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Usbekistan, Taschkent und Samarkand 2024-10-13

Veröffentlicht: 13.10.2024

13.10.24 Flug Istanbul->Taschkent Vom Hotel in Istanbul geht es zu Fuss und mit der Metro zum Flughafen.
Der Schalter von Usbekistan Airline ist der vorletzte in der großen Halle. Wir stehen schon einige Leute für den Flug nach Taschkent an. Meinen Rucksack kommt zum Sondergepäck. Ich esse das Müsli auf und trinke das Wasser leer, damit es bei der Sicherheitskontrolle keine Probleme gibt. Heute läuft alles reibungsfrei, trotzdem brauche ich bis zum Gate B10 vom Eingang des Flughafens zwei Stunden. Der Flieger ist anscheinend komplett besetzt. Ich habe einen Fensterplatz: wie schön!Leider ist nach dem Start wenig zu sehen, weil wir direkt in Wolken fliegen. Erst nach der Überquerung des kaspischen Meeres ist turkmemische Wüste zu erkennen. In der tiefstehenden Sonne leuchten Abbruchkanten. Einmal haben Sie die Form des italienischen Stiefels. Beim Anflug auf Taschkent leuchten die Hauptstrassen weiss und rot von den Autolichtern. Auch einige Hochhäuser sind bunt beleuchtet. Immerhin zweieinhalb Millionen Menschen zählt die Hauptstadt Usbekistan. Die Passkontrolle ist kein Problem und mein Rucksack kommt unbeschädigt an. Aufgeschnallt und los, über die Hauptstrasse, durch die Baustelle und aufpassen! Im Dunkeln sieht man Löcher und die Wassergräben zwischen Bürgersteig und Straße nicht. Ein Auto neben mir setzt auch in der ungesicherten Baustelle auf. Um 20:45h erreiche ich das Hotel Grand Shosh und beziehe für 23€ das Zimmer. Angekommen! Von Ulla kommt die Nachricht dass sie wahrscheinlich in Istanbul den Anschlussflieder nicht kriegt. Ich drücke die Daumen und mache mich auf den Weg ein Bier zu kaufen. Leider finde ich keinen Laden der Bier verkauft aber Süßigkeiten.
14.10.24 Taschkent. In der Nacht ist die Nachricht gekommen, das Ulla den Flieger verpasst hat. So wird sie erst später zur Gruppe stoßen können. Ich laufe die zwei Kilometer zum nächsten Hotel und kann mit der Gruppe direkt auf Stadtrundgang gehen. Wir fahren zur neuen Moschee von 2017. Im Museum nebenan wird die älteste Koran Abschrift auf Hirschhautleder aufbewahrt. Nächster Stop ist die Markthalle und ein Kinderwiegenverkäufer in der Nähe. Die Wiege gehört zur Familientradition und wird weitergereicht. Die markthalla zwei Ebenen oben sind Trockenfrüchte und unten Fleisch, Milchkäse und frisches Gemüse. Aber auch selbst gemachte Nudeln und eingelegtes Gemüse kann man kaufen. Dann fahren wir 3 besonders schöne Metrostationen: Kosmonavtlar, Alisher Navoiy und Amir Temur. Den Platz und die Reiterfigur sehen wir leider nur im Regen vom 17. Stock des Hotels Uzbekistan. Dann treffe ich endlich Ulla, sie ist inzwischen auch angekommen! Hurra! Gemeinsam gehen wir vornehm im nahen Restaurant Sim Sim essen. 
15.1 0.24 Tag 2 in Taschkent. Nach einem guten Frühstück steigen wir in der Bus und fahren 2Std zum Tian-Shan Gebirge und wandern auf lehmigen Wegen und Wiesen zum Ort Chimgan. Der Start ist auf 1450 m neben LKWs und Baggern einer Großbaustelle für ein Hotel. Der Weg führt an einer Gruppe freilaufender Pferde vorbei zu einem Gatter am Pass. Als wir losgehen, sind unter uns Wolken, die langsam nach oben ziehen und der Blick wird freier auf die Berge, die ab 2500 m mit Schnee bedeckt sind. Nun kann man auch hinter Chimgan den grossen Stausee erkennen. Nach einer Pause mit Ausblick auf den See, in der uns vom Wind kalt wird, geht es den lehmigen Hohlweg hinunter. Es ist sehr rutschig und dein Leben klebt wunderbar an den Schuhen und macht sie schwer. Unten wartet schon der Bus auf uns. Wir versuchen unsere Schuhe so gut wie es geht in Pfützen zu reinigen, damit wir den Bus nicht versauen. Er bringt uns zum Stausee. Auch hier wird fleissig gebaut. Aus modern aussehenden Containern entsteht ein Ferienhauspark. Auf der Rückfahrt machen wir alle ein kleines Nickerchen. Annette Urlaub und ich steigen am Bahnhof aus. Wir fahren mit der U-Bahn zur Markthalle und zum Hotel Uzbekistan. Unterwegs zeige ich den beiden was sie gestern verpasst haben. Spannend wird dann die Rückfahrt, weil die Haltestellen der Buslinie 2 nicht so eindeutig bei OpenStreetMap angezeigt werden. Aber wir können uns erfolgreich durchfragen und gehen auf dem Rückweg noch in ein türkisches Restaurant. Wir packen unsere Sachen für morgen schon mal vor und fallen müde ins Bett.
16.10.24 Tag3 Taschkent->Samarkand. Um 6 Uhr klingelt der Wecker und nach einem kurzen Frühstück steigen wir um 7:20h in den Bus, der uns zum Bahnhof bringt. Auch hier gibt es eine Sicherheitskontrolle. Kaum sitzen wir im Schnellzug spanischer Bauweise auf unseren Plätzen, fährt dieser auch schon los. Ui, das war aber knapp. Die Strecke führt an Plantagen vorbei und später an Weiden durch eine grosse Ebene. Beim Ort Jizzax gibt es Gebirgsausläufer die Fluss Eisenbahn und Strasse durchqueren. Nun ist die Landschaft karger und steppig. Der Zug erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und pünktlich Samarkand. Wir steigen um in den Bus und machen direkt eine Stadtrundfahrt. Es geht zum Denktmal von Timor, der hier auf seinem Thron sitzt und zu seinem Mausoleum. Zu Mittagessen gibt es das Nationalgericht im Plov-zentrum. Anschliessend bringt uns der Bus zum Hotel und wir haben eine Stunde Pause. Wenn die Sonne weggeht, wird es nun kühl. So sind wir froh, dass im Zimmer die elektr Heizung etwas an ist. Um 16 Uhr geht es zu Fuß zum Registan Platz. Zwischen den drei mit Mosaikacheln blau besetzten ehemaligen Koran Schulen fühle ich wie in dem Märchen tausend und einer Nacht. Mehrere Hochzeitspaare und Frauen in orientalischen Gewändern lassen sich hier fotografieren und filmen. Die Sonne geht langsam unter und die Farben verändern sich. Leider wird es damit auch viel kälter und wir frieren. Ulla geht zu einem Kaffee und ich schaue mir noch an wie die Beleuchtung der Koranschulen wirkt. Im Restaurant haben sich noch drei andere Frauen eingefunden und wir wärmen uns bei bei leckerem Honig Tee auf. Um die Ecke finde ich auch einen Laden, in dem ich Bier kaufen kann, mit dem ich auf dem Zimmer den Tag abschließe.


17.10.2024 Samarkand, 2.Tag. Nach dem guten Frühstück im Hotel geht es mit dem Bus zum Denkmal von Ulugh Bek, den Resten seiner Sternwarte, und dem benachbarten Museum, das einen Eingang für eine Koranschule hat. Ulug war das Enkelkind von Timo. Er hatte mehr Interesse an der Wissenschaft als am regieren. Leider wurde er wegen seiner Liebe zur Astrologie von radikalen Islamisten umgebracht und seine Sternwarte zerstört. Zu sehen ist nur noch der unterirdische steil ist Konstruktion, die über drei Stocktwerke ging. Nächster Halt ist die Gräberanlage Shohizina, in der auch die Frauen Team aus beerdigt sind. Einmal Mausoleum steht neben dem anderen und jedes ist schöner als das vorherige. Zu Fuss geht es weiter zu Bibi Moschee. Den Hauptraum kann man leider wegen Einsturzgefahr nicht betreten. Nebenan und sitzen wir leider im Schatten. Ein Platz in der Sonne wäre jetzt wunderbar. Ich esse gefühlte Paprika, Kohlroulade und in Weinblätter gewickeltes Hackfleisch. Gleich nebenan ist der Basar. Wir besuchen hauptsächlich die Stände, auf denen noch die Sonne scheint neben Touristen kaufen noch hier viele Einheiten, immer gut beobachten kann. Nach einer Pause auf dem Zimmer brechen wir am Abend wieder zum Registanplatz auf, um ihn mit Musik und wechselnder Beleuchtung zu erleben. 




18.10.24 Samarkand, 3.Tag. Heute kann ich ganz in Ruhe frühstücken. Um 9h geht es mit dem Bus zum Freilichtmuseum am Siab, dem Schwarzen Fluss. Wir sehen die einzelnen Schritte zur Papierherstellung aus Maulbeerbaumrinde. Die Zweige sind bei der Seidenproduktion über. Sie werden Gewässern und lassen sich dann leicht schälen. Mit Wasserkraft werden Sie gestampft, dann gekocht. Nun können die Fasern mit dem Sieb geschöpft werden und müssen trocken. Letzter Arbeitsschritt ist das glätten mit dem Horn. Im nächsten Haus wird die traditionelle Herstellung von Leinsamen Öl gezeigt. Der große Mörser wird hier auch mit Wasserkraft angetrieben. Wie bei der Getreidemühle dahinter, können auf dem Land aber auch Kamele zum Antrieb genutzt werden. Eine sehr schöne Anlage mit viel Schatten, den wir heute, am kühlen Morgen, noch nicht brauchen. Wir fahren ins russische Viertel. Dort stehen 3 christliche Kirchen, die vor der Oktober Revolution gebaut wurden und während der kommunistischen Zeit als Lager- oder Turnhalle genutzt wurden. Seit der Unabhängigkeit Usbekistans stehen sie jetzt unter Denkmalschutz und werden staatlich gefördert. Die armenische und die katholische Gemeinde haben nur wenige Mitglieder. Handy russisch orthodoxe Kirche kommen mehr Gläubige. Mittagspause ist heute in einem Sams Zentrum. Die Öfen für die Teigtaschen stehen vor dem Restaurant auf der Strasse. Der Ofen wird einmal eingeheizt und die blätterteigtaschen an die innenwand des ofens geklebt. Nachdem sie fertig gebacken sind, werden die verbrannten Stellen an der reibe abgekratzt. Dazu können wir wieder verschiedene Sorten Salat auswählen. Ich darf und das Reste auf essen, dass sie immer noch Probleme mit ihrem Darm hat. Für den Rückweg trennen wir uns von der Gruppe und laufen über die Allee am Timordenkmal vorbei. Dort sind zur Feier des Tages Rosen mit Wachen aufgestellt. Nach der Pause auf dem Zimmer brechen wir zum Sonnenuntergang auf kleinen Wegen zum Friedhof am Lehm Hügel Afrosia auf. Von der synagoge und dem dann neben liegenden Friedhof, haben wir im Sonnenuntergang eine guten Blick über die Stadt. Langsam erleuchten die Lichter. Die Bibi Moschee und der Registanplatz strahlen im Glanz. Wir trinken noch einen Tee im Café am Registanplatz.


19.10.24 Samarkand-> Asraf, 200km. Heute geht es mit dem Bus nach Asraf, einem kleinen Dörfchen im Norden Usbekistans. Die ersten 100 Kilometer fahren wir quasi zurück Richtung Taschkent, parallel zu der Bahnstrecke. In Jizzax biegen wir dann ab Richtung Nordwesten. Anfangs gibt es noch Baumwollfelder, doch dann wird die Landschaft karg. Im Norden, in der Wüste ist ein grosser See entstanden. Er dient als Ausgleichfläche bei Hochwasser. Als wir von der Hauptstrasse auf die Schotterpiste nach Asraf abbiegen, ist von der kleinen Oase am Bach noch nicht zu sehen. Die letzten Meter zum Gasthaus laufen wir. Mittagessen im Gastraum starten wir zu einer Wanderung in die Berge. Leider ist es heute zu dunstig und wir können den neu entstandenen See am Horizont nicht erkennen. Dafür Kreisen mehrere grosse Vögel über uns, und wir Rätseln ob es Adler oder Geier sind. Die Einheimischen berichten und später, dass es hier Adler gibt. Vorbei an einzelnen Bäumen erreichen wir eine Passhöhe. Hier hier tut sich ein friedlicher Blick über Bergreihen und dazwischen liegendem Dunst auf. Auf einem anderen Weg gehen wir zurück zum kleinen Dorf. Hier wird teilweise noch in traditioneller Weise mit Lehm gebaut. Die kleinen Kinder haben uns entdeckt und Fragen nach Süssigkeiten. An unserem Gasthaus wird schon das Abendessen vorbereitet. Die Küche und die Öfen sind im Freien. Auch Brot wird selber gebacken. Es gibt genügend Vierbettzimmer, so dass wir uns kein Zimmer mit einem anderen Paar teilen müssen. Im Zimmer ist es so kühl dass wir die Heizung andrehen. Nach dem Abendessen gehe ich mit Hubert und Gerlinde noch mal ins Freie, in der Hoffnung, dass wir den Kometen sehen, der in den diesen Tagen vorbeiziehen soll. Doch wir können ihn bei dem hellen Vollmond Licht nicht erblicken.

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