Am 8. Januar ging die Fahrt nach der Winterpause weiter. Ein Monat ohne Sport und dafür mit viel Essen über die Feiertage hat seine Spuren hinterlassen, also wollte ich die ersten Etappen ruhig angehen lassen. Der Hafen von Besiktas war nur wenige hundert Meter von meinem Hostel entfernt, die Überfahrt nach Üsküdar war kein Thema. Zum ersten Mal mit dem Rad in Asien unterwegs! Die nächsten Stunden ging es stur an der Küste entlang durch Üsküdar und Kadiköy, Istanbuls beliebteste Stadteile auf der asiatischen Seite. Etwas stressig war die Weiterfahrt auf der Schnellstraße bis Eskihisar. Dort fahren im Minutentakt Autofähren über das Marmara-Meer, obwohl die nächste Brücke gefühlt 5 Kilometer entfernt ist. Am Schalter wurde ich neugierig gemustert und bekam Hilfe von einem Polizisten, da der Ticket-Automat nur auf Türkisch mit einem spricht. Die ca. 30-minütige Überfahrt gab es für 11 Lira (75 Cent). Von der Landestelle waren es nur noch ca. 15 Kilometer bis Yalova (sah nicht besonders spannend aus) und 10 weitere bis zu meiner Unterkunft im Süden. Auf den letzten Kilometern war Schieben angesagt. Ich dachte, "mountain view" bedeutet, dass man Blick auf einen Berg hat, und nicht, dass man von einem Berg herunterschaut... Aber die Anstrengung hatte sich gelohnt, die ruhige Gegend mitten im Nirgendwo war eine willkommene Abwechslung zum Lärm der Hauptstraße und den Großstädten. Mein Gastgeber begrüßte mich schon von weitem mit gutem Englisch. Das kleine Hotel wirkte eher wie ein Hof in Österreich, es gab Kühe, Hühner und eine Katze. Dazu kamen noch ein paar friedliche Straßenhunde. Nach einem kleinen Abendessen im Neubaugebiet in der Nähe war ich platt. Schon verrückt, wie schnell die Muskulatur abbaut, wenn man sich ein paar Wochen von Plätzchen und Stollen ernährt! 

Kommentare

Günter
Ich kann dir noch einen Stollen schicken ...

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