auf der gefährlichsten Straße der Welt...
Der "camino de la muerte", auf deutsch "Todesweg" gilt als die gefährlichste Straße der Welt. Sie verbindet als einzige Route LaPaz mit dem Yungas, dem Urwaldgebiet, das sich...


Veröffentlicht: 13.11.2017


















Nach einer Woche Aufenthalt haben wir LaPaz nun verlassen. Die Stadt wird uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Sie steckt voller spannender Gegensätze. Im modernen Süden türmen sich die Hochhäuser, die neu gebaute Seilbahn verbindet einige Stadtteile auf komfortabelste Weise.
Andererseits findet man im Norden und in El Alto kaum ein Haus, das nicht zur Hälfte aus Wellblech besteht oder fensterlos ist. Die meisten Menschen leben von kleinen Arbeiten wie Schuheputzen oder dem Verkauf von Alltagsware an der Straße.
Der indigene Glaube an "Pachamama", die "Mutter Erde" ist in LaPaz sehr tief verwurzelt. Zum Beispiel wird beim Bau eines jeden Hauses ein toter Lamafötus zusammen mit Wünschen und Bitten an Mutter Erde verbrannt, die Asche wird im Fundament des Gebäudes vergraben. So kann man für seine Zukunft, Geschick im Geschäft und Glück in der Liebe bitten.
Diverse Leiden, von Bauchschmerzen über schlechten Sex bis hin zu finanziellem Misserfolg können laut den Indigenen auch mit verschiedenen Kräuterpulvern oder heilenden Zeremonien kuriert werden. So soll man zum Beispiel bei unerwiderter Liebe Wirkung erzielen können, indem man der gewünschten Person ein passendes Pulver an den Hinterkopf pustet. Ob die Liebe nach dieser Behandlung zu- oder nicht eher abnimmt bleibt ungeklärt...
Die Stadt hat die wahrscheinlich weltweit einzige Uhr, die gegen den Uhrzeigersinn tickt. Sie wurde aus dem fälschlichen Gedanken heraus gebaut, die Sonne müsse sich im Süden der Welt und damit auch in LaPaz andersherum drehen, was dann auch die Ziffernblätter der Uhren beeinflussen müsse. Da diese Annahme heute widerlegt und allen Bolivianern peinlich ist, wird weitläufig behauptet, das Ganze sei ein absichtliches Zeichen gegen den Kapitalismus...
Eine weitere Besonderheit der Stadt sind die "Cholitas". Das sind Frauen, die sich die traditionellen Gewänder der spanischen Kolonialzeit bis heute bewahrt haben. Eine Hauptattraktion LaPaz' ist es, genau diese Frauen beim Wrestling zu zeigen. Eigens dafür findet einmal wöchentlich eine Show statt. Obwohl ich mit einigen Vorbehalten dort hingegangen bin, kann ich guten Gewissens sagen, dass ich es noch nie so genossen habe (und wohl auch nicht mehr werde), dass zwei Menschen sich verhauen. Die ganze Veranstaltung war dermaßen zum Mitfiebern, Lachen und Spaß haben geeignet, dass sie mir definitiv als Highlight dieser Woche in Erinnerung bleibt:)
Zuletzt bleibt zu sagen, dass es in LaPaz den wohl chilligsten Job der Welt gibt: Man kann sich dafür bezahlen lassen, dass man sich als Zebra verkleidet und hilft, den Verkehr auf großen Straßen zu regeln. Dabei erklärt man den Leuten quasi die Bedeutung des Zebrastreifens, der ansonsten gerne missachtet wird (sowohl von Autofahrern als auch von Fusgängern). Also ich wär auf jeden Fall dabei!