Waterville - der Name ist Programm
Der Morgen hält genau das, was die Wetter-App vom irischen Wetterdienst versprochen hat, grauer Himmel und grosse Regenwahrscheinlichkeit. Nach einer Woche mit perfektem Wetter...


Veröffentlicht: 14.07.2025












Waterville - und kein Ende mit Water... die ganze Nacht hat es gestürmt und geregnet wie verrückt. Wir schieben die schlechten Gedanken erstmal beiseite und lassen uns zum Frühstück verwöhnen, na wir probieren es zumindest. Ein australischer Gast findet uns very interesting und will die ganze Zeit mit uns plaudern. Er erzählt auch interessante Sachen, z.B. dass er eine Charlie-Chaplin-Ausstellung organisiert und deswegen hier vor Ort ist. Aber wir möchten jetzt doch schon gern mal unser leckeres Frühstück essen und nicht unhöflich neben dem Reden essen - machen wir dann doch.... es gibt so leckere Sachen und alles ist liebevoll angerichtet und frisch zubereitet. Porridge mit Früchten, ganz viel Toast, natürlich full irish breakfast, Eier mit Lachs. Wetter schlecht, Essen sehr gut! Wir zögern unsere Abreise so lange wie möglich hinaus, aber 11 Uhr ist checkout und wir stehen in voller Regenmontur bereit, um gegen Wind und Regen anzukämpfen. Unser Plan für heute: Ring of Kerry gen Norden folgen und wenn möglich bei Vollregen irgendwo in einem Café oder Pub unterkommen und bei Nieselregen oder gar keinem Regen fahren. 1 Kilometer gefahren, Vollregen und totaler Gegenwind. Plan nach einem Kilometer gescheitert. Wir fahren entlang des Wild Atlantic Ways der kleinen Küstenstrasse, die eigentlich noch schön aussieht, umgeben von Steinmauern und mit blühenden Fuchsienhecken und orangen und roten Montbretien. Fotos gibt es keine, unsere Handys wurden bisher nicht auf Wasserdichte getestet. Ab und zu kommen ein paar helle Wolken hinzu, aber die meiste Zeit regnet es, Wasser tropft am Helm hinab. Unsere Goretex-Kleidung hält aber stand und das ist viel Wert. Von der Küstenstrasse aus sieht man im Meer zwei kleine spitze Inseln - Skellig. Diese gehören zum UNESCO Welterbe. Dort befindet sich ein Kloster (Mainistir Fhionáin) oder besser gesagt Überreste aus dem 7. Jahrhundert. Bei dem stürmischen Wetter fahren keine Schiffe, na auch besser so, schade um das leckere Frühstück. 2014 wurden auf der Insel Szenen aus dem STAR WARS Film "The Force Awakens" gedreht. Die umliegenden Dörfer profitieren wohl noch heute von den Schauplatzbesuchern. Ob das alle toll finden? Die Macht ist mit uns und führt uns direkt in die Skelligs Chocolate Factory, welche im Nebel auftaucht. Nix wie rein ins warme Café. Den Gedanken haben wohl andere auch noch, es ist ziemlich voll, aber ein guter Zufluchtsort vor dem Regen. Schokolade und Kaffee - perfekt.
Weiter geht's im Regen, von Meereshöhe auf den Pass 240 Meter steil hoch, extrem steil. Ja, jetzt wäre dann ein guter Zeitpunkt, für Luke Skywalker uns mit seinem X-Wing-Starfighter ein Stückchen mitzunehmen... er kommt nicht und wir schaffen es mit unseren himmelblauen ROSE-Superfighterbikes ganz allein auf den Coomanaspig Pass. Von dort ist es schon angeschrieben, steile Abfahrt, sehr steile Abfahrt zu den schönsten Klippen Kerrys - Kerry Cliffs. Das sind sie, ohne Zweifel, auch bei Regen, auch für 5 Euro Eintritt pro Person. Der Atlantik peitscht wild gegen die Klippen und der Wind und Regen peitscht uns ins Gesicht, der Ausblick ist sehr imposant.
Weiter bergab den Wild Atlantic Way geht's für uns nach Portmagee ins Fishermans Pub. Wir haben riesigen Hunger und verdrücken zwei gute Portionen inkl. Cider.
Die Übernachtung haben wir in der Nähe im Reenglas House gebucht, ein tolles B&B in einem alten Landhaus mit riesigen Zimmern und alten Gemäuern und einem schönen Garten direkt am Strand. Wir ziehen nach der anstrengenden Gegenwindregentour das warme Bett und die heisse Dusche vor.
Aber wer weiss, vielleicht wohnen ja in den alten Gemäuern noch Geister aus längst vergessenen Zeiten.... oder vielleicht wohnt ja auch Luke Skywalker im Zimmer nebendran.....
Route: Waterville -Portmagee
Kilometer: 46
Höhenmeter: 744
Temperatur: 13 Grad, Wind: 50 kmh