Etappe 44: Von Alexandroupoli nach Tekirdag

Lotfi und Andrea hatten mich überredet, die ca. 150 km zwischen Alexandroupoli und Tekirdag in einem Stück zu absolvieren. Deshalb ging es um 6:30 Uhr zum Frühstück bei Marianna, unserer italienischen Gastgeberin aus dem gleichnamigen Hotel. Etwas später als geplant und mit bedrohlichen Wolken ging es wieder im Eiltempo Richtung Osten, aber bis auf ein paar Tropfen blieb es trocken. Um kurz vor 10 waren wir schon am ersten Grenzposten mit einer kilometerlangen Schlange an Lkw neben uns. Von vier Schaltern war ein einziger besetzt, wir durften aber die wartenden Autos überholen. Auf der türkischen Seite ging es ähnlich schnell. Das elektronische Registrierungs-Formular, das wir am Vortag extra ausgefüllt hatten, wollte natürlich niemand sehen. 

Die nächsten 30 Kilometer ging es stur an der Hauptstraße (mit breitem Seitenstreifen) entlang bis Kesan, dank starkem Gegenwind eher zäh. In Kesan habe ich mich dann für den Nachmittag von den Jungs getrennt. Am Berg waren sie einfach schneller als ich und ich wollte nicht, dass sie meinetwegen zu spät in Tekirdag ankommen. Es ging dann auch im Wechsel bergauf und bergab, aber immerhin bei Sonnenschein und ohne zu viel Wind. Mit etwas Musik ging die zweite Hälfte der Riesenetappe erstaunlich schnell rum, sodass ich noch vor Einbruch der Dunkelheit erschöpft aber glücklich in Tekirdag ankam. Abends dann das Wiedersehen mit Lotfi und Andrea im Hotel. Wir sind alle gut müde, verbringen aber dank Fatma, der Besitzerin eines kleinen Imbisses, und Memo, dem ein Café gegenüber gehört, einen wunderbaren Abend. Cigköfte, Dürüm, Ayran und ordentlich Baklava zum Nachtisch gab es bei Fatma für 3€ pro Person! Memo hat uns auf drei Runden Tee eingeladen, noch mehr Baklava gab es auch. Vor allem Memo hat uns stundenlang mit Fragen zu unseren Reisen gelöchert und viel über das Leben in der Türkei und Fußball erzählt. Da er kaum Englisch sprechen konnte, war der Google Translator immer mit am Tisch, hat aber wunderbar geklappt! 

Um 7:30 saßen wir zu dritt beim Frühstück, da die verrückten Italiener direkt die nächste große Etappe bis nach Istanbul anpacken wollten. Für mich stand ein Pausentag auf dem Plan, der auch dringend nötig war! Den halben Tag habe ich mit Essen und Herumliegen verbracht, für etwas Sightseeing war aber auch noch Zeit. Die bekannteste Straße in Tekirdag ist der Atatürk-Boulevard, der direkt an der Küste verläuft. Neben der Fußgängerzone gibt es außerdem einen grossen Basar. Moscheen mit Lautsprechern, damit man den Muezzin auch auf jeden Fall fünf Mal am Tag hört, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die Stadt an sich ist sehr lebhaft mit vielen kleinen Restaurants, aber nur wenig touristisch. Mit Händen und Füßen kommt man weiter als mit Englisch. Ich habe mir vorgenommen, in den nächsten Wochen zumindest ein paar Brocken Türkisch zu lernen. 

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