Tag 9: Erster Ausritt
Heute morgen ging es um neun Uhr Kälbchen füttern, wie jeden Morgen. Um elf Uhr waren dann drei Hütten zu putzen. Eine habe ich alleine erledigt, bei den anderen beiden hat mir...

Veröffentlicht: 04.08.2023
Heute war ein eher ruhiger Tag. Wie immer haben wir um neun Uhr Kälbchen gefüttert und danach gefrühstückt. Da alle Hütten heute geputzt werden mussten, war ich ein bisschen mehr als zwei Stunden beschäftigt. Nach etwa eineinhalb Stunden (gegen halb eins) kam Ingveldur zu mir und meinte, es gibt Mittagessen. Die Suppe (Gemüse und das restliche Fleisch von gestern) war echt lecker. Danach habe ich noch fertig geputzt.
Den ganzen Tag hat Jonas (die Katze) in meinem Zimmer auf meinem Bett gelegen und immer, wenn ich zwischendurch in mein Zimmer gekommen bin, wollte er gestreichelt werden. Da kann man doch echt nicht widerstehen.
Nach einer Weile Jonas streicheln kam die Frau aus Deutschland und hat gefragt, ob ich mit ins Dorf einkaufen kommen will. Ich habe ja gesagt, weil ich Tee holen wollte. Ernsthaft, wer hat denn bitte kein Tee im Haus? Isländer! Die trinken hier vier bis sechs Tassen Kaffee am Tag, aber keinen einzigen Teebeutel haben sie im Haus. Sie hat mich fahren lassen. Es war erst ein bisschen seltsam, weil ich lange kein Auto mit Gangschaltung mehr gefahren bin und das Lenkrad im Auto irgendwie schief angebracht worden ist, sodass das Auto geradeaus fährt, wenn das Lenkrad ziemlich nach links gedreht ist. Daran muss man sich echt gewöhnen. Mit ein wenig Hilfe ging es dann aber doch ganz gut. Und das Auto hat überlebt.
Zum Abendessen gab es die Reste von der Suppe, Nudeln mit geriebenem Käse und natürlich Hotdogs.
Nach dem Abendessen ging es dann wieder Kälbchen füttern, wobei die Touristen aus der einen Hütte mitgekommen sind und uns geholfen haben.
Danach hatte ich kurz überlegt, mich einfach wieder hinzusetzen und zu lesen, aber irgendwie wollte ich noch ein bisschen an die frische Luft. Also habe ich mir meine Wanderschuhe geschnappt und bin einfach losgegangen. Groß verlaufen kann man sich hier ja nicht. Erst wollte ich nur laufen, dann ist mir aber eingefallen, dass die Frau aus Deutschland meinte, dass ich unbedingt mal auf den kleinen Berg (Demon), eine Viertelstunde von der Farm entfernt, gehen sollte. Und das habe ich dann spontan auch gemacht. Der Aufstieg war absolut anstrengend, so unsportlich, wie ich bin XD, aber es ging. Und oben hatte ich dann eine mega schöne Aussicht. Die beiden Hunde von der Farm sind einfach Mal mitgenommen. Die eine hat sich nach der Hälfte vom Aufstieg verabschiedet, aber die andere ist wirklich wieder bis zurück nach Hause mitgekommen. Oben habe ich mich dann kurz hingesetzt und ausgeruht und dann noch eine halbe Stunde oder so auf dem Berg herumgelaufen. Dann bin ich wieder runter gegangen. Der Abstieg war zwar nicht ganz so anstrengend, aber dafür musste ich wirklich bei jedem Schritt aufpassen, wohin ich trete, also eher anstrengend für den Kopf.
Auch wenn ich zwischendurch, vor allem, wenn ich alleine bin, noch ziemlich oft Heimweh habe, wird es langsam besser. Es ist immer noch hart, aber es wird.
Bis dann
Julia
