Tag 17: Sightseeing in Porto
Von Portwein bis Harry Potter!


Veröffentlicht: 29.08.2025










































































2.8.2025
Highlights heute:
Schon als wir 2021 nach Portugal Festland fliegen wollten (der Urlaub fiel dann dank der Coronavirusvariante damals aus), hatten wir die Hängebrücke Acoura auf dem Plan. Die Ponte 516 Arouca ist die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Sie ist 516 Meter lang und befindet sich 175 Meter über dem Fluss Paiva im Norden Portugals. 2021 wurde sie erst eröffnet, also vor 4 Jahren eine ganz neue Attraktion.
Da ja dieser Urlaub dann nicht stattgefunden hat und wir kurzfristig auf die Malediven ausweichen mussten 😅😇 (siehe Reiseblog Abenteuer Malediven), habe ich nun die Idee, die Brücke zu besuchen, wieder reanimiert.
Gestern Abend wollten wir ein Ticket buchen (Eintrittskarten sind limitiert und können nur online erworben werden! Vor Ort werden keine Eintrittskarten verkauft), als wir über diverse Warnhinweise wegen akuter Waldbrände gewarnt werden. Die Brücke kann über drei Zugänge erreicht werden, die sehr unterschiedlich sind, was die Dauer und Anstregung angeht.
Variante 1:
Start am Parkplatz Areinho (Koordinaten: 40.95299125283302, -8.17716919937435). Von dort läuft man 1,2 km über den Paiva Walkway zur Brücke. Dieser Weg ist allerdings relativ schwierig, da 500 Stufen überwunden werden müssen.
Stufen = mein Endgegner, daher ist diese Variante auf alle Fälle raus. Das Ganze noch bei +38 Grad - nein - da sind wir alles raus.
Variante 2:
Start am Parkplatz 1 oder 2 in Albisqueiros (Koordinaten: 40.96976486496078, -8.157224355726946), die etwa 1,5 km von der Brücke entfernt sind, Laufzeit durch den Ort und Wald ca. 15-30 Minuten (je nach Tempo).
Variante 3:
Start in Espiunca (Koordinaten: 40.99278822630662, -8.211467963740452). Man läuft von dort den Großteil des Paiva Walkways bis zur Brücke. Das sind fast 7 km und da man zu deiner festen Zeit an der Brücke ankommen muss, sollte man auf jeden Fall genügend Zeit einplanen. Um zum Parkplatz zurückzukommen, soll man nach der Besichtigung der Brücke weiter zum Parkplatz Areinho (Erinnerung - 500 Stufen - jetzt abwärts) laufen und sich von dort mit einem Taxi zurück nach Espiunca fahren lassen.
Puh... für uns ist klar, dass hier nur die 2. Variante in Frage kommt.
Problem: Variante 2 und 3 waren gestern Abend laut Internetseite 516 Arouca gesperrt wegen akuter Waldbrände. Auch über die Facebookseite wurde vor Waldbränden gewarnt.
Mist! Ok, dann eben keine Brücke.
Während wir beim Frühstück sitzen - wir haben heute ausgeschlafen, da sie Brücke ja heute nicht auf dem Programm steht - schauen wir trotzdem nochmal auf die Internetseite.
ALLE ZUGÄNGE HEUTE GEÖFFNET!!
Nein, das ist jetzt nicht wahr!!!
Natürlich sind fast alle Tickets weg. 14 Uhr schließen wir wegen der Hitze aus, für frühere Termine sind wir viel zu spät dran. Wir buchen den vorletzten Zeitslot um 17 Uhr (der Letzte wäre 18:30), zahlen 12 € / Erwachsener, Sohnemann zahlt 10 € (9-17J.). Wir haben den Slot für Variante 2 ab dem Parkplatz im Ort Albisqueiros gebucht.
Ok, dann schauen wir mal, wie wir unsere Zeit davor planen.
Wir starten auf der Autobahn Richtung Landesinnere, wo wir mehrere Mautbrücken durchfahren. Man sagte uns, dass unser Mietwagen durch das automatische Gate fahren kann, da er einen "Piepser, Sensor etc" (?) verfügt und so die Mautgebühr automatisch berechnet wird - und dann am Ende von der Kaution abgezogen wird. Auf den Stadtautobahnen piepst das Auto jedes Mal, wenn wir an einer Mautbrücke vorbeifahren, hier draußen wird unser Nummernschild gescannt und wir können ohne Bezahlen passieren, aber es piepst nichts. Naja, wird sich am Ende wohl klären...
Es handelt sich mehrfach um Beträge zwischen 2-5 €.
Das Auto ist übrigens mit allen Asistenzsystemen ausgestattet, die es gibt -- und die sind mehr nervig als hilfreich 🙈🫣
Fahre ich schneller als erlaubt, piepst es in Dauerschleife, was mich bald zu einem Verkehrshindernis der Portugiesen macht (hier scheinen Tempolimits nur Richtgeschwindigkeiten zu sein). Also fahren wir -- hier und da -- mal mit Dauergepiepse im Ohr. Aber es piepst nicht nur beim "zu schnell" fahren, sondern auch der Spurhalteassistent gibt regelmäßig seinen Senf dazu und sobald ich von "zu schnell" zurück zur "richtigen" Geschwindigkeit komme, piepst es in einem anderen Ton. Welchselt die erlaubte Tempoangabe per Verkehrzeichenerkennung, piepst es wieder - aber wieder anders... 🫣
OMG - wer hat sich das ausgedacht???? Als Muisklehrerin neige ich schon dazu, eine passende Melodie zu den diversen Piepstönen zu erfinden 😂
Unser Ziel heute Mittag ist das Douro Tal bei Pinhão, wo sich u.A. das Weingut von Sandeman "Quinta do Seixo" befindet, welches wir bei der Portweintour gestern im Video gesehen haben. Mal schauen, ob wir es finden bzw. ob wir mal vorbeifahren.
Da die Wettervorhersage für morgen hier im Douro Tal noch heißer vorergesagt ist, hoffen wir, dass es heute noch irgendwie erträglich sein wird. In den letzten beiden Tagen lagen die gefühlten Temperaturen schon deutlich über denen, die vorhergesagt wurden -- zumindest in der Stadt.
Unser erster Stopp ist die Ponte da Régua. Die hatten wir gar nicht auf dem Plan, aber als wir sowieso den Fluss mit dem Auto überqueren, machen wir dort einen kurzen Stopp und sehen hier auch wieder Schilder, die auf einen Pilgerweg hindeuten.
Nach kurzem Stopp - es ist echt schon sehr warm - fahren wir weiter. Einige Kilometer den Douro flussaufwärts befindet sich der Barragem de Régua, der Staudamm. Der Parkplatz ist rammelvoll - wir finden noch eine Lücke und laufen auf den Damm - dann sehen wir, warum hier so viele Schaulustige unterwegs sind: in der Schleuse befindet sich ein Flusskreuzer!
Die Schiffsschleuse am Douro-Staudamm bei Régua, überwindet einen Höhenunterschied von knapp 30 Metern zwischen dem unteren und dem oberen Teil des Flusses. Das ist wirklich ein krasser Höhenunterschied und es ist erstaunlich, wie rasend schnell der Flusskreuzer vor uns von unten nach oben aufsteigt. Nach links und rechts hat das Schiff vielleicht ein paar Zentimeter Platz, echte Maßarbeit!
Es hat schon den größten Höheunterschied überwunden, als wir die ankommen, trotzdem ein faszinierender Anblick!
Wir fahren über den Damm und dann auf einer kleinen schmalen Straße - nix für meine Nerven - eine Weile am Douro entlang bis zum Aussichtspunkt mit den Buchstaben COVELINHAS.
Ab hier wenden wir und fahren die gleiche schmale Straße zurück - jetzt natürlich mit Gegenverkehr 🙈😱
Gegen 13 Uhr erreichen wir die Quinto do Seixo von Sandemann. Hier fährt man eine steile Straße, nach kurzer Zeit geschottert, durch die Weinberge nach oben, durch ein imposantes Tor, bis man oben auf dem Hügel angekommen ist, wo die Quinta "thront". Toller Ausblick bei knapp 40 Grad, blauem Himmel mit Sonnenschein und absolut keinem Lüftchen! 🥵🥵🥵
Wir erkundigen uns, was man hier unternehmen kann. Leider gibt es nur Tastings - und trinken wollen wir nicht (ich muss ja fahren), bei knapp 40 Grad draußen auf dem Weingut herumlaufen ist auch keine Option. Wir entschießen uns daher, den hauseigenen Shop zu besuchen - KLIMAANLAGE!!!! - und dann etwas zum Mittagessen zu suchen, denn wir haben ja noch ein "Brücken-Date" heute 😬😁
Nachdem wir uns etwas abgekühlt haben, fahren wir wieder zurück an den Douro und zurück zur ersten Brücke von heute. Unterwegs sehen wir jetzt kein Restaurant, daher wollen wir im Ort Régua vorbeischauen, da waren einige Restaurantschilder. Leider findet sich kein Parkplatz in der Nähe eines Lokals, daher entscheiden wir uns für die Option Supermarkt, als ich das Hinweisschild auf die Neueröffnug eines LIDL Supermarktes sehe. Der ist nur wenige Minuten entfernt, hat einen großen Parkplatz und wir können unsere Getränkevorräte aufstocken. Perfekt!
Außerdem gibt es hier in der "Gebäcktheke" neben Pastel del Natas auch Pizzataschen, Codfish Cake und viele andere Dinge, die wir nun gerne ausprobieren.
Interessant ist das TK Angebot - hier gibts Dinge, die es bei uns nicht gibt 😅
Nach unerem Einkauf fahren wie weiter Richtung "Brücke". Das Navi leitet uns über Ministraßen quer durch die Pampa, über Hügel - mit netter Aussicht - in Regionen, die wohl toruistisch nicht wirklich bekannt sind.
Wir essen unterwegs unser Mittagessen und stoppen an einigen netten Aussichtspunkten.
Um 16:45 erreichen wir den Parkplatz in Albisqueiros. Dieser scheint gerade neu gemacht zu werden, da er mit Baustellenfahrzeugen vollgestellt ist. Wir parken auf einem Parkkplatz am Seitenstreifen und machen uns auf den Weg zur Brücke. Laut Internet waren es ab hier ca. 20 Minuten Fußmarsch. Ich trage Sneaker, habe keine Socken dabei, da ich ja davon ausgehe, dass wir 1 x über die Brücke und zurück laufen werden - also kein "Gewaltmarsch" heute. Bei der Hitze hatte ich auch so gar keine Lust, den ganzen Tag in dicken Treckkingschuhen herumzulaufen.
Das rächt sich jetzt....🙈
Bei schweißtreibenden +38 Grad (laut Mietwagenthermometer) laufen wir ein Stück durch den Ort und biegen am Hinweisschild dann auf einen kleinen Pfad ab, der anfangs noch an einigen Häusern vorbei führt und dann in einen staubigen Pfad durch den Wald bis zur Brücke verläuft. Es ist nach 17 Uhr, als wir ankommen, eine Gruppe bekommt gerade am Brückeneingang eine Einweisung auf Portugisisch.
Wir dürfen unser Ticket scannen und warten zusammen mit einem englischsprachigen Pärchen auf die englische Einweisung. Nachdem alles geklärt ist, dürfen wir die Brücke betreten.
Laut Guide läuft man in 30 Minuten entspannt in eine Richtung über die Brücke. Puh... das schaffe ich wohl schneller.
Mein Puls gleicht dem einen Wellensittich, ich schwitze sowieso schon, aber schlimmer geht immer 🤣🥵
Ich habe totale Höhenangst.... wenn ich das packe, dann bin ich echt stolz auf mich!!!
Zum Glück ist es auf der Brücke windig und ich habe die Haare im Gesicht - da sieht man nicht, wie tief es hier runter geht 😅
In gerade mal 15 Minuten bin ich auf die andere Seite der Brücke "gesprintet"! Viel von der Landschaft habe ich nicht gesehen. Mein Puls rast, der Schweiß tropft - aber ich habe es geschafft!!! Yeah!!! 💪🏻💪🏻
Auf der anderen Seite angekommen, klären wir mit einem Angestellten an der Brücke unsere "Optionen" ab hier.
Option 1: zurück über die Brücke und per Taxi zum Auto
Option 2: zu einem Kiosk ca 1 km die STraße entlng laufen und dort auf ein Taxi hoffen
Option 3: die steilen Stufen hinunter zum Fluss und dann über den Paiva Walkway ca. 3 km am Fluss entlang bis zu einer Station laufen, wo ein Mitarbeiter ein Taxi rufen kann. Der Mitarbeiter hier oben an der Brücke würde in diesem Fall seinen Kollegen informieren, dass wir auf dem Weg wären.
Option 1 fällt bei Sohnemann und mir weg: auf keinen Fall setzen wir noch mal einen Fuß auf diese Brücke!!!
Option 2 lockt nicht wirklich, obwohl es die kürzere Varinate wäre...
Wir entscheiden uns für Option 3 - schließlich geht es ja nur bergab - und die Strecke am Fluss soll landschaftlich wunderschön sein.
Ok, dann los! Zuerst noch schnell auf die Toilette und "frisch machen", es gibt nämlich eine Art "Container", klimatisiert mit Sitzgelegenheit und WC.
Der Mitarbeiter unten wird informiert, dass wir auf dem Weg sind, über einen staubigen Feldweg laufen wir unter der Brücke hindurch und starten die Treppen nach unten Richtung Fluss.
Nach ca. 100 Stufen rächt siich nun mein falsches Schuhwerk... Sneaker ohne Socken bei knapp 40 Grad und nun 3km Fußweg - keine gute Kombi 🙈
Hilft nichts - Augen zu und durch!
Der Weg jedenfalls ist wirklich toll! Aber niemald wäre ich die vielen Treppen nach oben gelaufen... umso krasser, dass uns mehrere Urlauber jetz entgegen kommen. Sie wollen wohl zur letzten Ticketszeit um 18:30 die Brücke erreichen.
Gegen 18 Uhr haben wir die Stufen geschafft und laufen ab jetzt den Holzplankenweg am Fluss entlang.
Nach weiteren 45 Minuten erreichen wir nach 3km den Stopp entlang des Paiva Walkway, wo der Mitarbeiter bereits auf uns wartet und uns ein Taxi ruft.
Eigentlich ist hier eine kleine Bar, aber wegen des Feuers der letzten Tage ist alles geschlossen.
Die Taxifahrerin, die uns abholt, erzählt uns vom Brand, der gestern erst gelöscht wurde. Es sei nicht das erste Feuer, es würde regelmäßig brennen und viele Menschen hätten alles verloren. Wir fahren durch ein Waldstück und sehen noch Rauch aus dem Boden aufsteigen. Es scheint noch Glutherde zu geben. Vorbei an einigen ausgebrannten Häusern - es riecht echt schlimm nach Rauch - fahren wir durch eine kleine Siedlung und dann zurück auf die andere Seite der Schlucht zum Parkplatz.
Am Ende zahlen wir 30 € für das Taxi, aber das war es wirklich wert! Der Weg war toll und auf der anderen Seite der Brück hätten wir auch ein Taxi nehmen müssen.
Am Himmel schwebt eine Wolke, die einem riesign "Pilz" ähnelt.
Wir fahren in den Ort Acoura, Namensgeber der Brücke, und finden noch einen Sitzplatz in einem kleinen Bistro. Gegenüber wird alles für ein Folklorekonzert vorbereitet. Gerne hätten wir uns das noch angeschaut, aber wir sind ziemlich platt, es wird schon dunkel und ich muss ja noch eine gute Stunde zurück nach Porto fahren.
Müde aber happy, meine Höhenangst überwunden zu haben, erreichen wir gegen 22:30 unser Hotel - und meinen Horrorfahrstuhl!!!
Leider ist der Parkplatz von gestern nicht mehr verfügbar. Mist! Zum Einparken habe ich jetzt keinen Nerv mehr. Der Gatte schafft es, das Auto in mehreren Zügen in einen der engen Parkplätze einzuparken. Wie ich hier morgen wieder rauskommen soll, überlege ich mir dann erst morgen !
Für die Statistik:
Gelaufen: 10 km
Gefahren: ca. 330 km
Übernachtung: 3*** Tryp Porto Centro (Ü/Fr)
Wetter: Sonne satt, bis +38 Grad
