Die Ausfahrt aus der Millionenstadt Bursa war angenehmer als erwartet. Heute Stand zum ersten Mal seit der Winterpause eine längere Etappe an. Die ersten 35 Kilometer ging es flott auf der Schnellstraße voran, die westlich von Bursa scheinbar immer weniger befahren wird. Ein paar Kilometer Umweg Richtung Süden führen an den Ulubat-See, auf dem es viele wilde Pelikane gibt. Insbesondere der Ort Gölyazi ist sehenswert, seine kreisförmige Anordnung auf dem See erinnerte mich etwas an Primosten in Kroatien oder Sveti Stefan in Montenegro. Gölyazi war auch der ideale Ort für ein kleines Mittagessen, wobei immer noch knapp 80 Kilometer bis Bandirma zu erledigen waren. Die beste Begegnung des Tages war ein Türke vor einer Auffangstation für Straßenhunde, der mir unbedingt einen Schokoriegel schenken wollte. Nach ein paar Minuten Unterhsltung über den Google Translator wurde klar, dass er auch gerne Rad fährt, er hat mir auch noch ein paar Bilder von seinen Touren gezeigt. 

Kurz vor Karacabey wollte ich dann doch mal runter von der Schnellstraße, dort wurde es sofort sehr ländlich (mit Schlaglöchern). Auf dem letzten Drittel bis nach Bandirma an der Küste habe ich mich dann doch wieder für die Straße entschieden. In der Dämmerung kam ich am Hotel an, die Verständigung ging auch ohne Englisch. Für 10€ die Nacht bekommt man in der Türkei oft schon ein Doppelzimmer mit Wasserkocher und Kühlschrank. Auch das stürmische Wetter und die fallenden Temperaturen motivieren mich nicht gerade, mal wieder mein Zelt aufzubauen!

Am nächsten Morgen wollte ich mir wenigstens noch kurz den Hafen von Bandirma anschauen. Von Istanbul aus fährt auch eine Fähre hierher, aber ich bin ja nicht in Eile. Um nicht zu sehr in den angekündigten Dauerregen zu geraten, wollte ich es aber mit dem Sightseeing nicht übertreiben. 

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