Suppe am Fuße des Seoul Tower
Der dritte Tag in Seoul startete etwas weniger sonnig als der vorherige, aber es war nur leicht bewölkt und trocken – also wieder perfektes Wetter, um draußen etwas zu...

Veröffentlicht: 11.12.2025















Für den heutigen Tag hatten wir uns vorgenommen, den Jongmyo Shrine und den Changgyeonggung Palace anzuschauen, um noch etwas mehr von der südkoreanischen Kultur zu erleben.
Damit wir dort nicht total hungrig und unterzuckert ankamen, gab es unterwegs eine kulinarische Köstlichkeit vom Feinsten: Onigiri aus dem Kühlregal eines 7-Eleven (meine ersten Onigiri, seit ich hier bin). Super nahrhaft und natürlich total gesund – schließlich kann man das Noriblatt außen herum bestimmt als Gemüse zählen.
Als wir dann am Jongmyo-Schrein ankamen, war’s erst mal nichts mit Anschauen, denn an Wochentagen gibt es nur geführte Touren und wir waren dafür etwas zu spät. Also hieß es: rund 1,5 Stunden bis zur nächsten Führung überbrücken.
Wir liefen daher an der Mauer des Schreins entlang in Richtung Changgyeonggung Palace, um zu schauen, ob dort dieselben Regeln gelten. Als wir uns jedoch nicht sicher waren, ob die Führung durch den Schrein auch den Palast einschließt (es gab nämlich Kombitickets für mehrere Schreine und Paläste), haben wir uns für den Moment dagegen entschieden, den Palast zu besuchen.
Stattdessen machten wir uns auf den Weg zu einem Hanok Village. Hanok bezeichnet einen traditionellen koreanischen Baustil, und es gibt hier kleine Dörfer, die komplett in dieser Bauweise errichtet wurden.
Auf dem Weg dorthin haben wir schließlich eines „gefunden“, das wir uns im Detail anschauen konnten – und es hat sich absolut gelohnt. Der Baustil wirkte auf mich wie direkt aus einem fernöstlichen Film, und man fühlt sich sofort, als würde man dort hineinpassen. Besonders schön war der Garten, und das sogar im Winter. Ich kann mir kaum vorstellen, wie beeindruckend es hier wohl im Frühling wäre, wenn alles blüht.
In so einem Haus würde ich mich bestimmt auch wohlfühlen. Und was mich komplett überrascht hat: Die Häuser im Hanok-Stil hatten eine Art Fußbodenheizung! Unter dem Boden wurde eine Kammer errichtet, in der Feuer entfacht wurde (meist unter der Küche, damit die Hitze direkt zum Kochen genutzt werden konnte). Die warme Luft zog dann durch ausgeklügelte Kanäle und erwärmte die Steinplatten unter dem Holzboden. Zack – Fußbodenheizung!
Mit diesem neuen Wissen im Gepäck wurde es langsam Zeit, zum Schrein zurückzukehren, damit wir diesmal rechtzeitig zur Führung da waren.
Für gerade einmal 1.000 koreanische Won waren wir dann mitten drin statt nur dabei (wobei … eigentlich waren wir nur dabei). Die Führung durch den Jongmyo Schrein dauerte etwa eine Stunde und vermittelte viele Informationen über Aufbau und Geschichte des Schreins. Er war damals der zentrale königliche Ahnenschrein, in dem die königlichen Vorfahren geehrt wurden. Ich werde nicht weiter ins Detail gehen – das würde den Rahmen sprengen (und einiges habe ich vermutlich auch schon vergessen) –, aber eine Sache ist noch ganz wichtig: Im Schrein gibt es verschiedene Wege für verschiedene Personen. Einer für den König, einer für den Thronerben und einer für die Geister der ehemaligen Monarchen, der dazwischen verläuft. Auf dem Weg der Ahnengeister dürfen die Lebenden nicht gehen – aber den Weg des Königs durften wir beschreiten. Ich wusste schon immer, dass ich königliches Blut haben muss, aber jetzt ist es offiziell!
Insgesamt war es ein sehr lehrreiches und schönes Erlebnis. Zudem war es angenehm ruhig, da nur wenige geführte Gruppen hineindurften. Am Ende waren wir aber auch nicht böse, als wir fertig waren, denn langsam kroch uns die Kälte doch in die Knochen.
Die letzte Station des Tages war Gangnam (ja, genau – Gangnam Style!).
Auf dem Weg dorthin machten wir einen spontanen Umweg über einen Straßenmarkt, auf dem es hauptsächlich Textilien, Lebensmittel (ganz viel Fisch) und Street-Food-Stände gab. Ich glaube, so viele getrocknete Lebensmittel auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen. Für uns gab es allerdings nur einen kleinen, leckeren Snack: ein Rösti aus Mungbohnen (oder so), der unsere Glieder erwärmt und uns für die Weiterreise gestärkt hat.
In Gangnam angekommen, standen vier Ziele auf der Liste:
Tim Hortons – für leckere Donuts (nach all den Schritten hatten wir uns das redlich verdient)
Uniqlo – um etwas wärmere Kleidung für den Kaffeenerd zu besorgen, falls es (oder eher weil es ganz sicher) noch weitere so kalte Tage geben würde
Ediya Coffee Lab – für die tägliche Dosis Specialty Coffee (ihr habt sicher schon darauf gewartet, wann es so weit ist …)
Hanmiok Korean BBQ – für ein Abendessen mit Bekannten des Kaffeenerds
Die Donuts waren schnell gefunden (und leider noch viel schneller verputzt), die Suche nach wärmerer Kleidung war ein voller Erfolg und das Sitzen im Café war eine sehr willkommene Pause, nachdem wir zu diesem Zeitpunkt schon knapp sechs Stunden auf den Beinen waren. Der Kaffee selbst war diesmal eher unspektakulär – einfach ein ganz normaler, guter Kaffee. Fast schon seltsam, dass der Nerd so etwas bestellt.
Den Abschluss des Tages bildete das Korean BBQ im Hanmiok: eine ziemlich coole Location, leckeres Essen und eine sehr angenehme Gesellschaft.
