Ein Palast mitten in der Großstadt
Nach ausreichend Schlaf, um den Jetlag auszuhebeln stand der erste Programmpunkt an: mich mit dem Kaffeenerd und seinem Coach (oder Coachin? Ich bleib einfach bei Coach) zu...

Veröffentlicht: 09.12.2025











6 Grad Celsius. Blauer Himmel. Strahlender Sonnenschein. Der perfekte Tag für eine kleine Wanderung. Auf Empfehlung eines Bekannten hatten wir uns für den Ansan Mountain entschieden, eine gemütliche, aber aussichtsreiche Route mitten in Seoul.
Gleich zu Beginn des Rundwegs stand das Patriotic Martyr Memorial. Eine Erinnerungsstätte für patriotische Märtyrer, die sich gegen japanische Imperialisten aufgelehnt und für Korea gekämpft haben.
Nach einer kurzen Orientierung ging’s los. Der Weg führte zuerst über erhöhte Holzstege den Berg hinauf – sehr cool gemacht und, trotz des Materials, waren wir diesmal nicht sprichwörtlich auf dem Holzweg. An einer Abzweigung dachten wir, dass wir an dessen Ende etwas Interessantes finden werden und sind der Abzweigung gefolgt. Nur um am Ende vor einem Trinkwasserbrunnen zu stehen... Also wieder zurück und weiter Richtung Gipfel.
Oben angekommen erwartete uns ein kleiner Burial Mound, und von dort aus ein Blick über ganz Seoul. Wirklich verrückt, wie sich die Stadt unter einem ausbreitet: Hochhäuser neben historischen Gebäuden, dichte Wohnviertel neben grünen Hügeln und Waldflächen.
Und ich glaube ungefähr so ein Gespräch (in meinem Kopf) gehört zu haben: "Sieh es dir an. Das ist Seoul. Alles was das Licht berührt." - "Und was ist mit dem schattigen Land dort hinten?" - "Das ist Nordkorea, dort darfst du niemals hin!"
Danach ging's wieder bergab (zum Glück nur wörtlich, nicht metaphorisch), an ein paar idyllischen Fleckchen und einem buddhistischen Tempel vorbei zurück zur Metro.
Von da aus direkt zum nächsten hippen Kaffee-Spot, in dem wir wieder drei verschiedene Kaffeesorten ausprobiert haben, weil weniger inzwischen offensichtlich keine Option mehr ist.
Dazu gab es einen traditionellen Red Bean Rice Cake. Das klang für uns beide direkt nach einer Nachspeise zum Kaffee, aber Pustekuchen. Dieser 'Cake' war wider Erwarten absolut nicht süß. Nichtsdestotrotz war er ganz gut, wenn auch ungewohnt.
Mit ordentlich Koffein im Blut machten wir uns anschließend auf den Weg zu einer Mall, um Schreibwaren zu besorgen – schließlich muss jemand die verschiedenen Geschmacksnuancen all dieser Kaffees ja professionell festhalten. (Spoiler: Ich war’s nicht.)
Bevor der Tag sich dem Ende zuneigte, sind wir noch essen gegangen – und zwar in einem kleinen Restaurant, das angeblich dadurch bekannt wurde, dass der CEO von Nvidia dort gegessen haben soll. Ob’s stimmt? Kein Plan. Ob’s geschmeckt hat? Ja, durchaus. Auch wenn es dem Hype nicht ganz gerecht wird.
Damit war Tag 3 dann auch so gut wie abgeschlossen. Das Einzige, was noch anstand, war – wie jeden Abend – diese Zeilen zu schreiben (auch wenn manche erst am nächsten Tag finalisiert werden, da am Abend oft die Faulheit siegt).
