2025-08-03 São Jorge, Azoren
4. Insel São Jorge


Veröffentlicht: 08.08.2025
























































































8.8.25 Calheta, São Jorge->Madalena, Pico. Der Wecker klingelt um 6:45h. Schon um 7: 20 Uhr haben wir alles gepackt. Das Taxi kommt pünktlich um 8 Uhr und bringt uns zum Hafen. Dort fahren gleichzeitig zwei Busse nach Velas. Wir nehmen den über Norte Grande und bekommen noch mal eine halbe Inselrundfahrt. Wir können die Rucksäcke in der Bibliothek abstellen. Im Café vor der Kirche finden wir einen schönen Platz und frühstücken. Am Fährhafen ist viel Betrieb. Wir geben das Gepäck auf und warten noch eine halbe Stunde bis wir auf die Fähre gehen können. Das obere Deck ist heute voll besetzt. Uns hält es nicht lange auf den Sitzplätzen, sondern wir verbringen die halbe Zeit an der Reeling. Zwischendurch bekommen wir etwas Regen ab, der aber schnell weiter zieht. Mit den Rucksäcken auf dem Rücken steuern wir das Büro einer Waltour an und können für morgen zwei Plätze buchen. Nun sind wir auf den Campingplatz in Madalena gespannt, der im Internet schlecht bewertet ist. Nach dem ersten Eindruck sind wir ganz zufrieden. Die Sanitäreinrichtung sind sauber und gut. Es gibt viel freie Fläche, nur mit dem Schatten ist es schwer abzuschätzen. Nach einer Pause gehen wir ans Meer und baden. Danach laufen wir an der Küste entlang zum Hafen, kaufen ein und kochen. Nudeln mit Tomatensauce und Sardellen.
9.8.25 Madalena, Pico. Weinmuseum und Waltour, 5km. Nach dem Frühstück laufen wir zum Weinmuseum. Der Weg führt am Ortsrand entlang durch ein Neubaugebiet. Im liebevoll gestalten Museum wird an Modellen und alten Gegenständen der spezielle Weineanbau hier auf der Insel erklärt. Die Flächen, auf denen der Wein angebaut werden soll, mussten zuerst von Lavasteinen befreit werden. So entstanden die vielen Parzellen und Mauern, die man von einem Ausguck überblicken kann. Auf dem Gelände stehen auch viele Drachenbäume, deren Äste sich in den Krone kreuzen. Durch die glühende Sonne laufen wir runter zum Meer und setzen uns in eine mobile Bar. Bis die Waltour startet, ist noch eine gute Stunde Zeit. Sie nutzen wir zur Besichtigung der Kirche, für ein Nickerchen und zum Eis essen. Das Briefing für die Waltour findet in Deutsch und Englisch in der prallen Sonne statt. Wir erfahren, wie man die Wale unterscheiden kann. Doch das kann ich mir alles nicht so schnell merken. Ausgestattet mit Schwimmweste und Regenjacke geht es aufs Boot. Wir sitzen nebeneinander in der dritten Reihe. Wir starten in südwestliche Richtung und drehen dann plötzlich um und fahren nach Nordosten, weil sich die Walsichtung geändert hat. Tatsächlich werden die Wale immer noch von Land aus gesichtet und die Boote darüber informiert. Wir können die Rücken von drei Walen sehen und das aufspritzende Wasser, wenn sie blasen. Leider verpasse ich den Augenblick mit der Kamera festzuhalten, als sie abtauchen und die Schwanzflosse sich hebt. Wir fahren weiter und passieren eine Gruppe Gelbschnabelsturmtaucher, die sich auf dem Wasser ausruhen. Wir bleiben einen Augenblick stehen und die Mannschaft versucht mit Mikrofonen Klick-laute zu orten. Dann brausen wir weiter und treffen auf andere Boote, die sich auch eine 4'er Gruppe Wale anschaut. Einige legen sich auf die Seite und schlagen mit den Flossen. Nach 20 Minuten geht es weiter zu einer Gruppe Delfinen. Sie sind sehr lebhaft und springen viel. Einige auch richtig hoch. Mir ist nicht ganz klar, ob wir Sie mit dem Boot begleiten oder Sie uns? Wir sind inzwischen so weit gefahren, dass man Urzelina und Velas gut erkennen kann. Dementsprechend lang ist der Rückweg. Um 17:30h legen wir wieder im Hafen an und geben die Schwimmwesten und Regenjacken ungebraucht zurück. Im Restaurant am alten Hafen finden wir einen freien Tisch im Schatten und essen zu Abend. Leider sind alle Gerichte, die wir ausgewählt haben heute nicht da, so dass wir eine zweite Wahl treffen müssen: Salat und Spaghetti Carbonara. Auf dem Rückweg gehen wir am Supermarkt vorbei. Auf dem Campingplatz versuche ich der vielen Fotos und Videos von der Walbeobachtung Herr zu werden.
10.8.25 Madalena->Pico 4km, 1150hm. Heute verbringen wir den Vormittag auf dem Campingplatz. Ich versuche mit Seifenwasser das Loch in meiner Thermarrest Matte zu finden. An sechs Stellen bilden sich blasen. Ich teile die vier Flicken, die ich habe und kleben sie auf die undichten Stellen. Das Taxi ist für 14h bestellt. Vorher packen wir den Rucksack und lassen alles, was nicht mitgeht, im Zelt. Dann gehen wir noch mal in den Supermarkt, kaufen eine S mehr echserpackung Eis, die wir mit dem anderen Pärchen teilen, die heute auch auf dem Pico übernachten wollen. Und essen das Müsli. Das Taxi kommt pünktlich und fährt uns zum casa Montana. Dort können wir uns registrieren und bekommen alles erklärt, aber losgehen dürfen wir ja erst um kurz vor 16h. So setzen wir uns in die Wiese und chillen. Mit dem GPS Tracker im Gepäck steigen wir im Sonnenschein auf. Die ersten 100 Meter muss ich mich an den schweren Rucksack gewöhnen. Es geht an einem Seitenkrater vorbei, in dem auch eine Höhle ist. Dann habe ich mein Rhythmus gefunden und wir steigen weiter auf. Alle 100 Meter gibt es einen Pfosten, der gut sichtbar den Weg markiert. 47 Stück insgesamt .Wir machen Pause bei Nummer 17 und 34. Nun kommen uns auch keine Leute mehr entgegen und hinter uns ist noch niemand zu sehen. Der Weg ist mitunter recht steil und nicht immer eindeutig zu erkennen. Aber auf der Lava hat man einen festen Tritt. So erreichen wir kurz nach 20h den Krater Rand und suchen uns einen Platz fürs Zelt. Die Sicht ist leider durch Wolken eingeschränkt, so dass wir keinen Überblick haben. Ich finde vier mögliche Plätze und wähle den, in dem sich vermutlich kein Wasser staut, falls es regnen sollte. Als mein kleines Zelt steht, kommt noch mal die Sonne heraus und wir steigen etwas zum Gipfel auf, um dort unser Abendbrot zu essen. Die Sonne geht zwischen den Wolken unter und es wird windig und kalt, so dass wir nicht mehr zum Gipfel hinauf gehen. Ich gehe noch einmal an den Kraterrand, um zu schauen, ob der Mond aufgeht. Er ist nicht zu sehen, aber ich kann Lichter an der südlichen Küste erkennen. Es kommen immer noch Leute am Krater an und ich frage mich, wo sie ihr Zelt aufbauen wollen. Am Himmel sind nun die ersten Sterne zu sehen, ich kann den großen Wagen erkennen. Ulla schläft in meinem dicken Schlafsack, ich in Ullas dünnen Daunenschlafsack mit Inlay und Regen Umhang darüber. Hoffentlich reicht das. Wir schauen noch mal aus dem Zelt auf den Sternenhimmel, flüchten aber vor der Kälte in die Schlafsäcke.
11.8.25 Pico -> Madalena, 4km -1200m. In der Nacht habe ich noch mal aus dem Zelt geschaut, aber nur den Vollmond durch den Nebel erkannt. Jetzt um 6h spüre ich die Kälte durch den Schlafsack und überlege aufzustehen, um zum Sonnenaufgang auf den Gipfel zu gehen. In der Nacht hat es leicht geregnet und als ich das Zelt öffne, fängt es wieder an zu regnen. Also krieche ich wieder im Schlafsack und schlafe tatsächlich noch mal ein. Um 7h ist Ulla auch wach und wir essen etwas Brot im Zelt, während des draußen weiter nieselt. Gegen 8h kommt die Sonne raus und macht einen doppelten Regenbogen. Wir packen unsere Sachen und ich würde gerne noch auf den Gipfel gehen. Da aber gerade neue Wolken aufziehen und Ulla lange warten müsste steigen wir gemeinsam ab. Uns kommen die ersten Leute entgegen, aber von den Leuten, die mit uns übernachtet haben, überholt uns niemand. Wir laufen bis wir bei Pfosten 26 um 9: 50 Uhr, in die Sonne kommen und frühstücken. Rechts und links neben dem Weg gibt es Wolkenwände und wir gucken durch einen Kilometer breiten sonnigen Tunnel auf Madalena hinab. Im weiteren Abstieg sieht es sich zu und fängt wieder an zu regnen. Trotzdem steigen immer mehr Leute auf. Vermutlich werden Sie heute oben überhaupt nichts sehen. Kurz vor der Hütte kommen wir unter die Wolken. Wir geben um 12 Uhr den GPS Tracker ab und bekommen eine Urkunde. Wir entscheiden uns ein Taxi zu rufen, dass uns eine halbe Stunde später zurück nach Maddalena fährt. Auf dem Campingplatz ist es gut 15° wärmer. Wir spüren die Anstrengung und die Hitze, das macht uns schlapp. Wir essen eine Suppe in der Campingplatzbar und gehen zum Naturkunde Museum in den Ort. Hier ist alles zum Thema Pottwal ausgestellt. Wir spüren unsere Müdigkeit, die Ulla mit einem Kaffee und ich mit einem Bad bekämpfe. Die Müdigkeit gewinnt und wir machen ein Nickerchen auf dem Campingplatz. Heute koche ich Nudeln mit Shrimps und Auberginen. Es schmeckt uns gut. Dazu ein kühler Wein und ein Bier. Und schon haben wir die nötige Bettschwere.
12.8.25 Madalena, Pico -> Angra, Terceria, 130km. Die Fähre nach Terceria geht um 10:15h. Wir können gemütlich frühstücken und in Ruhe packen. Um 9 Uhr laufen wir los, kaufen auf dem Weg noch das Frühstück für morgen ein, und können am Terminal direkt unser Gepäck aufgeben. Da es hier ungemütlich ist setzen wir uns noch für eine Weile vor die Kirche, bis wir sehen, dass die Autos die Fähre verlassen. Die meisten Leute sind schon an Bord, so brauchen wir nicht lange stehen und können direkt aufs Deck steigen. Von oben schauen wir zu, wie die Autofahrer rückwärts in die Fähre gepuzzelt werden. Nicht jeder kann rückwärts Einparken, da müssen die Einweiser auch schon mal ins Lenkrad greifen. Bis Calheta stehen wir an der Reeling und halten nach Walen und Delfinen Ausschau. Aber nur die AUA, AUA, Weh! können wir sehen. (Gelbschnabelsturmtaucher). Während wir an São Jorge vorbeifahren, können wir uns an die Orte erinnern, die wir besichtigt haben. Ulla legt den Kopf in meinen Arm und macht ein Nickerchen.
