Hermanus ♥️
Angekommen in Cape Town, back to Cape Town, erzähle ich Mama M und Mama B von meiner Reise nach Mosambik, bevor wir im Anschluss das Auto abholen. Wir erhalten ein Upgrade, und...

Veröffentlicht: 27.10.2023
























































































































































Um 13:00 Uhr sind wir in unserer Unterkunft angekommen und haben nur paar Minuten, um uns für unser Winetasting chic zu machen. Es geht zum Waterford Estate - in Deutschland habe ich das Estate gefunden u da es nur 15 min von unserer Unterkunft entfernt ist, super für uns! Wir treffen gleich unsere Gleichgesinnten - ein junges Paar aus Südtirol, Manuela und ihr Mann. Sie sind zum Honeymoon in Südafrika. Brett ( nicht Brad) führt uns durch die Weinkeller und berichtet von der Herstellung hier in Waterford.
Und dann geht’s im Jeep los über das 120 Rugbyfeld große Weinanbaugebiet. Nach einer längeren Fahrt steigen wir aus und haben ein paar Minuten, um uns das Gebiet anzuschauen, als Barb und ich einen Kreischen hinter uns wahrnehmen. Karo und Manuela haben festgestellt, dass Manuela eine Freundin hat. Diese Freundin ist die Enkelin des Ehepaares, das ein Obstanbaugebiet von Karos Familie nach dem ersten Weltkrieg gekauft hat. Die Welt ist klein, für Manuelas Freundin gibt es natürlich ein Selfie der beiden Mädels.
Der Tisch unter den Bäumen mit Blick auf die Berge und Weine ist gedeckt, Brett hat tolle Arbeit geleistet. Wir genießen die ersten fünf Weine ( bei jedem sagt Brett, es sei sein Favorit), bevor wir zu Wein Nummer 6 - The Jem - kommen. Eine Mischung aus 8 Weintraubensorten und mit einem stolzen Preis von 130€ pro Flasche. Lecker! Oder Lekker in Afrikaans.
Das leckere Essen komplimentiert alles, der Wein fließt und wir werden mit jedem Glas besoffener. Man kann es nicht anders sagen, wir sind voll. Manuela trinkt nur selten, auch sie kann schon nicht mehr geradeaus schauen. Wir lachen uns unterm Tisch und lieben das Beisammensein, Barb versucht deutsche Worte zu verstehen, Brett erzählt von seinem Leben für wenige Monate in Alaska und wir können es nicht glauben, was für tolles Wetter wir haben und dieses hier in Südafrika bei Wein und Leckereien in ins aufnehmen und in Zügen genießen zu können.
——
In Stellenbosch sind wir vier sofort von der schönen Stadt begeistert! Tolle Cafés, kleine Geschäfte, Gallerien reihen sich aneinander. Im ersten Shop bescheren wir der Verkäuferin bestimmt den Umsatz des Tages! Trotz des Vorsatzes von uns, so wenig wie möglich zu kaufen. Unsere anschließende walking tour beschert uns erste Eindrücke von und Infos zu Stellenbosch.
Was sollt man wissen?
Wir genießen unser letztres gemeinsames Mittagessen - Karolin isst sogar mal vegan - , fahren zurück, ich genieße die Zeit am Pool, Barb packt ihre Sachen und dann bringe ich sie nach Kapstadt zum Flughafen. Bis bald Mama B, wir sehen uns wieder 🙃.
———
27.10.2023…“Los Mädels, ich muss mich beeilen, für Cape Town ist Stau angesagt. Und ich will pünktlich da sein und nicht durch Zuspätkommen auffallen.“ Mama M und Karo laden ihre Sachen ins Auto, so dass ich all unser Gepäck mit nach Kapstadt nehme und sie den Tag über in Stellenbosch bleiben können und ich sei später abhole, so dass wir gemeinsam nach Simon‘s Town fahren.
Es geht zur High School in die Pinelands, einem Ortsteil Kapstadts. Jenna sendet mir eine Voice Message, in der sie mir sagt, der Security Mann wisse, dass ich komme. Sehr gut. Allerdings, als ich ankomme, weiß niemand Bescheid und es dauert etwas, bis ich vom Sicherheitsmann reingelassen werde, einen Ausweis bekomme und auf dem gesicherten Parkplatz parken kann. Jenna begrüßt mich herzlicher, als ich es mir nur wünschen konnte. Sie führt mich etwas durch die Highschool und ich bekommen einen ersten Eindruck dieser Bildungsstätte, immer wieder höre ich „Hello, Ma‘am, and hello other Ma‘am“. Ich freue mich, ich bin hier Ma‘am, sehr höflich.
Die erste Stunde, die ich miterleben darf, ist DRAMA. Die Kids, ca. 10 an der Zahl, sind äußerst diszipliniert, interessiert und hart arbeitend. Die Kids üben sich in Pantomime und Jenna erklärt mir, SchülerInnen spezialisieren sich ab Kl. 9. Die Klassenstärke beträgt zwischen 10 und 35 SchülerInnen, an der Schule sind ca 1000 Schüler und rund 60 LehrerInnen. Die Schülerschaft ist sehr divers, wenig weiße Kids, sehr viele colored people und black kids. Auch die Lehrerschaft ist wild gemixt, es gefällt mir sehr. Die Kids müssen alle Englischlernen u kommen aber dann noch zwischen Afrikaans und Xhosa wahlen: bei 11 offiziellen Sprachen in SA ggf. reichlich wenig ?!
Nach der Drama-Klasse gehe ich mit Jenna zu ihrem Unterricht, heute müssen die Kids spontan eine mündliche Prüfung ablegen. Sie beschreibt ihre SchülerInnen als schwierig, aber liebevoll. Ich sehe sofort, was sie meint, die Kids sind aber dennoch süß. Jenna selbst ist noch junge Lehrerin, erst 24 Jahre und aus Kapstadt kommend.
Heute ist aber ein besonderer Tag, denn es ist Springbok-Day, die Kids müssen keine Uniform tragen, sondern kleiden sich nur in Grün oder gelb, wie die Farben des Rugbyteams sind. Alle Kids der Schule versammeln sich in der Aula, es wird die Nationalhymne gesungen, gesungen, geklatscht. Ich freue mich sehr, dabei zu sein.
In der anschließenden Sciene - class lerne ich etwas über Mining in Südafrika, zum Ende des Tages zeigt mir Jenna noch mehr von der Schule, so z.B. den ersten BATHROOM FOR ALL; also gender-neutral bathroom.
Wir kommen immer mehr ins Gespräch, und Jenna gibt mir zu verstehen, wie das Leben in SA für die meisten Leute ist und dass Gefahr bzw. Gewalt auch bei ihr auf der Tagesordnung steht (die Male, die sie vorn der eigenen Haustür überfallen wurde, kann sie kaum noch zählen). Wir sprechen über die aktuelle Lage in Südafrika, die auch für uns als Touristinnen bzw. Für mich so deutlich spürbar ist …diese kaum zu ertragene Schere zwischen arm und reich, zwischen schwarz und weiß, das einem das Leben/den Aufenthalt hier zum Teil sehr schwer macht. Man muss blind und /oder herzlos sein, um dies kommentarlos auszuhalten. Das tägliche Fahren entlang der townships bricht mir jedes Mal aufs Neue das Herz.
13 Uhr und ich fahre zurück nach Stellenbosch, wir gehen essen in einer Pizzeria und dann gehts 1,5h lang per Auto nach Simon‘s Town. Ich will sofort Pinguine sehen. Und sehe sie und ich liebe sie!