Zwischen Rehen und Buddhas – ein Tag ohne den Kaffeenerd
Vermutlich weiß fast jeder, der sich ein wenig mit Japan beschäftigt hat – und wahrscheinlich auch viele andere – was mich heute erwartet hat, als ich nach Nara gefahren bin....

Veröffentlicht: 27.12.2025
















Donnerstag 25.12.
Nach so vielen Tagesausflügen und Aktivitäten darf es auch mal eine kleine Ruhepause geben. Daher sind wir gestern, am 1. Weihnachtsfeiertag, einfach lange liegen geblieben und haben den Tag erst gegen Mittag gestartet. Und dann sind wir auch nur noch ein wenig durch Osaka gebummelt (daher gab es für diesen Tag auch keinen eigenen Blogeintrag).
Osaka eignet sich aber auch ziemlich gut fürs bummeln: Es gibt jede Menge Nerd-Shops mit Retro-Konsolen und alten Spielen, viele Läden für Sammelkartenspiele sowie unzählige Manga- und Comicläden. Perfekt für uns, um einfach entspannt durch die Stadt zu treiben.
Am Abend haben wir dann aber doch noch etwas unternommen, das ich nicht unerwähnt lassen möchte: die Gärten rund um Osaka Castle bei Nacht. Diese waren festlich beleuchtet und erinnerten ein wenig an die Lichtinstallationen, die wir zuvor schon in Busan am Strand gesehen hatten. Sehr ruhig, sehr stimmungsvoll und ein schöner Abschluss für einen ansonsten entspannten Tag.
Freitag 26.12.
Da wir Osaka Castle am Vorabend also bereits beleuchtet von außen gesehen hatten, wollten wir uns das Ganze heute auch bei Tageslicht und von innen anschauen.
Also wieder zu einer halbwegs normalen Uhrzeit aufgestanden und ab in Richtung Osaka Castle.
Das Schloss selbst ist heute ein Museum, das sich über mehrere Stockwerke erstreckt:
Im 1. Stock wird man direkt von goldenen Statuen begrüßt und kann dort grundlegende Informationen zum Schloss nachlesen.
Im 2. & 3. Stock sind Sonderausstellungen, unter anderem mit historischen Briefen, Zeichnungen und Gemälden – Fotografieren war hier nicht erlaubt.
Im 4. Stock kann man alles zur „Summer Campaign of Osaka“ nachlesen, also die Sommerbelagerung von Osaka im Jahr 1615, inklusive Informationen zu Toyotomi Hideyori und den 21 beteiligten Generälen.
Der 5. Stock beschreibt verschiedene historische Ereignisse, aufbereitet als Videos. Aufgrund der vielen Besucher und der rein japanischen Tonspur war das allerdings eher schwer zu verfolgen.
Ganz oben, im 6. Stock, war wie in den anderen Burgen auch die Aussichtsplattform mit Rundumblick über Osaka.
Generell war das Schloss extrem gut besucht – deutlich voller als alle anderen Burgen, die wir bisher gesehen haben. Umso angenehmer war es ehrlich gesagt, wieder draußen zu sein.
Als nächsten Programmpunkt hatten wir eigentlich geplant, uns den Expo ’70 Commemorative Park anzuschauen. Der Park erinnert an die Weltausstellung von 1970 – die erste Expo, die jemals in Japan stattfand – und wurde auf dem damaligen Ausstellungsgelände angelegt. Die Expo 2025 fand bis Oktober auch hier in Osaka statt, das war aber an einem anderen Ort.
Nun war es aber nach den letzten sehr angenehmen Tagen wieder deutlich kühler geworden, weshalb wir zuerst noch einmal kurz ins Hotel zurück sind, um uns wärmer anzuziehen.
Nach einer kleinen Pause stellten wir dann fest, dass sich der Ausflug zeitlich doch nicht mehr wirklich ausgehen würde: Es war bereits halb vier, die Fahrt hätte etwa eine Stunde gedauert und das Gelände schließt gegen fünf. Also Planänderung.
Stattdessen ging es – wie so oft auf dieser Reise – erst einmal auf einen Kaffee. Nachdem wir zwei Tage lang keinen getrunken hatten, wurde es ohnehin langsam wieder Zeit, diese Tradition fortzuführen.
Anschließend spazierten wir durch einen kleinen Garten in Richtung Dōtonbori. Das Viertel ist eines der bekanntesten Ausgeh- und Vergnügungsviertel Osakas, berühmt für seine riesigen Leuchtreklamen (allen voran der Glico Running Man), Streetfood und das generell sehr lebendige Nachtleben.
Dort gab es dann ein paar Takoyaki – kleine Teigbällchen mit Oktopusfüllung, eine echte Osaka-Spezialität – und wir haben ein paar hundert Yen beim japanischen „Glücksspiel“ in Form von Greifautomaten und ähnlichem gelassen.
Nachdem wir so einmal durch die Straßen spaziert sind, ging es zu Fuß wieder zurück ins Hotel, noch ein paar Sachen zusammenpacken, denn morgen heißt es Abschied nehmen von Osaka. Die Reise geht weiter nach Kyoto – der alten Hauptstadt Japans.
