Kulinarik im Regen
Sehr viel und sehr gut gegessen... Und dazwischen ein bisschen was angeguckt!

Veröffentlicht: 26.08.2026




















Das Elsass, Grenzregion zwischen Deutschland und Frankreich, wechselte in seiner Geschichte mehrfach die politische Zugehörigkeit. 1871 wurde es dem deutschen Kaiserreich eingegliedert. Das erklärt auch, warum sich in Straßburg - der Hauptstadt des Elsass - so viele bauliche Erinnerungen an die deutsche Besetzung finden.
Nach dem 1. Weltkrieg (währenddessen in dem Palast vor meiner Nase übrigens ein Lazarett untergebracht war) wurde das Elsass dann wieder Teil von Frankreich, nur um im 2. Weltkrieg ebenfalls wieder von den Deutschen besetzt zu werden... Herrje.
Neben dem Palast gibt es hier noch etliche ehemalige Regierungs- bzw. Verwaltungsgebäude, die u.a. als Theater und Bibliothek genutzt werden.
Von der Place de la République aus geht es mit der Tram vorbei an Wacken 🤘 bis zum Europaparlament. Seit 1979 ist Straßburg nämlich Sitz des europäischen Parlaments. Wie schön, dass wir ein Teil von Europa sind und so einfach zwischen den Ländern hin und her reisen können!!
Ich steige aus am Parc de l'Orangerie. Hier gibt es das zweite Frühstück: Croissant mit Aprikosen ( Thema fast getroffen😁). Ich lasse die Seele baumeln und lese - das Wetter ist heute herrlich.
Zum Mittagessen bin ich zurück auf der Halbinsel Malraux für einen Imbiss in einem veganen Studentencafe. Die Quiche ist leider eher so lala und ziemlich teuer (die Preise stehen vorher nirgends).
Mit der Tram fahre ich zurück ins Hotel für eine kurze Pause. Es ist so warm geworden, dass ich zu Shorts und Sandalen wechsle. Dann geht's wieder raus: auf dem Kléber-Platz ist ein kleiner Markt!
Von dort aus laufe ich kreuz und quer durch die Stadt, auf der Suche nach einem Café mit Blick auf ein schönes Motiv zum Malen. Ich dachte, das wäre leicht zu finden, aber ist es tatsächlich nicht.
Als ich merke, dass ich müde und motzig werde, kehre ich für einen Snack ein und esse einen halben Flammkuchen sowie Brezel-Hähnchen. Leider beides nicht besonders gut - ich bin in die Tour-Falle getappt. Naja, das gehört auch dazu.
Nach einer weiteren Pause im Hotel - gut, dass das so zentral liegt! - mache ich mich auf den Weg zum Abendessen. Ich möchte den Tag unbedingt mit einem positiven Essens-Erlebnis abschließen. Darum entscheide ich mich für ein absolutes comfort food: vietnamesische Reisnudeln mit Tofu.
In der Fußgängerzone nahe des Hotels werde ich direkt fündig und wurschtel mich gemeinsam mit der geduldigen Frau hinter dem Thresen komplett auf Französisch durch die Bestellung (ok, 30% Französisch, 70% Gebärdensprache 😂). Das Essen schmeckt sehr lecker, ich bin mit dem Leben versöhnt.
Die Tür geht auf, aus dem Hauseingang direkt neben mir kommt ein alter Mann. Er spricht mich an, und fragt, ob ich Italienisch könnte (ja, ein bisschen).
Er erzählt mir in einem Gemisch aus Französisch und Italienisch, das ich mehr schlecht als recht verstehe, dass er ursprünglich aus Italien kommt und dann verschwindet er und kommt mit einer kleinen Parfüm Probe wieder, die er mir schenkt.
Jaha, da staunt ihr, was? So laufen nämlich Sommerromanzen bei mir 🤣
Ich ziehe dann weiter, um mir die Kathedrale bei Nacht anzuschauen. Tja, was soll ich sagen? Die Beleuchtung ist sehr umweltfreundlich - nämlich gar nicht vorhanden! Darum habe ich mir den Abend mit einer Kugel Eis selbst erhellt - Passionsfrucht, super lecker - und bin dann zum letzten Mal heute ins Hotel gewandert. Puh, das war jetzt für euch ein Lesemarathon!
Mal schauen ob es morgen überhaupt noch was zu berichten gibt, eigentlich hab ich schon alles gemacht auf meiner Wunschliste!
👣 18.500 Schritte
