Zealandiyear
Zealandiyear
vakantio.de/zealandiyear
Zuletzt in Hibiscus and Bays

Wohnen bei Emma, der erste Frust und das neue Auto

Veröffentlicht: 21.12.2017

Am 11.12. kamen wir hier in Murrays Bay (einem ruhigeren Bezirk im Norden Aucklands) bei Emma an. Toller erster Eindruck: Sehr große Wohnung mit Wintergarten, Terrasse und Aussicht aufs Meer. Der Strand ist in ca. 5 min zu Fuß erreichbar! Emma ist 30, Kunststudentin und wohnt hier mit ihrem Hund Mona, der wirklich zuckersüß ist. Wir haben uns sofort willkommen gefühlt.

Ansonten verlief unsere zweite Woche hier in Neuseeland komplett konträr zur ersten. Keine Zeit für Touri-Kram! Schon in den letzten Tagen in Newmarket hatte unsere Autosuche begonnen und dieses Projekt nahm jetzt so ziemlich unsere gesamte Zeit ein. Recherche im Internet von morgens bis abends, zwischendurch kurze Pausen am Strand oder ein unumgänglicher Besuch im Supermarkt bestimmten unseren Tagesablauf. Die großen Probleme beim Finden des passenden Autos: Falscher Zeitpunkt (Hochsaison), falsche Insel (Autos auf der Südinsel sind wesentlich günstiger), falscher Ort (Auckland hat die höchsten Preise). Ohne Auto ist man hier nur leider aufgeschmissen. Während Auckland noch gut mit Bus-und Bahnverkehrsverbindungen ausgestattet ist, muss man sich abseits der Großstadt etwas anderes überlegen, um von A nach B zu kommen.

Unser Wunsch - möglichst ein Camperbus mit Selbstversorger-Zertifikat, um auch wild campen zu dürfen - schien immer unerreichbarer und langsam zerrte die endlose Sucherrei an unseren Nerven. Entweder fanden wir uralte Kisten aus den späten 80-ern/frühen 90-ern mit einem Kilometerstand weit über 300.000, denen wir kein weiteres kilometerreiches Reisejahr zutrauten oder jüngere Modelle zu horrenden Preisen. Selbst noch leere Vans, die wir selbst zum Camper umgebaut hätten, waren uns schlicht zu teuer. Nach einigen erfolglosen Busfahrten in alle möglichen Bezirke Aucklands, um dort vor Ort nach Autos zu sehen, beschlossen wir, zunächst ein "Übergangsauto" zu kaufen. Ein Kombi sollte es werden - zwar kein Auto mit Campervan-Potential - aber doch groß genug, um auch mal ein paar Nächte darin zu verbringen. So könnten wir einerseits sofort mobil sein und andererseits die Zeit der Hochsaison überbrücken, um dann im Februar oder März noch einmal nach größeren Autos Ausschau zu halten.

Nur neigte sich unsere gebuchte Woche bei Emma langsam dem Ende zu und Weihnachten stand vor der Tür. Es wäre für uns wohl auf ein Mehrbettzimmer im Hostel hinausgelaufen, hätten wir nicht das Glück gehabt, dass unsere Nachfolger spontan andere Pläne hatten. So konnten wir also bleiben! Über Weihnachten besucht Emma zwar ihre Familie in Christchurch, aber sie überlässt uns die Wohnung für diese Zeit und wir können so lange bleiben, wie wir möchten. Besser hätte es für uns nicht kommen können! Das verschaffte uns wieder etwas Entspannung bei der Autosuche. 

Am 18.12. dann die erste Kombi-Besichtigung: ein Mazda MPV von 2003, Kilometerstand rund 230.000 und mit bereits eingebautem neuen Bettgestell, inkl. Matratze und Bettzeug für zwei, für umgerechnet ca. 1.600 €. Klang erstmal super. Dort angekommen fanden wir das Auto jedoch in eher schlechter Verfassung vor. Unzählige Dellen und Kratzer von außen (ok, das ist hier relativ normal) und leider ziemlich dreckig im Inneren. Wir machten trotzdem eine Testfahrt, die eigentlich gut verlief und entschieden uns schließlich (ich glaube aus Verzweiflung), das Auto zu nehmen. Wir dachten schlichtweg, für diesen Preis würden wir eh nichts anderes bekommen und müssten stattdessen unseren "deutschen Anspruch" einfach herunterschrauben. Es sollte ja außerdem sowieso nur ein Übergangsauto werden. Der Besitzer fuhr mit uns daraufhin zur Bank, wo wir feststellen mussten, dass der Geldautomat vorübergehend außer Betrieb war. Also weiter zur nächsten Bankfiliale. Es war richtig zu merken, dass der Typ unbedingt noch an diesem Tag verkaufen wollte - sehr merkwürdig. Auch bei dieser Bankfiliale war jedoch der Automat defekt und wir mussten uns in die Schlange zum Schalter stellen. Als wären das nicht schon genug Zeichen gewesen, das Auto lieber nicht zu kaufen, war es uns am Schalter auch nicht möglich, die erforderliche Summe mit einem Mal abzuheben. Eine regelrechte Erleichterung machte sich bei uns breit und wir teilten dem Autoverkäufer mit, dass wir morgen mit dem Geld wiederkämen. Insgeheim hatten wir jedoch längst beschlossen, das Auto auf keinen Fall zu kaufen. Deutscher Anspruch hin oder her - für ein Auto in diesem Zustand wollten wir nicht einen Dollar ausgeben. Wir hätten einfach von Anfang an auf unser Bauchgefühl hören sollen. Lektion gelernt. Wir waren soo froh!

Als wir wieder im Bus saßen, entschieden wir, Turner’s, dem größten Gebrauchtwagenhändler Aucklands, noch einen Besuch abzustatten. Auch Emma hatte uns schon diesen Tipp gegeben. Es konnte ja nur besser werden. 

Bei Turner’s angekommen, hatten wir gleich ein viel besseres Gefühl. Alles seriös und wir konnten allein und in Ruhe alle Autos anschauen. Im Internet hatten wir einen Nissan Primera Kombi gesichtet, den wir vor Ort aber nicht fanden. An der Info erklärte uns ein Angestellter, dass dieses Auto erst seit kurzem dort sei und es noch nicht den üblichen Werkstatt-Check bekommen hätte. Er bot uns aber sofort an, den Check vorzuziehen. In den ca. 30 min Wartezeit versuchten wir uns nicht zu viele Hoffnungen zu machen. Die Eckdaten klangen super: Baujahr ‘99, Automatik, nur 148.000 km und mit 1.700 € genau in unserem Budget. Doch der Werkstatt-Check konnte unsere Seifenblase im Handumdrehen zum Platzen bringen.

Als wir die Auswertung endlich in den Händen hielten, konnten wir unser Glück kaum fassen: Alles in Ordnung! Bis auf ein paar kleine Kratzer außen, keine Mängel oder Defekte. Der super saubere Innenraum ließ uns schmunzelnd an den Mazda vom Vormittag zurückdenken. Dieser Nissan war um Längen besser und dazu noch genauso günstig! Jetzt musste nur noch die Testfahrt überzeugen, was sie auch prompt tat. Schließlich brauchten wir nicht lange zu überlegen: Dieses Auto war ein absoluter Glücksgriff und wir konnten es kaum abwarten, mit unserem neuen Schätzchen die Heimfahrt anzutreten. Der Papierkram war schnell erledigt. Es gibt hier keine "Papiere" für ein Auto, wie wir sie in Deutschland kennen und der Besitzerwechsel lässt sich über ein auszufüllendes Formular bei der Post abwickeln (Turner's hat da wohl eine Sonderberechtigung - zur Post mussten wir jedenfalls nicht). Schließlich konnten wir inkl. abgeschlossener Autoversicherung stolz vom Hof fahren. Das erste Mal im Linksverkehr über den Motorway war schon etwas aufregend, aber kein wirkliches Problem. Alles Gewöhnungssache.


Wir sind jetzt Autobesitzer! :-)

ZealandiyearFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (3)

Karli
Dann seid mal schön vorsichtig im Linksverkehr.

sophiedraws4u
glückwunsch zum neu errungenen auto! :'D

sophiedraws4u
oha, ich hätte erstmal mega angst vor mona gehabt^^'

Neuseeland
Reiseberichte Neuseeland