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Tag 32: Strecke machen

Veröffentlicht: 13.08.2023

Die Nacht war etwas laut. Das ibis liegt an einer Hauptstraße, wir schlafen gerne bei offenem Fenster, nur nicht in dieser Nacht. Wir sind deshalb bei Zeit frühstücken und kommen gut weg. Wir verschaffen uns noch einen kurzen, angenehmen Eindruck von Paderborn. Alles, was ich vorher über Paderborn wusste, stand im Zusammenhang mit dem Lebenswerk von Heinz Nixdorf, der kurzzeitig eine Größe in der edv darstellte, dann mit Siemens zusammenging und von der Bildfläche verschwand. Wieder einmal sind wir erstaunt, wie man Straßenführung für Radler gestalten kann - einfach bei den Autos abschauen.

Nachdem heute Sonntag ist und deshalb die LKW Pause haben, überlassen wir die Routenwahl dem komoot, ohne allzuviel zu korrigieren. Ich hatte mir einige Radfernwege rausgesucht, die aber in natura auf der Beschilderung fast nicht auftauchen. So geht es relativ flott vor sich hin, über die Dörfer, viel an kleinen und manchmal auch größeren Straßen entlang. Erste Pause in Lippstadt, zweite in Soest. Soest muss unbedingt erwähnt werden, nicht weil es eine nette Altstadt hat, sondern wegen Otto, dem ostfriesischen Götterboten (junge Leser:innen bitte googlen). Seine Figur hieß zwar Karl Soost, für mich aber schon als Jugendlicher immer Karl Soest... Jedenfalls gab es einen Disput, weil ich mit Blick auf den Himmel ein baldiges Gewitter befürchte und meine Frau deshalb auf eine schnelle Pause drängt. Heisst: Kaffee trinken im SB-Cafe, deshalb heute keinen Eiskaffee, sie haben schlicht keinen.

Weiter nach Werl - kein Gewitter, aber die Wolken türmen sich, erneute Diskussionen "wie weit denn noch". Wagen wir es bis Unna? Immerhin sind wir schon über 70 km gefahren. Nun denn... Das Wetter hält, der aufkommende Wind (von vorne!) vertreibt die Gewitterwolken. Aber hat Unna überhaupt Hotels? booking meint ja - 2 Stück. Kurz vor der Stadt fragen wir ein radelndes Ehepaar. Unbedingt Katharinenhof, direkt am Bahnhof. So sei es - ein Zimmer ist frei, der Preis akzeptabel, kein Vergleich zum beengten Zimmer in Paderborn.

Nach der Dusche ein Gang durch die Altstadt, ein hübscher Ort. Zum Essen gehen wir ins Meisterhaus, ein sehr altes Haus, das einen Italiener beherbergt, der über der Straße noch einen Biergarten hat. Auch ein Tipp der beiden Einheimischen. Wegen der dort lauten Musk sitzen wir vor dem Haus, gleich neben der Bestelltheke, wo auch der "togo-Bereich" ist. Soviel Unterhaltung haben wir selten in einem Restaurant!

Wir haben heute Strecke gemacht und sind Köln wieder gut 90 km näher gekommen.

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