Ansan Mountain - Ein Blick über Seoul
6 Grad Celsius. Blauer Himmel. Strahlender Sonnenschein. Der perfekte Tag für eine kleine Wanderung. Auf Empfehlung eines Bekannten hatten wir uns für den Ansan Mountain...

Veröffentlicht: 10.12.2025
















Der dritte Tag in Seoul startete etwas weniger sonnig als der vorherige, aber es war nur leicht bewölkt und trocken – also wieder perfektes Wetter, um draußen etwas zu unternehmen. Diesmal stand der Seoul Tower auf dem Programm.
Der Weg zum Tower war erstaunlich ruhig. Kaum zu glauben, dass man sich mitten in einer Millionenstadt mit rund 9,6 Millionen Einwohnern befindet. Die etwa 700 Stufen sind von Bäumen gesäumt und führen in Stille an einem kleinen Bach entlang den Berg hinauf.
Fun Fact: Auf den Stufen waren immer wieder handschriftlich Zahlen vermerkt, die vermutlich die Anzahl der Stufen angeben sollten. Allerdings haben sich die Zählenden offensichtlich verzählt, denn innerhalb von zwei bis drei Stufen tauchten die Zahlen 660, 650 und 670 auf – in genau dieser Reihenfolge.
Hat man den Aufstieg hinter sich gebracht, wird es angesichts der vielen Besucher oben wieder etwas lauter. Beim Blick nach unten erkennt man aber erneut sehr gut, wie riesig Seoul eigentlich ist. In jede Richtung erstreckt sich die Stadt – ein Meer aus Beton und Glas mit gelegentlichen grünen Flecken dazwischen.
Auch das Wetter meinte es ab hier gut mit uns: Die Wolkendecke riss auf und wir hatten überwiegend blauen Himmel.
Im Tower selbst gibt es alles, was ein Touristenziel so braucht: Restaurants, Souvenirs und Attraktionen, wie ein kleiner Arcade-Bereich und ein Horoskop für 2026. Für mich als „Drachen“ (nach dem chinesischen Kalender) scheint das nächste Jahr wohl mein Jahr zu werden. Aber lest selbst:
Nach dem Aussichtspunkt stand Essen auf dem Plan. Wir entschieden uns für eine heiße Suppe mit Buchweizennudeln – passend zu diesem schönen, aber kühlen Tag.
Doch erneut wurden wir vom Essen überrascht (das scheint sich hier zu einem Trend für uns zu entwickeln): Die Nudelsuppe Makguksu (막국수) wird traditionell kalt serviert. Und zwar so kalt, dass darin buchstäblich Eis schwimmt. Geschmacklich top, temperaturtechnisch eher ein kleiner Schock.
Mit leicht heruntergekühlter Körpertemperatur machten wir uns – wie könnte es anders sein – auf zum nächsten fancy Kaffee. Der Weg führte den Berg hinunter durch einen botanischen Garten. Im Frühling sicher beeindruckend, jetzt im Winter aber nur zu erahnen. Nichtsdestotrotz ein sehr idyllischer Spaziergang.
Danach wurde es wieder spannend: enge Gassen, verwinkelte Straßen, kreuz und quer weiter bergab und dann teilweise eine verrückte Steigung, die vermutlich an die 15 % heranreichte wieder bergauf. Alles nur für einen weiteren Kaffee. Zum Glück war es nicht glatt, sonst wären wir da sicher nicht hochgekommen. Im tiefen Winter muss das der Horror sein.
Aber es war nicht umsonst: Der Kaffee war tatsächlich sehr interessant (eine Sorte erinnerte mich geschmacklich sogar an Rumkugeln), und der Kaffeenerd konnte seine am Vortag gekauften Schreibwaren direkt einweihen.
Zurück im Hotel gab’s eine kurze Pause, bevor der Abend mit einem Korean BBQ weiterging – ein spontanes gemeinsames Essen mit den Aeropress-National-Champions aus Frankreich (Loic), Belgien (Fred) und England (Joseph). Insgesamt also fünf Nationen an einem Tisch, wenn man beim Kaffeenerd die spanischen Wurzeln mitzählt.
Nach einem schnellen Tim-Hortons-Nachtisch to go neigte sich der Tag dem Ende zu. Ein Tag mit Natur, leckerem (wenn auch teilweise eiskaltem) Essen und – natürlich – Kaffee. Insgesamt ein sehr gelungener dritter Tag in Seoul.
Fun Fact am Rande: die Ampeln für Fußgänger haben eine zusätzliche Anzeige am Boden, vermutlich für all die Smartphone Nutzer die hier durch die Straßen laufen und an den Ampeln warten.
