Secretgarden und Secretschoggi
Die Nacht in Allihies war nicht so lang, also eigentlich schon, aber der Schlaf etwas zu wenig. Die nächste Etappe heute sollte Kenmare sein, ca. 70 Kilometer. Das heisst gut...


Veröffentlicht: 13.07.2025















Der Morgen hält genau das, was die Wetter-App vom irischen Wetterdienst versprochen hat, grauer Himmel und grosse Regenwahrscheinlichkeit. Nach einer Woche mit perfektem Wetter fällt es natürlich sehr schwer loszufahren, obwohl wir ja wissen , wir sind in Irland. Vor neun Uhr fahren wir los, in der Hoffnung, die Vorhersage stimmt und es regnet erst am Nachmittag. Wir folgen dem Wild Atlantic Way. Es rollt super, der Wind meint es recht gut mit uns. Über den Bergen kann man schon gut die dunklen Regenwolken sehen. Die Euroveloroute führt durchs Gebirge, wir fahren aber am Atlantik entlang, so sind wir nicht so ausgeliefert, wenn es plötzlich losschüttet. Bis Waterville wollen wir mindestens kommen, ca. 50 Kilometer und dann schauen wir weiter. Die Strasse steigt immer mal wieder an, aber es ist machbar. Die Aussicht ist super über dem Atlantik. Nur leider haben sich die Farben etwas verändert. Das Grün ist geblieben, blau und sonnengelb machen wohl gerade Ferien.
Man merkt jetzt, dass es touristischer wird, Autos mit deutschen Kennzeichen nehmen zu, aber auch mehr Reisebusse sind unterwegs. Pünktlich zum Regenstart haben wir es nach Waterville geschafft. Im
PETERSPLACE , einer rustikalen Ein-Mann-Bäckerei finden wir einen Tisch und lassen uns von Peter mit Kaffee und Scones verwöhnen. Himmlisch. Dann entdecken wir noch Rhabarber-Crumble mit Schlagsahne und die zweite Runde ist eingeläutet. Peter (Bäckerei) fragt skeptisch, ob nur für Peter oder auch noch für Anja. Aber ja doch, die verdrückt genausoviel wie Peter (nicht der von der Bäckerei). Die Räder werden zum ersten Mal nass, wir nicht. Nicht weit von der Bäckerei ist ein B&B. Luxury Accomodation ist angeschrieben. Nun ja, klingt vielleicht etwas zu viel für uns, aber wir nehmen es. Woww....wir bekommen das beste Zimmer im 2. Stock mit Aussicht aufs Meer , was aber eh zurzeit im Nebel liegt. Ein riesiges Zimmer mit einem kleinen Extrazimmer mit Fensterluke wie im Schiff und zwei Sofas davor zum Relaxen. Genau das machen wir. Es regnet immer mal leicht, aber nicht so schlimm. Der Hunger treibt uns raus und die Neugier auf's Dorf Waterville mit seinem tollen Strand. Das Dorf hatte sicher einmal bessere Zeiten erlebt, viele Häuser stehen zum Verkauf und selbst das Tourist Office ist geschlossen und zwar nicht erst seit diesem Jahr. Das Dorf macht Werbung, dass viele Promis hier Ferien machten. Naja machten...einige schon länger her, Charlie Chaplin oder einige noch nicht so lange her, Michael Douglas oder Tiger Woods. Wir essen Pizza am Strand bei Nieselregen und die Promis sind uns gerade ziemlich egal. Der Regen wird wieder mehr und aus dem Pub "The Lobster" klingen herrliche Töne, Fiedel, Akkordeon...nix wie hinein. Die Stimmung ist toll und wir müssen nicht lange überlegen, ein Murphys und ein Orchard Thieves Apple Cider. Die tolle irische Musik vertreibt den Regen und gegen Neun Uhr am Abend bietet der Himmel noch einmal ein Spektakel und die Sonne kommt hervor.
Toller Abschluss eines tollen Tages mit viel Zeit zum Faulenzen und Innehalten.
Gefahrene Route: Templenoe -Waterville
Kilometer: 55
Höhenmeter: 565