Road-Storys
Die Nacht über uns war etwas unruhig. Die zwei Männer von obendrüber sind recht laut nach Mitternacht vom Pub zurückgekommen und einem ist wohl das Essen nicht so richtig...


Veröffentlicht: 22.07.2025
Wir schleichen uns heimlich zum Frühstück in der Hoffnung, die Hausdame ist schon zur Arbeit gegangen. Glück gehabt, ist nur der Mann da, der uns Kaffee bringt. Ja die Hausdame Suzanne hat uns schon etwas zu denken gegeben, sie hat uns am Abend vorher mindestens 10 mal gefragt, wann wir Frühstück wollen. Wir wollten jedes Mal 8 o'clock. Sie hat uns Tee gemacht und Schokolade dazu, was ja nett war, aber dann setzte sie sich zu uns und redete völlig wirr und kicherte die ganze Zeit, fand "Petie" very lovely und fragte wann er duschen geht und ob sie ihre Nägel noch lackieren sollte.... total schräg.... wir tranken unseren Tee und wussten nicht, ob wir lachen, fliehen oder mitmachen sollten. Auf alle Fälle haben wir die Zimmertür abgeschlossen. Sicher ist sicher!
Unsere Fähre vom Tarbert Pier fährt 11 Uhr. Es sind 20 Minuten über den Shannon nach Killimer. Es stürmt und regnet....mal wieder. Aber während der Überfahrt wird es tatsächlich ein wenig heller und es sind vereinzelt blaue Störungen am Himmel zu sehen. Verhaltener Optimismus verleitet Peter zum Ausziehen der Regenkleidung. Na klar, fataler Fehler! Mittagspause, schnell am Hafen in Kilrush was essen und da geht's auch schon los. Innerhalb von Sekunden sind wir verregnet. Also fahren wir weiter Richtung westliches Ende der Halbinsel. Wir treffen wieder auf die Euroveloroute und fahren durch blumige Strassen entlang dem Shannon River, dieser endet westlich der Insel im Atlantik. Die blauen Störungen am Himmel sind wieder zurück und wir kämpfen nur noch gegen den Gegenwind. In Carrigaholt machen wir einen kurzen Zwischenstopp, eigentlich für einen Kaffee. CLOSED heisst es beim Kaffee. Okay gut, dann beissen wir uns noch ein bisschen weiter durch. Das Wetter ist um einiges besser als die letzten Tage. Wir sind zufrieden, es regnet mal nicht und wir schnuppern wieder Atlantik-Luft (Fisch, Algen und Salz....himmlisch). Die Strasse ist eng und führt vorbei an Klippen, Wiesen und vereinzelten Häusern - wunderschön. So stellt man sich Irland vor. Schönheit fürs Auge reicht leider nicht aus, etwas für den Magen wäre auch nicht schlecht. Viel findet sich nicht auf der Strecke. Keating's Restaurant steht gross angeschrieben. Na genau, das nehmen wir doch! Nicht unbedingt der kulinarische Tempel, aber Hunger und kein Regen, das verleitet uns zu Hamburger und Cider. Noch 2 Kilometer und wir sind in der Unterkunft. Der Magen ist voll, übervoll, die Wolken sind dunkel und dunkelgrau. Das Bed & Breakfast ist hell und geräumig mit Blick auf die Kuhweide und Dorfstrasse, die Vermieterin heisst nicht Suzanne und spinnt auch nicht, hier können wir in Ruhe schlafen....gell Petie... ;)
Route: Glin - Fähre Tarbert/Killimer - Kilbaha
Kilometer: 66
Höhenmeter: 550
