und damit endete auch unser letzter voller Tag in Tokio.

Morgen ist es dann so weit: Es geht Richtung Heimat.

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