Samarkand - Eine Stadt wie im Märchen
Samarkand hat mich total überwältigt. Die Stadt, einst eine blühende Oase an der legendären Seidenstraße, liegt mitten in der ehemaligen Wüste und ist heute eine lebendige...


Veröffentlicht: 25.09.2025

































Die zweite Stadt auf unserer Reise entlang der Seidenstraße war Bukhara im Süden Usbekistans. Im Vergleich zu Samarkand ist sie etwas kleiner und die Nähe zur Wüste ist deutlich spürbar: Viele Häuser sind mit einem Lehm-Stroh-Gemisch verputzt, ein trockener Wind weht durch die engen Gassen, es ist staubiger und wärmer.
Wir waren drei Tage in Bukhara, sind durch das historische Stadtzentrum geschlendert, haben auf dem zentralen Basar eingekauft und gegessen und viel Zeit mit den Leuten verbracht, die wir in unserem Hostel kennengelernt hatten. Außerdem veranstaltet die Stadt gerade ein Kulturfestival, in dessen Rahmen wir einige interessante Kunstausstellungen gesehen haben.
Ein paar subjektive Eindrücke zu Usbekistan:
Wie schon in Kirgistan wird auch hier viel gebaut. In den schmalen Straßen stapeln sich Zementsäcke, bis spät in die Nacht hört man aus den Hinterhöfen Schleifmaschinen kreischen und sieht Männer, die Mörtel verteilen oder Schutt mit bloßen Händen abtragen.
Tee wird konsequent aus kleinen Schalen getrunken. Ich glaube, in ganz Usbekistan habe ich keine einzige Tasse mit Henkel gesehen.
Die usbekische Sprache ist sehr „o“-lastig. So wird der Landesname nicht „Usbekistan“, sondern „O'zbekiston“ ausgesprochen.
Der Islam scheint hier eine größere Rolle im Alltag zu spielen. Viele Menschen sind traditioneller gekleidet, es gibt zahlreiche Glaubenseinrichtungen und zu den Gebetszeiten erklingen die Rufe der Muezzine durch die Stadt.
Der Tourismus wirkt hier deutlich etablierter und professioneller als in Kirgistan: Es gibt große Pauschalreisegruppen, unzählige Souvenirstände und wir wurden häufiger auf Englisch angesprochen.
Die hiesigen Tauben könnten es niemals mit den europäischen Stadttauben aufnehmen: Sie sind hellbraun, zierlich, mit hübschem gemustertem Gefieder und ausgesprochen zurückhaltend. Das Dreisteste, was ich beobachtet haben, war eine Taube, die an einem Marktstand ein paar Reiskörner aus einem offenen Behälter gepickt hat.
Ich fühle mich in Usbekistan besonders sicher. Selbst mitten in der Nacht würde ich ohne Zögern allein durch die Stadt spazieren. Die Menschen begegnen mir durchweg freundlich und hilfsbereit.
